„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Der erste Tod der Cass McBride“ von Gail Giles [Rezension]


Cass steckt in einer Kiste unter der Erde. Über ein Walky Talky, das an ihrer Hand befestigt ist, kann sie mit ihrem Entführer sprechen, doch womit hat sie das verdient? Was kann sie so Schlimmes getan haben, um auf solch furchterregende Weise bestraft zu werden? Hat es etwas mit David zu tun, der sie um ein Date bat, was Cass ablehnte und dass David am nächsten Morgen tot aufgefunden wurde? Hat sein Suizid etwas mit ihr zu tun?

Gail Giles konfrontiert den Leser in ihrem Psychothriller „Der erste Tod der Cass McBride“ mit einer schrecklichen Geschichte, einer grausamen Entführung und einem ungewissen Ausgang.Genug Stoff für viel Spannung!

Und so beginnt die Geschichte auch von Anfang an, denn Cass wurde bereits entführt und liegt in ihrem dunklen Grab, während ihr Kidnapper seelenruhig bei der Polizei sitzt. Von Anfang fragt man sich: Was ist mit Cass? Lebt sie? Wo ist sie? Die Fragen lassen einen bis zum Ende nicht los.

Es werden drei Erzählstränge gleichzeitig erzählt, einmal Cass in der Kiste, in der sie begraben liegt, dann Kyle der von der Polizei verhört wird und Detective Ben, der die Suche nach Cass leitet. Durch diese Montagetechnik lernt man die beiden Hauptcharaktere, besonders Cass, ganz genau kennen. Außerdem wird Spannung aufgebaut, da sie zeitlich versetzt passieren, aber unabhängig davon gemischt erzählt werden.

Der kurzweilige Roman hat mich sehr gefesselt, denn ich fand es sehr interessant, wie ein Mensch aus so unterschiedlichen Perspektiven dargestellt werden kann und wirkt. Es scheint beinahe so, als wäre Cass charakterlich auseinandergenommen worden, denn man erfährt so ziemlich alles über sie, die guten Seiten und die negativen Charakterzüge.

Ich konnte mich mit keiner Person identifizieren, denn auch Cass war mir nicht besonders sympathisch, so berechnend und oft abschätzig, deshalb nahm ich die Geschichte eher als Außenstehender auf, was aber nicht schlimm ist, denn es fühlte sich so ein bisschen an, wie den Sonntagskrimi zu sehen.

Die Atmosphäre war dauerhaft angespannt, sodass ich das Buch in beinahe einem Zug durchgelesen habe, was aufgrund der geringen Seitenzahl, 240, und einem flüssigen Schreibstil auch recht schnell ging.

Außerdem ist das Cover sehr interessant gemacht. Was auf den Bildern gar nicht deutlich wird, ist, dass der Schutzumschlag in der Mitte ausgeschnitten ist und der Einband so in der Mitte sichtbar wird. Eine schöne neue Idee.

Was mich allerdings störte, ist die Wortwahl an manchen Stellen, wie z.B. „arischer Typ“ oder „Endziel“. Die Wörter sind so negativ belastet, dass, wenn ich sie lese an gar nichts anderes denken kann, als an den nationalsozialistischen Zusammenhang.

Ansonsten hat mir die Geschichte gefallen, denn sie ist spannend, gruselig, sehr erschreckend und bietet somit, was man von einem guten Psychothriller erwartet.

4

Ein herzliches Dankeschön an den THIENEMANN-VERLAG, für das Vorableseexemplar!

Website zu „Der erste Tod der Cass McBride“

240 Seiten

THIENEMANN

„DER ERSTE TOD DER CASS MCBRIDE“ BEI AMAZON

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