„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


2125. Kyria ist die Tochter einer hochrangigen Politikerin NuYus – New Europes. Wegen eines Gendefekts bleiben ihr nur noch wenige Wochen zu leben, woraufhin sie beschließt, aus der totalen Überwachung zu fliehen. Sie möchte einmal erleben, was es heißt frei zu sein. An der Seite Rebs, eines jungen Rebellen, macht sie sich auf dem Weg in ein Reservat fernab von NuYu. Dort führen die Menschen ein bäuerliches Leben, wie in längst vergangenen Zeiten. Doch Kyria wird verfolgt, auch von und durch künstlich veränderte Seuchen…

In ihrer Dystopie „Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt“ erzählt Andrea Schacht die spannende Geschichte zweier junger Erwachsener, die aus unterschiedlichen Gründen und auf unterschiedliche Weise gegen das System rebellieren, was ungeahnte Konsequenzen hat.

Von Beginn an ist die Geschichte fesselnd. Man lernt Kyria und ihre enge, kontrollierte Welt kennen und versteht ihre Entscheidung zur Flucht. Die ständige Kontrolle Kyrias steht symbolisch für die Kontrolle aller Menschen NuYus. Zwar ist die medizinische Versorgung gut und das Leben sich, aber zu einem hohen Preis: dem Verlust der Freiheit.

Die zukünftige Welt wird interessant geschildert. Sie ist von Frauen dominiert und wird von ihnen regiert. Männer spielen nur eine untergeordnete Rolle, denn sie werden unterdrückt und kleingehalten, was natürlich nicht offiziell so dargestellt wird. Aber eben diese Unterdrückung führt zu vielen Problemen, wie Flucht, Gewalt und Ausgrenzung. So ist „Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt“ auch ein Appell niemanden zu unterdrücken, weder Männer noch Frauen, weil das zwangsläufig zu Konflikten führt.

Abgesehen davon steht Kyria im Mittelpunkt der Geschichte. Sie entdeckt ein ganz neues Leben in den Reservaten und erfährt, welch Intrigen in NuYu gesponnen werden und dass sie selbst davon betroffen ist…

Sie macht eine interessante und glaubwürdige Entwicklung durch, was nicht zu Letzt an Reb liegt. Er hat eine sehr raue Schale und ist ziemlich speziell. Anfangs war er mir nicht sonderlich sympathisch, was daran liegt, dass er schwer zu durchschauen ist und sich nur sehr langsam öffnet.

Die Dialoge zwischen Kyria und Reb sind durch kurze Wortwechsel gekennzeichnet, was etwas gewöhnungsbedürftig war. Jedoch ist das einfach Rebs Art, auf die Kyria geschickt eingeht und sich nichts bieten lässt. Dadurch kommt es immer wieder zu Schlagabtauschen, die mich schmunzeln ließen. Demgegenüber wirkte die Sprache zwischen Kyria und ihrer Mutter etwas gestelzt und von Abstand geprägt, was ihr Verhältnis sehr gut widerspiegelt. Die Autorin versteht es die Sprache als Mittel einzusetzen, um Beziehungen näher darzustellen.

Auch die Beschreibungen des Reservats sind fantastisch gelungen. Ich konnte förmlich die Sonne auf der Haut spüren und ganz in die Geschichte eintauchen.

„Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt“ ist der erste Teil einer Trilogie. Ich bin sehr gespannt, wie es mit den beiden weitergeht, denn die Geschichte war fesselnd, spannend und auf eine raue Art wunderbar romantisch.

Vielen Dank an Lies und Lausch und den Ink-Verlag für das Leserundeexemplar!

381 Seiten

Ink

„Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt“ bei Amazon

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Kommentare zu: "„Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt“ Andrea Schacht [Rezension]" (4)

  1. Das steht auf meiner Kaufichdemnächst-Liste ;o) Schöne Rezi.

    LG Andrea

  2. […] “Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt” Andrea […]

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