„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Für Alvaro hätte es nicht schlechter laufen können. Nachdem sein Schutzbefohlener bei einer Schießerei versehentlich stirbt, muss der Engel, der nicht richtig aufgepasst hat, runter auf die Erde und alles wieder richten. Doch das erweist sich als äußerst schwierig, denn Alvaro trifft auf unerwartete Probleme: zum Beispiel die Vampirin Tabea, die den Engel zum Anbeißen findet, was schwerwiegende Konsequenzen hat…

Rebecca Hohlbein erzählt in ihrem Buch „Himmelwärts“ ein rasantes Abenteuer von Himmel bis Hölle und wieder zurück.

Der Anfang ist ziemlich chaotisch. Es treten viele Personen auf, viele sterben nach kurzer Zeit auf mehr oder weniger gräuliche Art und Weise und überhaupt muss man sich als Leser an ziemlich viele Handlungsstränge gewöhnen.

Ebenso gewöhnungsbedürftig ist die Art, wie erzählt wird. Die Autorin schreibt locker und witzig, aber manchmal klang es für mich zu übertrieben und dadurch gezwungen. Ständig hieß es anfangs: „Lukas (der eigentlich Klaus heißt)“, und zwar in allen möglichen Variationen. Zum „Glück“ entpuppten sich manche Figuren als recht kurzlebig, so dass ich Lukas/Klaus nicht allzu lange ertragen musste.

Die ersten 200 bis 300 Seiten empfand ich als anstrengend, denn es passierte zwar viel, was aber meist nicht von Belang war und dazu oft noch total chaotisch.

Nachdem ich dann jedoch die Hälfte gelesen hatte, gewöhnte ich mich an Hohlbeins Schreibweise und die teilweise skurrile Darstellung der Figuren, denn auch die Gedankengänge von Hunden, wurden explizit dargestellt.

Vor allem Tabea wurde mir während des Lesens immer sympathischer. Sie wirkte immer etwas eingestaubt, was wohl an ihrem Onkel und der Burg lag, und trotzdem so frisch, lebendig (obwohl tot) und ehrlich. Die Mischung hat mir sehr gefallen, besonders in Kombination zu Alvaro, der das absolute Gegenteil darstellte. Die Geschichte gewann zunehmend an Schwung, denn der Teufel hatte auch noch ein entscheidendes Wörtchen mitzureden, so dass die Geschichte in der zweiten Hälfte sehr spannend wurde.

„Himmelwärts“ ist für mich ein ziemlich chaotischer, aber liebenswerter, wenn auch des Öfteren ziemlich brutaler Roman (die Mortalität der Figuren war sehr hoch).

Vielen Dank an Heyne für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

624 Seiten

Heyne

„Himmelwärts“ auf amazon

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