„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Die 16-jährige Neva hat es satt keine Antworten auf Fragen zu bekommen, die sich keiner zu stellen traut: Was liegt hinter der Energiekuppel, die Heimatland umgibt? Warum verschwinden immer mehr Menschen spurlos, genau wie ihre Großmutter? Neva und ihre beste Freundin Sanna beschließen heimliche Protestaktionen durchzuführen und sich so gegen die Regierung von Heimatland aufzulehnen. Doch schnell müssen die Mädchen erkennen, dass der Protest lebensgefährlich ist…

Mit „Neva“ hat Sara Grant einen dystopischen Roman geschrieben, in dem zwei Mädchen versuchen hinter die Fassade einer bröckelnden Gesellschaft zu blicken und dabei auf schreckliche Methoden und Geheimnisse stoßen.

Von der ersten Seite an, ist man in Nevas Welt – Kontrolle, begrenzte Ressourcen und Menschen, die sich durch die lange Isolation sehr ähnlich sehen. Man kann sofort mit der Protagonistin mitfühlen, die zu ihrer Meinung – Ablehnung der in Heimatland herrschenden, einengenden Regeln – steht. Aber auch  Nevas persönliche Probleme spielen eine wichtige Rolle, wie Liebe, Ärger mit den Eltern und Freundschaft, so dass man sich gut in sie hineinversetzen kann.

Außerdem ist es sehr interessant zu erfahren, wie diese zukünftige Welt aussieht, in der Neva lebt. Sara Grant beschreibt Heimatland sehr überzeugend. Sie stellt die Probleme des abgekapselten Landes dar und zeigt, wie Propaganda schleichend und durch minimale Veränderungen die Bürger beeinflusst.

Besonders überzeugend fand ich, dass die meisten Charaktere nicht nur gut oder schlecht dargestellt sind, sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte und überraschen den Leser und Neva, im positiven und negativen Sinne.

Dadurch, dass der Protest sehr gefährlich ist, wird die Geschichte besonders in der zweiten Hälfte sehr spannend. Ein Ereignis jagt das nächste, so dass ich das Buch kaum noch  aus der Hand legen konnte. Dank des sehr flüssigen Schreibstils und der dichten Atmosphäre liest sich „Neva“ sehr leicht und schnell weg.

Allerdings finde ich es sehr schade, dass es keinen zweiten Band von „Neva“ geben wird. Viele Fragen sind offen geblieben. Zwar regt dies die Fantasie des Lesers an, doch hätte es mich sehr interessiert, wie z.B. die Zukunft verschiedener Personen ausgesehen hätte.

Alles in allem ist „Neva“ ein spannender, dystopischer Roman, der beschreibt, was passieren kann, wenn sich ein Land vom Rest der Welt abkapselt.

Vielen herzlichen Dank an den PAN-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Buchinformationen

Titel: „Neva“

Reihe: –

Autorin: Sara Grant

Verlag: PAN

ISBN: 978-3426283486

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Kommentare zu: "„Neva“ von Sara Grant [Rezension]" (1)

  1. […] E-Book beinhaltet zwei Kurzgeschichten, die in der Welt von „Neva“ (Rezension hier: Klick!) spielen. Sie heißen „Befreiungstag“ und „Widerstand“, sind zusammen knappe 25 Seiten lang […]

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