„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


August ist anders. Durch einen genetischen Defekt ist sein Gesicht entstellt. Daran konnten auch die vielen Operationen nur bedingt etwas ändern, die er von klein auf ertragen musste. Bisher wurde August von seiner Mutter zu Hause unterrichtet, doch nun soll er in die fünfte Klasse einer normalen Schule gehen. Auch wenn August weiß, dass die meisten seiner Mitschüler nicht absichtlich gemein zu ihm sind, fällt es ihm doch manchmal schwer die Blicke, das Getuschel und die Sticheleien zu ertragen.

In „Wunder“ erzählt Raquel J. Palacio auf wunderbar einfühlsame Weise die große Geschichte eines kleinen Jungen, die die Augen öffnet und welche mich vom Anfang bis zum Ende in seinen Bann zog.

Gleich zu Beginn wurde mir August sympathisch, indem er in einer erfrischenden, lustigen Art die Geschichte seiner Geburt erzählt. Diesen kindlichen, offenen und ehrlichen Humor, der sich dabei zeigt, behält er während der ganzen Geschichte bei, auch wenn er es nicht immer leicht hat.

Einerseits ist es erschreckend quasi am eigenen Leib mitzuerleben, wie August ausgegrenzt wird, nur weil er anders aussieht. Die Engstirnigkeit und die Vorurteile machten mich, genau wie Augusts Schwester, wütend. Dass man ihn erschreckt, überrascht oder mitleidig anblickt, konnte ich noch nachvollziehen, für andere (sehr realistische) Vorfälle kann man sich allerdings nur noch fremdschämen.

Allerdings regt die Geschichte gerade dadurch auch zum Nachdenken an. Darüber wie man selbst handeln würde und wie man solch engstirnigen Menschen begegnen würde. August beweist dabei eine unglaubliche innerliche Größe, wodurch man von dem kleinen Jungen eine Menge lernen kann. Es ist einfach erstaunlich zu erleben, wie souverän August selbst mit verletzenden Situationen umgeht.

Interessant fand ich auch die Perspektivwechsel, denn man liest nicht nur aus der Sicht Augusts, sondern auch z.B. aus der seiner Schwester oder seiner Freunde. Dadurch erhält man als Leser noch einmal eine ganz andere Sicht auf manche Situationen, Personen und auf August selbst.

Während mir die ganze Geschichte schon sehr nahe ging, berührte mich das Ende besonders. Es fasst den ganzen Roman in einer bewegenden Rede des Schulleiters zusammen und macht deutlich, dass es im Leben um mehr geht, als um das Äußerliche.

„Sollen wir eine neue Lebensregel aufstellen … wollen wir immer versuche, ein bisschen freundlicher zu sein als unbedingt nötig?“ J. M. Barrie (aus „Wunder“)

Die Geschichte handelt ganz entscheidend auch von Familie, Freundschaft, Liebe und Freundlichkeit.

„Wunder“ hat mich überrascht, bewegt, mir die Augen ge- und ganz neue Perspektiven eröffnet, mich zum Nachdenken angeregt und dabei tief berührt. Ein wahrhaft WUNDERbares Buch!

 5

Vielen Dank an LovelyBooks und den Hanser Verlag für das Leserundenexemplar!

Mr. Browns Maximen (aus „Wunder“)

Oktober: Eure Taten sollen eure Denkmäler sein.

März: Freundliche Worte kosten nicht viel. Und doch erreichen sie viel. (Blaise Pascal)

384 Seiten

„Wunder“ bestellen beim Hanser Verlag

 

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