„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Seit einem Jahr ist Lucca tot. Für seine Freundin Brooklyn und seinen Bruder Nico ist seit dem nichts mehr, wie es vorher war. Sie trauern, jeder auf seine Weise. Doch seit noch ein Junge aus der Schule gestorben ist, quälen Brooklyn Albträume und Lucca erscheint seinem Bruder als Geist. Er bittet Nico Brooklyn zu helfen.

„In Liebe, Brooklyn“ von der US-amerikanischen Autorin Lisa Schroeder ist eine bewegende Geschichte über Trauer, Verlust, Liebe und einen Weg zurück ins Leben.

Anfangs war ich skeptisch, was die Versform der Geschichte betrifft. Schon beim ersten Durchblättern fällt sie auf. Die Geschichte liest sich erstaunlicher Weise, trotz dieser Form, angenehm flüssig, wie ein „normaler“ Roman. Während des Lesens wird dann die Wirkung dieser ungewöhnlichen Zeilenform erst deutlich. Die Buchstaben in Wörtern wie „tanzen“ sind versetzt über mehrere Zeilen geschrieben, so dass sie wirklich zu tanzen scheinen. Außerdem eröffnen Leerzeilen im Text Raum für eigene Gedanken und Gefühle, die in der Geschichte nicht explizit benannt werden, sich beim Lesen aber entwickeln. Dieser Stil – das Layout dem Inhalt anzupassen – wirkt nicht nur poetisch, sondern intensiviert die Gefühle.

Überhaupt birgt die Geschichte viele verschiedene Empfindungen, die mir während des Lesens sehr nahe gingen. Trauer und Verzweiflung über Luccas Tod, Angst vor den Träumen und Hoffnung und Zuneigung – alle Gefühle durchlebte ich während des Lesens mit. Doch die Trauer ist nicht erdrückend, denn es schwingt immer ein sensibler Humor mit, der mich während der Geschichte immer wieder lächeln ließ, egal wie traurig die Situation gerade war.

Durch die kleinen Seiten – das Buch ist ungefähr Postkarten groß – und den wenigen Text auf den einzelnen Seiten, ist die Geschichte relativ kurz. Die Autorin erzählt eine Geschichte mit wenigen Worten, doch schafft sie es dadurch viel mehr auszudrücken, als durch lange Beschreibungen. Es wird abwechselnd aus Brooklyns und Luccas Perspektive erzählt, wodurch ich mich beiden sehr nahe fühlte und sehr intensiv mit ihnen mitfühlen konnte.

„In Liebe, Brooklyn“ hat mich überrascht, denn das Buch ist nicht nur von außen wunderschön anzusehen, sondern birgt auch einen bewegenden und berührenden Inhalt.

Vielen Dank an lies und lausch und den loewe-Verlag für das Leserundenexemplar!

429 Seiten

loewe

„In Liebe, Brooklyn“ auf amazon

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Kommentare zu: "„In Liebe, Brooklyn“ von Lisa Schroeder [Rezension]" (1)

  1. […] „In Liebe, Brooklyn“ von Lisa […]

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