„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Indigosommer“ von Antje Babendererde [Hörbuchrezension]


„Indigosommer“ Hörprobe

Smilla wird ein Jahr als Austauschschülerin in den USA verbringen, und um Land und Sprache schon ein bisschen kennenzulernen, reist sie bereits einige Wochen vor Schulbeginn zu Freunden der Familie, die in Washington leben. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen macht sie sich zum Surfen auf den Weg in das Indianerreservat La Push. Als sie dort den geheimnisvollen Conrad trifft, ist sie fasziniert und verliebt sich sofort, doch noch ahnt sie nicht, was ein Jahr zuvor am selben Strand geschah…

Antje Babendererde erzählt in ihrem Roman „Indigosommer“ die gefühlvolle Geschichte der jungen Smilla und des Quileute Conrad, die sich gegen alle Vorurteile und Unterschiede hinweg ineinander verlieben.

Smilla ist fast 16 Jahre alt und geht im Gegensatz zu ihren Bekannten, mit denen sie den Surftrip unternimmt, ohne Vorurteile auf die Quileute zu. Sie ist ein offenes und interessiertes Mädchen, die sich nicht nur für Strand und Surfen interessiert, sondern auch für die Menschen im Reservat. Anhand der anderen Figuren, besonders Josh und Alec, merkt man, wie tief Vorurteile gegenüber den Ureinwohnern noch immer vorhanden sind.

Smilla lässt sich davon jedoch nicht abschrecken, sondern lernt die Quileute kennen, besonders durch Conrad. Zusammen mit der Protagonistin lernt der Zuhörer die Ureinwohner kennen und erfährt viel über ihre Lebensweise und Probleme.

Antje Babendererde erzählt eine ebenso spannende, wie romantische Geschichte, denn dem Leser ist durch versteckte Andeutungen immer bewusst, dass etwas im letzten Sommer passiert ist, etwas Furchtbares zwischen Einheimischen und den Surfern.

Durch die beginnende Liebe zwischen Smilla und Conrad entwickelt sich Stück für Stück eine romantische, zärtliche und leise Atmosphäre, die oft sehr zerbrechlich wirkt. Sie spiegelt die Beziehung zwischen den beiden sehr gut wieder.

Verstärkt wird diese Stimmung durch die gefühlvolle Stimme Muriel Baumeisters. Sie versteht es trotz sehr nasaler Aussprache, an die man sich erst gewöhnen muss, Smillas Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Sie spricht oft sacht und zärtlich, was das ruhige und sympathische Wesen der Protagonistin unterstreicht, und schafft es die Geschichte in verschiedenen Nuancen und Facetten zu sprechen, was der an sich schon schönen Geschichte, zusätzlich eine intensive und zugleich ruhige Atmosphäre verleiht. Man fühlt sich Smilla sehr nah und hofft und bangt mit ihr.

Phillip Baltus als Conrad hingegen hat mir nicht so überzeugt. Am Ende eines Satzes hebt er oft die Stimme, anstatt sie zu senken, was mich sehr irritierte. Es zeigt zwar den Stolz Conrads, der aber schon durch den Text und die Geschichte genügend vermittelt wird.

Mit La Push hat die Autorin einen bekannten Schauplatz gewählt, denn selbst Smilla kennt das Indianerdorf aus „Twilight“. Doch diesmal wird der Ort nicht als romantisch verklärter Nebenkulisse dargestellt, sondern steht mit seinen Einwohnern, der Geschichte und der Kultur im Vordergrund.

Durch das Werwolf und Vampir Thema Stephenie Meyers kommt es immer wieder zu lustigen Anspielungen und auch über die Wolfslegende spielt eine Rolle. Doch in „Indigosommer“ werden dazu noch viele andere Aspekte der quileutischen Kultur angesprochen.

„Indigosommer“ ist somit nicht nur eine Surfergeschichte, sondern berichtet vielmehr über die teilweise traurige Wirklichkeit der letzten Quileute , eine Liebe, die sich über alle Konventionen hinweg setzt, und bringt dem Zuhörer eine ganze andere Kultur, die sich von der unsrigen sehr unterscheidet und voller Geheimnisse und Mythen steckt, nahe.

4

Ein herzliches Dankeschön an den JUMBO HÖRBUCHVERLAG für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

4 CDs (ca. 300 Minuten)

GOYA LIBRE (JUMBO)

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