„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Flüsterndes Gold“ von Carrie Jones [Rezension]


Seitdem Zaras Vater vor ihren Augen starb, ist nichts mehr, wie es vorher war. Sie ist nicht mehr sie selbst, lacht nicht, weint nicht, lebt scheinbar nicht mehr. Aus diesem Grund schickt Zaras Mutter sie zu ihrer Grandma ins tiefste Maine, nicht ahnend, dass dort die wahre Gefahr lauert. Denn Zara wird von einem geheimnisvollen und genauso unheimlichen Mann verfolgt, der nichts Menschliches ans sich zu haben scheint…

Carrie Jones erzählt im Auftaktband ihrer Urban Fanatasy Serie „Flüsterndes Gold“, die Geschichte der jungen Zara, die nichts ahnend in eine Welt voller magischer Wesen gerät, von denen sie nie gedacht hätte, dass sie wirklich existieren.

Feen sind nicht immer klein, niedlich und nett. Das lernt Zara als Erstes. Denn der mysteriöse Mann, der überall, wo er sich aufhält, Goldstaub verteilt ist der König der Feen und er will Zara für sich, als seine Königin. Ob sie selbst es will oder nicht, spielt keine Rolle, andernfalls sterben Menschen.

Zara ist nach dem Tod ihres Ziehvaters tief getroffen, was man gut verstehen kann. Ihre Trauer und ihre seelischen Qualen werden überzeugend dargestellt, sodass man sich gut in die Gefühlswelt des jungen Mädchens hinein versetzen kann.

Zara selbst ist ein wenig „schrullig“. Sie kennt so ziemlich alle Phobien beim Namen und bettet sie rauf und runter, wenn sie aufgeregt ist oder angst hat. Ich persönlich finde das sehr sympathisch und lustig. Einerseits lernt man abstruse Ängste kennen, wie zum Beispiel die Pogonophobie, die Angst vor Gesichtsbehaarung, vornehmlich Bärte, aber gleichzeitig stellt man einige Ängste an sich selbst fest, denn vor irgendwas hat doch jeder Angst.

Mit der Protagonistin konnte ich mich in dieser Geschichte nicht so gut identifizieren, denn sie ist neben ihrer Vorliebe für Phobien, etwas schwer von Begriff. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber wer ab und zu ein Fantasyroman liest, wird wahrscheinlich recht schnell auf einige Zusammenhänge hinsichtlich der handelnden Personen kommen.

Jedoch kann ich mir Zara gut als eine Freundin vorstellen, deswegen war es nicht so schlimm, dass ich mich nicht so mit ihr identifizieren konnte. Durch ihr Engagement für Amnesty International und ihre offene, freundliche und friedliebende Art ist sie mir sehr sympathisch.

Die Sprache ist angenehm flüssig, sodass man schnell in der Geschichte drin ist und auch so schnell nicht mehr aufhören kann zu lesen, denn die Bedrohung ist immer da, was einen konstanten Spannungspegel erzeugt.

Allerdings läuft die Geschichte recht unerwartet auf keinen wirklichen Spannungshöhepunkt hinaus. Es gibt immer wieder einige brisante Szenen, aber keinen wirklichen „Gipfel“ der Geschehnisse, was ich ein bisschen Schade fand, weil ich am Ende das Gefühl hatte „Das war’s jetzt schon?“.

Doch für den zweiten Band bleibt, denke ich, noch genug Potenzial, sodass es aufregend weitergeht und dieser kleine Makel noch behoben werden kann. Alles in allem hat mir die Geschichte gefallen. Ich freue mich auf den zweiten Teil, der den Titel „Finsteres Gold“ trägt und voraussichtlich Ende Mai bei cbt erscheinen wird.

3,5

Vielen Dank an den CBT-VERLAG, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

352 Seiten

CBT

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