„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Antonias Leben ist alles andere als einfach: Die 15-Jährige geht auf eine Mädchenschule, die von Nonnen geleitet wird und muss ihrer erzkatholischen, strengen, italienischen Mutter im familieneigenen Lebensmittelladen helfen und dabei noch ihre nervigen Cousinen ertragen. Wie soll sie es dabei noch schaffen, endlich von ihrem Schwarm Andy Rotellini geküsst zu werden, der noch nicht mal bemerkt hat, dass es sie gibt?! Deshalb macht Antonia das, was sie schon seit ihrem siebenten Lebensjahr tut: Sie betet zu den Heiligen, z.B. zur heiligen Teresa, der Schutzheiligen für  Anmut. Da es über 5000 Heilige gibt, sollte man meinen, dass für jede Situation der passende zur Verfügung stünde, doch weit gefehlt. So gibt es niemanden für den Kuss, weshalb sich Antonia per Eilbrief an den Papst selbst vorschlägt…

Nachdem mir „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ sehr gefiel und mich berührte, machte mich auch Donna Freitas neues Buch „Antonia Lucia Labellas brillanter Plan“ mit seiner ungewöhnlichen und vielversprechenden Idee neugierig.

Schon nach dem ersten Brief an den Papst, in dem sich Antonia für einen „Schutzpatron für Feigen und Feigenbäume“ ausspricht, wusste ich, dass mir das Buch gefallen würde. Ich schloss Antonia mit ihrer offenen, direkten und unschuldigen Art sofort ins Herz. Sie meint fast alles, was sie sagt und schreibt ernst, wodurch die Geschichte einfach zuckersüß und herrlich lustig zu lesen ist.

Obwohl ich weder katholisch, noch evangelisch oder anderweitig gläubig bin, fand ich es richtig interessant und spannend zu lesen, was es alles für Heilige gibt. Antonia ist auf diesem Gebiet eine wahre Expertin, so betet sie z.B. mal zum heiligen Expeditus (Schutzheiliger gegen Verzögerungen), zum heiligen Sebaldus (Schutzheiliger gegen Kälte) oder zum heiligen Sebastian, dem Schutzpatron für Sportler. Die Gebete haben mitunter ganz unerwartete Wirkungen…

Ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen, denn in der kleinen verrückten, italienischen Familie fühlte ich mich sehr wohl. Neben der strengen Mutter, die Lucia nur mit komplett bedeckten Armen und Beinen aus dem Haus lässt, gibt es noch die liebe, vergessliche Oma und eine beste Freundin, wie sie sich jedes Mädchen nur wünschen kann. Dank der gemeinen Cousinen und einiger überraschender Wendungen wird es beim Lesen nicht langweilig. Einiges ahnte ich bereits vorher, von anderen Ereignissen wurde ich genauso überrumpelt, wie Antonia.

„Antonia Lucia Labellas brillanter Plan“ hat mich vom Anfang bis zum Ende begeistert, denn Antonia ist ein außergewöhnliches Mädchen mit einem ungewöhnlichen Ziel, welches sie mit Feuereifer verfolgt und mich dabei sehr oft zum Schmunzeln und zum Lachen brachte.

5

Rezension zu „Wie viel Leben passt in eine Tüte“

Vielen Dank an den Gabriel Verlag und BdB-logo-small2 für das Rezensionsexemplar!

304 Seiten

„Antonia Lucia Labellas brillanter Plan“ bestellen auf Thienemann.de

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