„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Jay ist ein Einzelgänger, der sich hinter seiner Musik vor der Welt versteckt. Rachel hingegen ist ständig aggressiv und lässt sich nichts sagen, erst recht nicht von Erwachsenen. Doch vom Glits sind beide gleichermaßen fasziniert. Der Glits ist ein Wesen, dessen Stimme klingt, als würden Wale singen und durch das man beinahe hindurchsehen kann. Es ist geheimnisvoll, faszinierend und verändert die Menschen in seiner Umgebung. Für den Geheimdienst stellt es eine Bedrohung dar, für die Presse ist eine Sensation. Doch was will es? Und warum kann es nur von wenigen Menschen verstanden werden?

„Glits“ von Robert Wolfe ist ein ungewöhnliches Buch. Es erzählt die aufwühlende Geschichte eines Wesens, das die Erde besucht, um die Menschen kennenzulernen und dabei möglicherweise mehr über uns lernt, als wir selbst zu wissen glauben.

Von Anfang an ist die Geschichte verwirrend und rätselhaft. Was ist der Glits für ein Wesen? Wo kommt er her? Wo geht er hin? Bis zum Ende stellen sich viele Fragen, von denen viele offenbleiben und zum Nachdenken anregen. Da der Glits die Menschen kennenlernen will, hat der Roman philosophische Züge. Ich fragte mich oft, was der Glits wohl für Erfahrungen gewonnen hat und was uns Menschen ausmacht.

Die Umsetzung des Themas ist dabei durch und durch ungewöhnlich. Der Glits selbst ist ein Element, das aus einem SciFi-Roman stammen könnte, trotzdem wirkt die Geschichte fast immer realistisch. So wird der Umgang des Geheimdienstes und der Presse mit dem außergewöhnlichen Wesen sehr glaubhaft dargestellt.

Neben der Haupthandlung baut der Autor immer wieder kleine Randgeschichten in den Roman ein, die wie Momentaufnahmen wirken. Es wird z.B. das kurze Leben eines Habichts und dessen Bedeutung für die Geschichte beschrieben oder ein Foto, dass seinen Betrachter auch noch Jahre nach der Aufnahme berührt.

Allerdings hätte ich mir gewünscht, die Protagonisten Jay und Rachel besser kennenzulernen. Mich hätte interessiert, warum Rachel so aggressiv ist, was sie so wütend macht und wie es mit den beiden Jugendlichen weitergeht.

„Glits“ ist definitiv anders. Anders als viele Bücher mit fantastischen Elementen, die zurzeit erscheinen und anders, als herkömmliche SciFi-Romane. Es ist ein bisschen verrückt und abgedreht, aber gerade diese Eigenart, gemischt mit dem philosophischen Grundtenor, gefiel mir sehr gut.

Wenn man sich auf die ungewöhnliche Handlung einlassen kann und akzeptiert, dass man nicht alles versteht und erfahren wird, wird man eine besondere, berührende und schöne Geschichte entdecken.

4

Vielen Dank an den Thienemann Verlag und Lies und Lausch für das Leserundenexemplar!

288 Seiten

„Glits“ im Thienemann Onlineshop kaufen

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