„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Das Herz der Nacht“ von Ulrike Schweikert [Hörbuchrezension]


„Das Herz der Nacht“ Hörprobe

„Das Herz der Nacht“ von Ulrike Schweikert ist die Geschichte des Vampirs András Petru Báthory, der sich im Wien des 19. Jahrhunderts niederlässt, um dort ein Teil seiner Ewigkeit zu fristen.

Fürstin Therese Kinski ist verzaubert von dem jungen Mann, der so gar nicht wie alle anderen Adligen ist. Er ist charmant, kultiviert, humorvoll und legt Wert auf ihre Meinung und Gesellschaft. Doch sie ahnt nicht, dass der András ein dunkles Geheimnis in sich trägt.

András Existenz währt ewig und ist ewig einsam, bis er nach Wien kommt. Er beginnt tatsächlich zu leben, doch wer steckt hinter den geheimnisvollen Morden an jungen Frauen, deren Körper immer wieder blutleer aufgefunden werden? Sollte András etwa doch…

Zur Geschichte:

„Das Herz der Nacht“ ist ein historischer Vampirroman. Die Geschichte um András spielt um 1840 im kaiserlichen Wien.

Ulrike Schweikert schildert die Vergangenheit mit einer großen Faszination für Details. Gesellschaften, Häuser und Kleider versprühen den Charme einer längst vergangenen Zeit. Diese wurde jedoch sehr wahrheitsnah dargestellt, denn auch die Schattenseiten werden thematisiert. Da drei wichtige Personen weiblich sind, erfährt man, dass Frauen von Männern kaum geachtet wurden. Vergewaltigungen und Schläge waren alltäglich.

Doch mit Fürstin Therese Kinski wurde eine ganz besondere Figur erschaffen. Sie besitzt einen scharfen Verstand, ist humorvoll und unterwirft sich ihrem Gemahl nicht, auch wenn das oft körperliche Gewalt zur Folge hatte. Sie ist eine emanzipierte Frau und unterscheidet sich damit von vielen Frauen ihrer Schicht.

Ungewöhnlich ist, dass es neben András und Fürstin Kinski noch zwei wichtige Charaktere gibt: Karoline und Sophie. Wiederum zwei sehr interessante Persönlichkeiten.

Anfangs plätschert die Geschichte still und einfach schön vor sich hin. Ich wollte gar nicht mehr aufhören zu hören. Man wird in das alte Wien, im dem z.B. Johann Strauss noch lebt, hineingezogen und fühlt mit den verschiedenen Figuren. Doch plötzlich wird es richtig spannend und düster…

Graf András ist das Stereotyp eines begehrenswerten Vampirs, nicht nur die Fürstin erliegt schnell seinem Charme.

Zum Hörbuch:

Lutz Riedel (der auch Timothy Dalton, Richard Gere und Tom Wilkinson spricht) verleiht besonders dem Grafen eine herrliche raue, dunkle Stimme. Genau so stell ich mir einen über 200 Jahre alten Vampir vor. Er klingt als habe er schon viel mehr erlebt als ein „normaler“ Mensch begreifen kann. Riedel gibt dem Hörbuch einen ganz besonderen Charakter.

Aber auch der Gräfin verleiht er eine interessante Stimme. Sie klingt nicht verstellt und trotzdem irgendwie weiblich. Er setzt ihr Leid und ihre Schwärmerei liebevoll und vorsichtig um.

Und auch Karoline und Sophie haben ihre ganz eigene Betonung. Einzig Sophies Stimme klingt zu weilen etwas quengelig, was gerade anfangs nicht ganz zu ihrem Charakter passt.

Mein Fazit:

Lutz Riedel verleiht der Geschichte eine historische, stimmungsvolle Atmosphäre, die dem Buch Leben einhaucht und ihm einen ganz eigenen einzigartigen Charme verleiht, der den Hörer mitträumen und mit zittern lässt. Ein gelungenes Arrangement zwischen Geschichte und Sprecher!

4

AUDIBLE.DE

9,95€

15 Std. 05 Min.

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