„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Madison Avery – Totgeküsste leben länger“ von Kim Harrison [Rezension]


In „Madison Avery – Totgeküsste leben länger“ von Kim Harrison wird die Geschichte der 17-jährigen Madison erzählt. Sie ist eigentlich ein relativ normales Mädchen – nur tot.

Madison wurde an ihrem 17. Geburtstag getötet. Genauer gesagt war es eine Vollstreckung. Doch irgendetwas ist schief gegangen, denn sie weilt noch immer auf Erden. Zusammen mit Barnabas, der auf sie aufpassen sollte, versucht sie herauszufinden, was eigentlich passiert ist und stößt auf eine ungewöhnliche Überraschung…

„Totgeküsste leben länger“ ist der erste Titel einer neuen Reihe um Madison Avery.

Als ich das Cover sah, dachte ich erst, es handele sich um eine Vampirgeschichte, wegen der Fledermäuse und des Mondes, aber nein, die Geschichte dreht sich um Engel. Madison wurde auch nicht totgeküsst, wie der Titel erahnen lässt, sondern starb durch eine verpatzte Vollstreckung.

Anfangs war ich ziemlich verwirrt – schwarze Todesengel, weiße Todesengel, Zeitwächter (auch in beiden Farben), Schwarzflügel und Cherub sind nur einige Begriffe, die man erst einmal verstehen muss. Da Madison schon seit einigen Monaten tot ist, kennt sie sich mit den ganzen Wesen schon recht gut aus, im Gegensatz zum Leser.

Diese Fülle an Informationen ist typisch für einen Serienauftakt, um den Leser in eine neue Welt zu führen, in der er sich im ersten Band erst eingewöhnen muss.

Aber vieles ist Madison selbst noch ein Rätsel und wird ihr erst Stück für Stück erklärt, sodass man die Welt der Engel mit ihr zusammen zu verstehen beginnt.

Sobald man sich mit den Begriffen und Gestalten angefreundet hat, kommt einem auch die ganze Geschichte näher. Man beginnt sie zu begreifen und fühlt und fiebert mit Madison mit, die wirklich kein leichtes Los gezogen hat.

Harrison gelingt es wunderbar, verschiedenste Stimmungen aufzubauen. Einen Moment lang ist man zusammen mit Madison völlig entspannt und vergisst fast, dass sie eigentlich tot ist, bis sich dann im nächsten Augenblick die Ereignisse in eine völlig andere Richtung entwickeln, die man nicht erwartet hat. Dabei wird eine neue, oftmals dunkle Atmosphäre erzeugt. Das geschieht auf eine so überzeugende Art und Weise, die den Leser die Luft anhalten lässt.

Ab und zu wird es wieder verwirrend, sodass es vorkam, dass ich Passagen zwei bis dreimal lesen musste, um zu verstehen, wie z.B. Madison die Amulette benutzte. Diese Momente sind glücklicherweise recht selten.

Die Idee des Buches ist sehr interessant und eine völlig neue. Totes Mädchen lebt weiter, obwohl sie tot ist – sorgt einerseits für viele lustige Gespräche und Situationen (wie auch auf dem Klappentext zu lesen) und ist andererseits so undurchsichtig, dass man oft überrascht wird, ohne dass es konstruiert klingt.

Alles in allem hat mir das Buch, gerade zum Ende hin, sehr gefallen. Es ist ein gelungener Serienauftakt und nun, wo man alle Gestalten und Begriffe zu ordnen kann, hat die Geschichte Potenzial für weitere spannende Bände.

„Totgeküsste leben länger“ ist ein schönes Buch für Jugendliche und Leser, die ungewöhnliche Engelgeschichte mögen.

3

Vielen Dank an den Loewe Verlag für die freundliche Unterstützung!

296 Seiten, Klappenbroschur 12,90 € (D)

Loewe

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