„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Kendira lebt in Liberty 9. Einem Valley, das in völliger Abgeschiedenheit liegt, streng bewacht vor den gefährlichen Nightraidern. In Liberty 9 werden 200 Auserwählte, sogenannte Electoren, ausgebildet, um im Lichttempel der erhabenen Macht zu dienen. Doch als Kendira Dante kennenlernt, einen Servanten, der wie ein Sklave behandelt wird, beginnt sie zu zweifeln und Fragen zu stellen. Wofür genau werden die Electoren ausgebildet? Doch Zweifel sind lebensgefährlich, was den Electoren immer wieder demonstriert wird…

„Liberty 9. Sicherheitszone“ von Rainer M. Schröder ist der Auftakt einer dystopischen Trilogie um Kendira, Dante, ihre Freunde und um die geheimnisvolle Sicherheitszone, namens „Liberty 9“.

Zu Beginn kam ich schwer in die Geschichte hinein. Es werden viele Dinge, wie ein Kletterfelsen, die Gebäude, Schlafsäle oder die Aufstellung beim Morgenappell beschrieben. Da sich diese Beschreibungen über mehrere Seiten ziehen, kommt die Handlung zunächst zu kurz, wodurch die Geschichte etwas stagniert. Einige Beschreibungen sind wirklich gelungen und regen das Vorstellungsvermögen und die Fantasie an, andere hätte man jedoch auch weglassen können. So brauchte die Geschichte gute 150 Seiten, bis sie mich zu fesseln begann.

Doch nachdem ich den Anfang überwunden hatte, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Der Autor schafft es darzustellen, wie sich Zweifel langsam aber sicher in Kendira festsetzen, zu wirken beginnen und wie die junge Electorin anfängt nachzudenken. Dieser Prozess ist nachvollziehbar beschrieben, über die Stufen von Ablehnung bis zum Begreifen. Außerdem wird klar, wie existenziell dieser Prozess für Kendira ist. Schließlich beginnt sie, ihre ganze Lebenswirklichkeit zu hinterfragen. Dabei steht man als Leser zusammen mit Kendira vor vielen Rätseln. Genauer genommen gibt es mehr Dinge, die man nicht weiß, als solche, die man mit Sicherheit feststellen kann, was für mich manchmal etwas frustrierend war.

Überraschende Wendungen lenken die Geschichte immer wieder in unvorhersehbare Bahnen und bescheren dem Leser Schrecksekunden. Dank des flüssigen Schreibstils lässt sich die Geschichte auch relativ leicht lesen, wären da nicht die vielen Fehler: manchmal fehlen Wörter, manchmal stehen falsche da. Über diese stolpert man des Öfteren, was den Lesefluss unterbricht.

Die Geschichte wird weder von Kendira, noch von Dante erzählt, sondern von einem allwissenden Erzähler. Dadurch bleibt eine gewisse Distanz zu den Protagonisten, allerdings lernt man so auch Kendiras Freunde Nekia und Carson besser kennen.

Insgesamt handelt es sich bei „Liberty 9. Sicherheitszone“ um eine spannende Dystopie, die am Anfang schwächelt. Wenn man diesen jedoch überwunden hat, erwartet einen eine spannende, erschreckende, interessante und fesselnde Geschichte.

Vielen Dank an LiesundLausch und den cbj-Verlag für das Leserundenexemplar!

496 Seiten

cbj

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Kommentare zu: "„Liberty 9. Sicherheitszone“ von Rainer M. Schröder [Rezension]" (1)

  1. […] Rezension zu “Sicherheitszone” (Liberty 9 #1) […]

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