„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Die Stadt der Regenfresser“ von Thomas Thiemeyer [Rezension]


Eine Abenteuerreise mit Humboldt

Wer hat nicht schon mal davon geträumt, ein richtiges Abenteuer zu erleben? Laufend oder reitend durch die Wildnis zu streifen, gegen Feinde zu kämpfe und etwas ganz Außergewöhnliches zu entdecken?

Genau das ist in „Die Stadt der Regenfresser“ von Thomas Thiemeyer möglich und auch noch mit einem berühmten Reisegefährten – Humboldt. Alexander von Humboldt fragt sich jetzt vielleicht der ein oder andere. Aber nein, viel besser: Carl Friedrich von Humboldt, vermutlich ein unehelicher Spross des berühmten Naturforschers. Und warum soll das besser sein? Ganz einfach: Hat sich Alexander von Humboldt auf gemacht, um die Stadt der Regenfresser zu entdecken? Nein, das hat er nicht und damit ist ihm ein großes Abenteuer durch die Lappen gegangen, wie man so schön sagt.

Doch Carl Friedrich von Humboldt hat zusammen mit dem Dieb Oskar, seiner Nichte Charlotte und der geheimnisvollen Eliza diese Entdeckungsreise gewählt und der Leser kann die kleine Gruppe bei diesem fantastischen Abenteuer hautnah begleiten.

Eine Geschichte, die einen, einmal begonnen zu lesen, so schnell nicht mehr loslässt.

In „Die Stadt der Regenfresser“ lebt man viele Gefühle durch, von Angst, Erschöpfung, Verzweiflung bis hin zu unfassbarem Staunen, Euphorie und einem Hauch von keimender Liebe. Sie werden überzeugend und ungezwungen beim Lesenden erweckt, sodass einfach eine schöne und meist äußerst spannende Atmosphäre entsteht.

Die historische Perspektive, die Geschichte beginnt 1893, gibt dem Roman noch zusätzlichen Charme. Spielte sie heutzutage, könnten die Figuren alle Arten modernster Technik einsetzen, so aber ist die Entdeckungsreise richtige „Handarbeit“. Besonders lustig fand ich in diesem Zusammenhang den Ausspruch „Wir müssen uns ein Maultier mieten.“. Außerdem weiß man so ab und zu, wie sich bestimmte Dinge in der Zukunft weiterentwickelt werden. Ein schönes Gefühl, wenn man die Anfänge miterlebt, auch wenn diese „nur“ die fiktiven sind.

Die Figuren sind tiefgründig und vielschichtig. So sind auch die scheinbar Bösen, nicht einfach nur schlecht. Valkrys wird nicht nur als rachsüchtiges Weibsbild dargestellt, sondern es wird auch ihre Vergangenheit gezeigt, erklärt, warum sie so ist, wie sie ist.

Oskar hingegen hat ein ganz anderer Charakter. Er ist ein gewiefter Taschendieb, aber kein von Natur aus mutiger Abenteurer. Im Gegenteil, er ist eher ängstlich, doch überwindet seine Furcht und gerade das macht ihn so glaubhaft und liebenswert. Dadurch können sich ganz Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihn hinein versetzen und das Abenteuer hautnah mit erleben.

Thomas Thiemeyer schafft es auf eine unglaublich überzeugende Art die Grenzen zwischen Fantasy, Abenteuer, Historie und Realität verschwimmen zu lassen. Einerseits erzählt er eine fantastische Abenteuergeschichte, die aber auf der anderen Seite so viele wirkliche Elemente beinhaltet, wie zum Beispiel die Nazca-Linien oder der Wasserstoffantrieb, dass man sich als Leser fragt, wo beginnt denn nun die Realität und endet die Fantasie? Fast alles, was beschrieben wird, klingt so echt und ist logisch durchdacht, dass man schnell den ganzen Roman für wahr halten könnte.

Rätsel der noch ferneren Vergangenheit wurden scheinbar aufgeklärt und Wunder der Technik und Natur genutzt, um einen Roman der Extraklasse zu komponieren. Das kann man wirklich so sagen, denn Thiemeyers Schreibstil liest sich herrlich flüssig und auch in Oskar konnte ich mich, obwohl ich kein Junge bin, sehr hineinfühlen.

Mit dem ersten Teil seiner Weltensucher Chroniken hat Thiemeyer ein Roman für Groß und Klein, Jung und Alt geschaffen. Als Erwachsener kann man sich wunderbar in seine Kindertage zurück träumen und wer weiß, wer nicht selbst als erwachsener Mensch noch von solch wundervollen Abenteuern träumt.

Eine Frage bleibt offen: Gibt es die Stadt der Regenfresser nun oder nicht? Es gibt nur einen Weg das herauszufinden. Erst das Buch lesen und dann dem beschriebenen Weg folgen, wer weiß, was man dabei noch so alles entdecken kann…

5

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Vielen Dank an den LOEWE- VERLAG, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

447 Seiten

LOEWE

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Kommentare zu: "„Die Stadt der Regenfresser“ von Thomas Thiemeyer [Rezension]" (2)

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