„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Die Maurin“ von Lea Korte [Rezension]


Lea Korte erzählt in ihrem zweiten historischen Roman „Die Maurin“ die Geschichte der jungen Zahra, die im 15. Jahrhundert in Granada aufwächst, einer gefährlichen Zeit für Mauren, denn die kastilische Königin Isabel möchte „ihr“ Land, zu einem rein christlichen machen.

Zu Beginn der Geschichte ist Zahra 15 Jahre alt. Sie besucht die Sultanin Aischa regelmäßig in der Alhambra. Nachdem sie ihr von einem belauschten Gespräch berichtet, schickt Aischa Zahra immer häufiger spionieren, was, wenn man sie erwischen sollte, lebensgefährlich wäre. Doch es bleibt nicht beim Spionieren, denn Zahra bekommt einen Auftrag, der das Schicksal aller Mauren verändert. Die Reise ist gefährlich und schließlich verliebt sich Zarah auch noch in einen Kastilier, was sie in tödliche Gefahr bringt…

„Die Maurin“ die Geschichte des Untergangs einer ganzen Bevölkerungsgruppe am Beispiel einer außergewöhnlichen jungen Frau.

Zarah und ihre Familie sind Mauren und damit muslimisch. Die Frauen der Familie dürfen nicht unverschleiert auf die Straße und nur in Begleitung eines Mannes, ebenso werden sie (meistens) zwangsverheiratet. Kein einfaches Los für Zarah und ihre Schwestern. Doch trotzdem entwickelt sich Zarah zu einer starken, emanzipierten Frau. Sie ist mutig, tolerant und trotzdem sehr gläubig. Mit ihr begleitet man eine ganz besondere Frau, in einer von Männern dominierten Welt und hat damit eine sehr interessante Perspektive. Zahra schafft es ihren eigenen Weg zu gehen, was zu weilen sehr gefährlich für sie ist.

Der Leser lernt viel über die Geschichte Andalusiens und der Mauren, auf eine spannende und atmosphärisch sehr dicht Art und Weise, denn es gibt große Konflikte zwischen Mauren und Kastiliern, Christen und Muslimen. Immer wieder stellt man sich die Frage ob für Zarah und ihre Familie alles gut ausgeht, denn die Kämpfe beider Parteien sind unerbittlich.

Durch Ortswechsel, speziell zwischen maurischem und kastilischem Reich werden verschiedene Perspektiven dargestellt, sodass man spätere Handlungen gut nachvollziehen kann. Auch die Zeitsprünge empfand ich als sehr passend, denn durch diese begleitet man Zahra über mehrere Jahre, erlebt ihre Entwicklung mit und schließt sie ins Herz.

Ich war erstaunt, wie viele Parallelen es zur heutigen Zeit gibt, wie viel sich nicht oder kaum geändert hat, obwohl über 500 Jahre vergangen sind. Verschiedene Glaubensrichtungen können sich gegenseitig immer noch nicht akzeptieren und es werden noch immer Kriege geführt, wobei die wahren Gründe, wie persönliche Bereicherung, verschleiert werden.

„Die Maurin“ ist ein Appell für Toleranz, gegenseitiges Aufeinanderzugehen und Frieden, denn so verschieden sind die meisten Menschen gar nicht, auch wenn es äußerlich vielleicht so scheint. Genau das hat auch Jaime entdeckt und sich überwunden und geöffnet. Ein gutes Beispiel, dem wir folgen sollten, denn man kann so viel von den anderen Kulturen lernen!

Mein herzlicher Dank geht an LEA KORTE und den Knaur Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

INTERVIEW MIT LEA KORTE

5

650 Seiten + Anhang (Zeittafel, Stammbäume, Glossar)

Knaur.

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