„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Als Drus Vater eines Abends nicht nach Hause kommt, ahnt sie Schlimmes. Er war losgezogen um etwas Altes, Gefährliches und Böses unschädlich zu machen. Und tatsächlich: Nach einer durchwachten Nacht kehrt er zurück – jedoch tot, als halb verwester Zombie. Für Dru bricht eine Welt zusammen, denn nun hat sie niemanden mehr und ist auf sich allein gestellt.

„Verflucht“ ist der erste Teil der Strange-Angels-Trilogie der US-amerikanischen Autorin Lili St. Crow.

Etwas skeptisch war ich schon, da der Roman als Zombieroman beworben wurde und ich zuvor noch kein Zombiebuch gelesen hatte. Gleich am Anfang taucht dann auch einer auf, was sehr eklig dargestellt wird. Schlimm genug, dass es sich bei dem Zombie um Drus Vater handelt, doch dann wird sein halb verfaultes Gesicht und der Verwesungsgeruch ausführlich beschrieben. Die ganze Szenerie empfand ich als ziemlich abstoßend, zum Glück war es jedoch fast die einzige und schlimmste der Geschichte.

Was mich jedoch wirklich störte, war der Stillstand der Handlung im ersten Drittel des Buches. Alles wirkt hoffnungslos, ziellos und unendlich bedrückend, ohne Aussicht auf Besserung. Sicherlich fühlt sich die Situation für Dru so an, doch auch ich als Leserin fühlte mich so bedrückt und orientierungslos in der Geschichte, dass ich das Buch für eine ganze Weile zur Seite legte.

Eine letzte Chance wollte ich der Geschichte doch noch geben, deshalb las ich weiter und es wurde tatsächlich besser. Graves, ein Bekannter aus der Schule, gibt Dru schon ein bisschen Halt und auch eine Aufgabe, doch als Christophe, ein Djamphir (= Halbvampir), auftaucht nimmt die Geschichte nicht nur Fahrt auf, sondern wird in eine Richtung gelenkt, denn er nimmt sich Drus an und hilft ihr. Er ist sehr geheimnisvoll, schwer zu durchschauen und sieht (natürlich ;)) blenden aus. Zusammen mit Graves und Dru bilden die drei ein ungleiches, aber unterhaltsames und schlagkräftiges Team.

Des Weiteren werden in der Geschichte Waffen ausführlich beschrieben, genau wie die diversen Verletzungen der Protagonistin. Blaue Flecken und Schmerzen in jeglichen Körperteilen sind beinahe normal, werden aber immer wieder genannt. Mit den Nebenfiguren wird auch nicht zimperlich umgegangen, denn von ihnen sterben einige.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und liest sich gut. Wenn man kein Problem mit einigen ekligen Szenen, Waffen, daraus resultierender Gewalt hat, kann man eine spannende, fantastische Welt entdecken, in der viele Wesen, wie Kakerlaken- und Poltergeister oder Werwölfe, Nosferatu und Djamphire lauern.

Vielen Dank an den PAN-Verlag für das Rezensionsexemplar!

384 Seiten

PAN

„Verflucht“ bei Amazon

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Kommentare zu: "„Strange Angels 01. Verflucht“ von Lili St. Crow [Rezension]" (1)

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