„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Vor zehn Jahren wurde das Königreich Lumatere verflucht. Seitdem kann niemand das Land betreten oder verlassen. Viele Menschen sind heimatlos und leben unter unmenschlichen Bedingungen in den Nachbarländern.

Um das zu ändern, sucht Finnikin zusammen mit dem Berater des Königs, Sir Topher, ein neues Stück Land für seine Landsleute. Doch als die beiden der geheimnisvollen Evanjalin begegnen keimt Hoffnung auf. Lebt der junge König noch und weiß sie wirklich, wo er zu finden ist? Kann Lumatere erlöst werden?

Melina Marchetta erzählt in „Winterlicht“ die Geschichte eines verwunschenen Landes und dessen möglicher Rettung.

Als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hielt, fiel mir gleich das wunderschöne Cover auf. Es ist mit silbernem und schwarzem Lack bedruckt, wirkt durch die dunklen Farben sehr geheimnisvoll und macht neugierig, was wohl dahinter steckt.

Der Anfang des Buches konnte mich auch sogleich fesseln, denn von der Idylle, die auf den ersten Seiten herrscht, wird der Leser in das grausame Schicksal Lumateres gestoßen. Es wird zwar im Groben erzählt, was Schreckliches passierte, dass die Königsfamilie niedergemetzelt wurde und unschuldige Menschen auf Scheiterhaufen brannten, doch die Gründe dafür bleiben zunächst im Dunkeln. Erst im Laufe der Geschichte erfährt man die ganze Wahrheit und das Ausmaß des Leids.

Nach diesem erschreckenden Anfang geht es in den ersten Kapiteln ruhiger weiter. Man lernt Finnikin, Sir Topher und Evanjalin kennen und erfährt deren Hoffnungslosigkeit, die sehr überzeugend dargestellt wird. Die drei reisen durch viele Länder, deren Namen sehr verwirrend sind, doch nach einer Weile kam ich damit zurecht, auch durch die zwei gezeichneten Karten am Anfang.

Doch diese andauernde Hoffnungslosigkeit und schlechte Stimmung, Misstrauen und Angst, zehrten nicht nur an den Nerven der Reisenden, sondern auch an meinen. Es war besonders am Anfang ziemlich schwer zu ertragen, wie die Menschen aus Lumatere schon seit Jahren leiden.

Zum Teil wirkte die Geschichte auf mich auch konstruiert, denn viele Zufälle und Ereignisse folgen aufeinander, ohne dass jemand diese wirklich so geplant haben könnte, auch wenn es so dargestellt wird. Das halte ich selbst bei einem Fantasyroman für eher unwahrscheinlich.

Doch Melina Marchettas Schreibstil ist sehr flüssig, sodass sich die Geschichte, trotz einiger Macken, gut lesen lässt. Die Autorin passt die Sprache sehr gut an die verschiedenen Personen und deren Stellung in der Gesellschaft, an.

Schade fand ich es nur, dass das Ende so gedehnt und in Bezug auf die Figuren wenig emotional dargestellt wurde.

„Winterlicht“ ist eine relativ spannende Geschichte, die an manchen Stellen etwas kürzer hätte sein können, sich aber durch den angenehmen Schreibstil der Autorin gut lesen lässt.

3

Vielen herzlichen Dank an den Ravensburger Buchverlag für das Rezensionsexemplar!

537 Seiten

Ravensburger Buchverlag

„Winterlicht“ auf amazon.de

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