„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Die.Gier“ von Peter Koebel [Rezension]


Buchrückentext:

Mein Lächeln wird immer breiter, lautlos spreche ich die Wahrheit in sein faltiges Gesicht: Vertrau mir nur! Denn ich kicke Dich aus dem Spiel. Meine Sehnsucht – meine Gier – kennt keine Gnade. Auch nicht mit mir.

Justina Meinhardes ist Die: Schön, intelligent und skrupellos. In einer Zeit, in der das Parteiensystem inhaltsbefreit um sich selbst kreist und nur noch nach Posten giert, in der das ungehörte Volk sich auf Sport-Events und Casting-Stars konzentriert, in einer Zeit, in der auch die größte Krise die Gier nicht abkühlen kann, in der will auch Justina ihren gewaltigen Hunger stillen. Geld und Prominenz hat sie bereits, nun will sie Macht. „Erlaubt ist, was Umsatz bringt“, denkt sich das Medienphänomen. Und Die erlaubt sich eine Menge. Als zukünftige Erbin von MEINHARDES COSMETIC perfektioniert sie den schönen Schein, in dem es für jedes Problem eine Creme und den richtigen Duft gibt. Der Erfolgt gibt ihr Recht. Aber wie sich selbst entgehen, wenn man nicht wissen kann, wann man genug hat?

Meine Meinung:

Peter Koebel erzählt in seinem Roman „Die. Gier“ eine etwas andere Geschichte. Die Geschichte unserer Gesellschaft oder wie diese möglicherweise in Zukunft aussehen wird…?

Jedenfalls ist sie sehr erschreckend. Gefühle zählen nicht mehr, nur Geld und Macht. Dementsprechend kalt wird Justina auch dargestellt. Sie erlaubt sich so gut wie keine Gefühle, ist nur auf Gewinn- und Machtmaximierung aus. Sie ist keine Person, mit der man sich gerne identifizieren möchte, weshalb ich mich mit dem Lesen etwas schwer tat.

Diese kaltschnäuzige Rationalität hat aber auch sein Gutes: Justina sieht die Welt, die Menschen und die gesellschaftlichen Verhältnisse sehr klar. Manchmal eher zu klar und überspitzt, sodass man als Leser nicht weiß, sieht es eigentlich nur in ihr so aus oder wirklich bei allen Menschen?

Viele Dinge sind sehr gut beobachtet, sodass wenn man sich kritisch mit den Medien und dem Konsumverhalten der Menschen, teilweise auch mit dem eigenen, auseinandersetzt feststellen wird, dass viele Beobachtungen zutreffend sind.

Was mich allerdings sehr gestört hat, ist die Sprache. Ständig werden Schimpfwörter, Beleidigungen und andere vulgäre Ausdrücke verwendet. Das soll vermutlich provozieren und Justinas krasse Ansichten darstellen, was ich dennoch als störend empfand.

Alles in allem ist „Die. Gier“ ein ungewöhnliches, hoffentlich nicht zukunftsweisendes Buch. Ich würde es Menschen empfehlen, die gerne einen kritischen Blick auf das Zeitgeschehen werfen und sich dabei nicht von recht deftigen Formulierungen abschrecken lassen.

2,5

Vielen Dank an MICHASON&MAY, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

256 Seiten

MICHASON& MAY

„DIE. GIER“ AUF AMAZON

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