„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Als Frauenärztin schon wieder ungeplant schwanger?! Eine wahre Geschichte, noch lustiger als die Schwarzwaldklinik …

»Ich schwöre: Ich bin lieb! Wirklich! Aber mit Nierenschalen zu werfen – das geht dann doch ein bisschen zu weit. Also schrei ich: ›Frau Pharma? FRAU PHARMA! Es reicht jetzt! Pressen Sie mal, statt hier so rumzufurien!‹ Frau Pharma ist das aber so was von egal!
›Ich press nich mehr, Frau Dokta! Ich will JETZT ´nen Kaiserschnitt! Abba sofoooort!‹
Dann wirft sie mir noch eine ganze Batterie von Schimpfwörtern an den Kopf, deren Bedeutung ich erst googlen muss, bevor sie – und JETZT wird es lustig – einfach aufsteht und davonstürmt …« 

Ärzte sind auch nur Kollegen im Kittel: Erleben Sie die Klinik als verrücktes Großraumbüro mit strengen Oberschwestern, attraktiven Chefärzten und vielen tollen Geburten! (Quelle: Fischerverlage.de)

In „Dann press doch selber, Frau Dokta!: Aus dem Klinik-Alltag einer furchtlosen Frauenärztin“ erzählt Dr. Josephine Chaos Geschichten aus ihrem Job als Gynäkologin, die für ihr Leben gern in einer mittelgroßen Klinik irgendwo in Deutschland arbeitet.

Zurzeit erscheinen recht viele Bücher in denen Lehrer und Ärzte, die mitunter bloggen, von Erlebnissen aus ihrem Berufsleben erzählen. Bis „Dann press doch selber, Frau Dokta!“ hatte ich noch kein solches Buch gelesen, denn so richtig spannend und interessant klangen sie für mich nicht. Als sich mir jedoch die Chance bot Dr. Chaos Geschichte zu lesen, wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, was sich wirklich gelohnt hat!

Anfangs empfand ich den Schreibstil durch Äußerungen, wie das häufige „Ächt jetzt!“ und ziemlich lange Sätze als gewöhnungsbedürftig. Jedoch werden diese nach der Einführung in Dr. Chaos Berufs- und Familienleben deutlich kürzer, sodass sich die Geschichte flüssig lesen lässt. Ab genau diesem Zeitpunkt packte mich das Lesefieber!

Dr. Chaos erzählt nämlich so voller Leidenschaft von den lustigen, anstrengenden, ekligen und wunderschönen Momenten als Frauenärztin, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Sie gibt z. B. die Dialoge mit Patientinnen und Kollegen sehr direkt wieder, ergänzt um ihre eigenen Gedanken, die einen recht trockenen Humor widerspiegeln und mich oft laut zum Lachen brachten. Es hat einfach Spaß gemacht zu lesen, wie unterschiedlich und unmöglich Frauen in einer solchen Ausnahmesituation, wie der Geburt eines Kindes, reagieren (siehe Frau Pharma). Aber auch ihr eigenes Familienleben und die vierte ungeplante Schwangerschaft kommentiert Frau Dr. Chaos wunderbar amüsant.

Ein wenig störte mich, dass Dr. Chaos an den meisten ihrer Kollegen kaum ein gutes Haar lässt. Die eine ist zu weinerlich, der andere zu faul, die nächste nur auf ihr Äußeres bedacht. Im Laufe der Geschichte wird jedoch klar, dass zumindest der Chef und der Anästhesist sympathisch sind, und die eine oder andere Schwester und Hebamme ebenfalls.

Als sehr interessant empfand ich es, die „andere Seite“ der Geburtsstation kennenzulernen. Durch Geburtsberichte von bloggenden Müttern, Serien im Fernsehen von werdenden Müttern sowie aus Erzählungen meiner Eltern und Großeltern kenne ich zwar indirekt die Seite der „Gebärenden“, aber der Blickwinkel von der anderen Seite des Stuhls ist aufschlussreich und spannend (denn es kann auch eine Menge schief gehen).

Insgesamt hat mir „Dann press doch selber, Frau Dokta“ sehr gefallen, denn die Mischung aus hektischem und überraschendem Klinikalltag, Schwangerschaftsbeschwerden, der sympathischen und lustigen Familie und dem (nach einem etwas holprigen Beginn) herrlich nüchternen Schreibstil hat mich gefesselt und gut unterhalten.

Unter http://josephinechaos.wordpress.com/ könnt ihr in das Leben und die Geschichten von Frau Dr. Chaos reinschnuppern. Dort erzählt sie ihre lustigen, bewegenden und manchmal unglaublichen Erlebnisse.

4

Vielen Dank an den Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar!

256 Seiten

„Dann press doch selber, Frau Dokta!“ bestellen

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