„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

„Seelen“ von Stephenie Meyer [Rezension]


Der Scifi-Roman „Seelen“, der US-amerikanischen Bestsellerautorin Stephenie Meyer, spielt in einer entfernten Zukunft der Erde in der fast alle Menschen von Seelen besetzt wurden und nur wenige noch Widerstand leisten.

Sie haben Melanie gefangen und Wanda wurde ihr eingesetzt. Doch Melanie gibt nicht so einfach auch. Sie überlässt der Seele nicht einfach ihren Körper. Aber auch Wanda ist stark, lässt sich von Melanie nicht vertreiben. Schließlich leben sie beide in Melanies Körper. Melanie erinnert sich immer wieder an ihren Bruder Jamie und Jarred, die sie beide geliebt hat. Wanda wird immer mehr von diesen Erinnerungen gefangen und schließlich macht sich das Unglaubliche: Sie lässt die anderen Seelen hinter sich um Jarred und Jamie zu finden.

Anfangs war es für mich schwierig, mich in das Buch hinein zu finden. Viele verwirrende Namen, Erinnerungsstücke und überhaupt wollte sich das Gefühl eines Leseflusses nicht einstellen. Besonders spannend war es auch nicht und so musste ich mich durch die ersten 150 Seiten durchbeißen.

Aber es hat sich gelohnt! Als Wanda mit Melanie das Unglaubliche wagt, bekommt die Geschichte einen starken Reiz. Einerseits wird es sehr spannend, denn die Ungewissheit, ob die zwei (eigentlich die eine) es schaffen nagt am Leser, andererseits: Was wäre wenn? Auch wenn sie es schaffen, würden die Menschen Wanda als Seele identifizieren und töten. Woher sollen sie schließlich wissen, dass Melanie noch da ist? Genau diese Frage wird immer wieder thematisiert, auf eine interessante Art und Weise. Wie soll man etwas beweisen, was man einfach nicht beweisen kann?

Vom Moment der Flucht an ist der Roman sehr flüssig geschrieben, man gerät nicht ins Stocken und die Angst die Wanda (und dadurch auch Melanie) im Nacken sitzt, ist dem Leser nur zu gegenwärtig. Allerdings merkt man deutlich, dass es sich bei der Autorin um Stephenie Meyer, die Verfasserin der Bis(s)-Reihe, handelt. Dass der Schreibstil ähnlich ist, ist durchaus naheliegend. Aber dazu kommt noch eine Ähnlichkeit der Charaktereigenschaften der Figuren. Wanda und Edward vereint in ihrer Anschauung, dass sie kein Glück verdienen, da sie „Monster“, welcher Art auch immer, sind, schon eine ganze Menge. Und auch sonst wird man das Gefühl nicht los, dass man gewisse Charakterzüge und Ansichten schon kennt (z.B. Wir dürfen uns nicht lieben, denn…).

Ungeachtet dessen macht es Spaß das Buch zu lesen. Ich mochte es (nach den ersten 150 Seiten) sehr, obwohl Scifi nicht mein Liebingsgenre ist und würde es allen empfehlen, die außergewöhnliche Liebesgeschichten, gemischt mit Spannung, mögen.

4

861 Seiten

Carlsen

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