„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Zwei Jahre liegt der Tod von Ilkas Bruder zurück und ebenso lange ruht sein Nachlass ungesehen von der Öffentlichkeit in einem Haus am Rande der Stadt. Doch als Ilka diese Bilder zum ersten Mal sieht, katapultiert sie das in ihre schreckliche Vergangenheit zurück. Nicht nur in ihrem Inneren bricht eine Welle des Schreckens los, sondern auch um sie herum: Der Mitarbeiter des Nachlassverwalters wird ermordet aufgefunden. Während auch in den Medien die alten Geschichten aufgewärmt werden, versuchen Jette und Merle Ilka zu retten – vor sich selbst, vor der Vergangenheit und vor dem Mörder…

Ich war gespannt auf Jettes sechsten Fall „Der Bilderwächter“, in dem Ilka von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, da ich bereits zwei Bücher (Band 1 und 3) aus der Jette Reihe begeistert gelesen habe. Genau darin lag auch eine kleine Unsicherheit meinerseits, schließlich lagen einige Bände zwischen dem letzten Buch, das ich kannte und dem aktuellen. Aber ich konnte schnell feststellen, dass es kein Problem darstellt, quasi „nicht auf dem Laufenden zu sein“, denn alles Wichtige wird erklärt. Und zwar auf so geschickte Art und Weise, dass ich jetzt sehr neugierig auf die anderen Geschichten bin :)

Im „Bilderwächter“ steht Ilka im Mittelpunkt, während Jette nur eine Nebelrolle spielt. Man kommt Ilka während des Lesens sehr nah, denn ihre Gefühle und Gedanken werden sehr detailliert dargestellt. Dadurch erhält man einen tiefen Einblick in ihre Seele. Diese emotionale Tiefe ist für mich das Besondere an den Jette-Krimis, denn auch bei den anderen Figuren spürt man sie: Alle haben ihre eigenen Geschichten und Beweggründe, die immer wieder angeschnitten werden.

Allerdings empfand ich diese Geschichte als teilweise sehr schwermütig, da wirklich alle WG-Mitglieder, deren Partner und der Kommissar, die beiden alten Damen sowieso (also so ziemlich alle handelnden Personen) viele Probleme haben, die sich auch nicht so leicht lösen lassen. Vieles wirkt deprimierend, denn keinem ist z.B. eine „normale“ Beziehung vergönnt. An jeder Ecke lauert das nächste Drama, manchmal lautstark, manchmal ohne Worte.

Die Krimihandlung enttäuschte mich, denn wirklich spannend fand ich die Geschichte nicht. Es geht natürlich viel um Ilka und ihre Probleme, aber manchmal drehen sich diese im Kreis. Das wirkt zwar realitätsnah, ist aber auf knapp 480 Seiten mitunter langweilig.

Ich bin zwar etwas ernüchtert von dieser Geschichte, die ganze Reihe würde ich trotzdem nicht abschreiben, denn „Der Erdbeerpflücker“ und „Der Scherbensammler“ haben mich begeistert, was „Der Bilderwächter“ leider nicht vermochte.

2,5

Vielen Dank an BdB-logo-small2 und den cbt-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Hier könnt ihr das Buch bestellen: Klick!

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