„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Die Rose von Arabien“ von Christine Lehmann [Rezension]


Als Finja ihn auf dem Weihnachtsmarkt sieht, ist es um sie geschehen. Chalil ist so anders, wunderschön, erwachsen, intelligent und der älteste Sohn eines Scheichs aus Dubai. Außerdem liebt er sie. Doch es ist für beide unmöglich zusammen zu sein, denn als zukünftiger Scheich kann Chalil unmöglich eine „Ungläubige“ heiraten. Als Finja ihren Vater in Dubai besucht, trifft sie Chalil wieder. Sie kann und will einfach nicht glauben, dass ihre Liebe keine Chance hat, und ist sogar bereit zum Islam zu konvertieren. Ein schwerwiegender Schritt für eine Europäerin. Doch würde es überhaupt etwas nützen? Kann es einen gemeinsamen Weg für die beiden geben?

Mit diesen und weiteren Fragen rund um die Themen Glauben und Liebe beschäftigt sich Christine Lehmann in ihrem Buch „Die Rose von Arabien“.

Finja und Chalil sind sehr unterschiedlich. Sie ist aus Deutschland, er kommt aus Dubai. Sie ist christlich aufgewachsen, er ist Moslem. Sie kann weitestgehend ihre eigenen Entscheidungen treffen, er muss sich mit seinem Vater abstimmen, bzw. tun, was dieser entscheidet. Für Finja ist es normal, dass Frauen die gleichen Rechte haben wie Männer, für Chalil ist es schwierig zu akzeptieren, wenn er von einer Frau öffentlich kritisiert wird. Deshalb fragt man sich von Anfang an: Kann eine Beziehung zwischen den beiden überhaupt gut gehen?

Aber es gibt auch eine Gemeinsamkeit, die alles andere klein aussehen lässt, denn beide lieben sich vom ersten Augenblick an. Ohne den anderen ist jeder nur die Hälfte eines Ganzen.

„Die Rose von Arabien“ spielt in einer märchenhaften Kulisse – Dubai. Ein Land weit entfernt von Deutschland, nicht nur in räumlicher Entfernung. Sondern auch klimatisch, religiös und gesellschaftlich. Finja hat zwar blaue Augen, ist aber nicht blauäugig. Manchmal hört man von Frauen, die ihre Kinder zurücklassen, um mit arabischen Männern ein neues Leben anzufangen. Man hat den Eindruck, dass sie es sich vorstellen, wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht, doch die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.

Finja ist das bewusst, daher macht sie sich viele Gedanken, ob sie in einem arabischen, islamischen Land leben könnte. Sie spricht mit Chalil, seiner Schwester und seiner Mutter über die Kultur und den Glauben. Dadurch lernt sie viel über den Islam und dass Dubai im Gegensatz zu Saudi Arabien ein fortschrittliches Land in Sachen Frauenrechte ist. Mit Finja zusammen lernt der Leser eine ganz andere Kultur kennen, die ebenso spannend ist, wie auch die Geschichte an sich.

Aber der Roman ist nicht nur lehrreich, sondern auch einfach wunderschön, denn die Liebe zwischen Chalil und Finja wird in manchen Momenten so intensiv beschrieben, dass die Leserin am liebsten unter Chalils Blicken dahin schmelzen würde, in anderen Augenblicken ist sie so zart und zerbrechlich, dass man eine schützende Hand darüber halten möchte.

Ein weiterer märchenhaft schöner Aspekt der „Rose von Arabien“ ist, dass viele Geschichten erzählt werden. So lernt man den Koran kennen, die Bibel und natürlich Chalil.

Während der gesamten Geschichte ist die Atmosphäre so mitreißend, dass man als Leserin beginnt, für Chalil zu schwärmen und ab und zu ein Tränchen verdrückt, wenn die Situation ausweglos wird oder erscheint.

Vereint mit der wunderbaren Kulisse der Wüste, die manchmal romantisch, zauberhaft ist und dann in Sekundenschnelle zu einer lebensbedrohenden Gefahr werden kann.

Dem Leser wird somit eine sehr realistische Darstellung der Wüste und dem Leben in Dubai geboten. Nicht nur die schönen Seiten werden gezeigt, wie Geld und Luxus, sondern auch die schwierigen, die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau, der eingeschränkte freie Wille.

„Die Rose von Arabien“ ist eine wunderschöne Liebesgeschichte für Mädchen und auch Frauen jeden Alters, die einem die Wunder der Wüste zeigt, die Schönheit Dubais und einen unvergesslichen Einblick in die Gesellschaft und Kultur des Landes gibt. Einfach lesenswert!

5

Vielen Dank an den planet girl – Verlag, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

planet girl

544 Seiten

„DIE ROSE VON ARABIEN“ AUF AMAZON

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