„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


June ist das Ausnahmetalent der Republik. Sie ist äußerst intelligent, geschickt und besitzt eine phänomenale Beobachtungs- und Auffassungsgabe. Deshalb erhält sie das beste Studium, das die Republik zu bieten hat: June wird zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern ausgebildet. Um den Tod ihres Bruders zu rächen, jagt sie den meistgefürchtetsten Verbrecher der Republik Day unerbittlich. Doch als sie ihn aufspürt und kennenlernt, beginnt sie zu zweifeln, nicht nur am Tod ihres Bruders, sondern auch an der Republik selbst. Ist alles, was sie zu wissen glaubt, nur eine Lüge?

„Legend – Fallender Himmel“ ist der Auftaktroman der dystopischen Trilogie der us-amerikanischen Autorin Marie Lu, um June und Day, die gemeinsam zu einer Legende werden könnten.

Schon von der ersten Seite an ist der Leser mitten im Geschehen. Es baut sich sofort Spannung auf, die zum Weiterlesen anregt. Genauso verhält es sich während der ganzen Geschichte. Es tauchen immer wieder Probleme oder Rätsel auf, die gelöst werden müssen, was meist tempo- und actionreich geschieht. Allerdings ist das Erzähltempo nicht überhastet, sondern angenehm schnell. Überraschende Erkenntnisse geben der Geschichte immer wieder neue, meist unvorhersehbare Wendungen. Einiges ahnt man, anderes trifft nicht nur die Protagonisten ganz unerwartet.

Man liest abwechselnd aus Days und Junes Perspektive, sodass man erfährt, was sie bewegt, was sie denken und wer sie sind. Dadurch kann man die Handlungen beider Personen nachvollziehen. Außerdem ist es spannend beide zu kennen, bevor sie sich gegenseitig kennen. Dadurch entdeckt man Parallelen zwischen den Charakteren und Ungereimtheiten, bevor sie den beiden klar sind. Beide Charaktere sind sehr interessant beschrieben. Trotz ihrer Intelligenz, der ausgezeichneten Beobachtungsgabe und der Fähigkeit sich chamäleonhaft zu tarnen, sind sie keineswegs perfekt. Sie verändern sich über die Dauer der Geschichte hinweg und sind somit nicht statisch.

Die dystopische Welt, die die Autorin in „Legend“ geschaffen hat, ist mit ihrem alles umgreifenden Militarismus zu einem großen Teil erschreckend und grausam. So ist June mit ihren 15 Jahren bereits eine perfekt ausgebildete „Kampfmaschine“. Gleichzeitig lebt der größte Teil der Bevölkerung der Republik in Armut. Kinder leben auf der Straße und suchen in Mülltonnen nach Essen. Außerdem grassiert ständig eine Seuche. Wenn man all diese Umstände betrachtet, wird man schnell feststellen, dass einige schreckliche Aspekte schon heute Realität sind und andere durchaus denkbare Zukunftsversionen wären.

„Legend“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt und begeistert. Die Charaktere, die Handlung, die Sprache und die dystopische Welt sind alle durchweg gelungen, was mich gespannt auf den zweiten Teil warten lässt.

Vielen Dank an den Loewe Verlag und Lies und Lausch für das Leserundenexemplar!

Loewe

368 Seiten

„Legend“ auf Amazon

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Kommentare zu: "„Legend 01. – Fallender Himmel“ von Marie Lu [Rezension]" (1)

  1. […] “Legend 01. Fallender Himmel” von Marie Lu […]

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