„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse


Neuigkeiten verbreiten, über andere reden – Gossip-Girl Chelsea liebt es. Als sie auf einer Party Zeugin einer intimen Situation wird, erzählt sie natürlich allen davon. Mit schrecklichen Folgen: Ihr Mitschüler Noah wird so zusammengeschlagen, dass er im Koma landet. Daraufhin ermittelt die Polizei und Chelsea wird von allen gemieden. Um ihren Fehler nicht zu wiederholen, legt sie ein Schweigegelübde ab, genau wie der buddhistische Mönch, über den sie gelesen hat. Manche hassen sie dafür aber plötzlich öffnen sich in ihrer stillen Welt Türen: zu einem wunderbaren Jungen, zu Menschen, die ihr verzeihen könnten. Vorausgesetzt, sie kann sich selbst verzeihen.

In „speechless“ erzählt Hannah Harrington eine ungewöhnliche Geschichte darüber, was es für Folgen haben kann, wenn Tratsch und Gerüchte keine Grenzen der Privatsphäre kennen.

Manchmal ist es besser zu schweigen. Doch das kann Chelsea überhaupt nicht, erst recht nicht nach mehreren Jelly Shots. Gleich zu Beginn erzählt sie ohne nachzudenken ihre neusten Enthüllungen, was schwerwiegenden Konsequenzen hat. Durch ihr völlig unüberlegtes Handeln und ihr Lechzen nach Aufmerksamkeit (besonders bei ihrer Freundin Kristen) war mir Chelsea anfangs sehr unsympathisch. Allerdings ist sie in der Lage ihr falsches Handeln zu reflektieren und zu einem couragierten Entschluss zu gelangen, der für sie selbst unangenehme Konsequenzen bereithält. Durch diese unterschiedlichen Charakterzüge zeichnet die Autorin ein realistisches Bild eines Mädchens, das sich selbst noch finden muss. Dieses Bild verändert sich im Laufe der Geschichte langsam. Als Leser begleitet man diesen Entwicklungsprozess, der sehr interessant zu lesen und mitzuerleben ist.

Chelseas ungewöhnliche Idee für unbestimmte Zeit zu schweigen, machte mich sehr neugierig. Von der Umsetzung wurde ich nicht enttäuscht: Es treten erwartungsgemäß Probleme mit Eltern und Lehrern auf, aber andere Personen überraschten Chelsea und mich, durch Offenheit und Akzeptanz. Am meisten aber überraschte Chelsea mit ihrer Selbstreflexion und ihrer daraus resultierenden Wandlung.

Trotz des ernsten Themas lässt sich der ungezwungene Schreibstil Harringtons sehr gut lesen. Viele lustige Gedanken und Einschätzungen von Chelsea, lockern die Geschichte immer wieder auf, auch wenn sie selbst nicht viel zu lachen hat. Ihre Mitschüler meiden sie, da sie über fast jeden irgendwann einmal getratscht hat. Das Thema des Buches sehe ich daher auch weniger im Mobbing, denn das Chelsea Ablehnung erfährt, nachdem sie viele Mitschülerinnen und Mitschüler bloßgestellt hat, ist verständlich, mal abgesehen von den hinterhältigen Aktionen ihrer früheren „Freunde“. Vielmehr ist „speechless“ meiner Meinung nach eine Geschichte um Verantwortung, denn Chelsea muss erkennen, dass man für Dinge, die man tut und sagt selbst verantwortlich ist und die Konsequenzen abwägen muss. Es ist aber auch eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und den Mut, etwas Ungewöhnliches zu wagen.

„speechless“ ist ein Buch, das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat, und das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann!

5

Vielen Dank an

BdB-logo-small2 &  für das Rezensionsexemplar!

„speechless“ bestellen: Klick!

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