„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Kleist und die zerbrochene Klassik“ von Andreas Venzke [Rezension]


„Nirgends kann man den Grad der Kultur einer Stadt und überhaupt den Geist ihres herrschenden Geschmacks schneller und doch zugleich richtiger kennenlernen als  – in den Lesebibliotheken.“  (S.60) sagte einst Heinrich Kleist. Der ruhe- und rastlose junge Mann, der neben Goethe und Schiller zu den großen Dichtern und Denkern der Klassik gehört.

Andreas Venzke widmet sich in seinem Buch „Kleist und die zerbrochene Klassik“ der Biografie des klassischen Dichters Heinrich Kleists. Diese Biografie ist Teil der „Arena Bibliothek des Wissens – Lebendige Biographien“.

Auf knapp 100 Seiten wird Kleists Leben knapp, aber vollständig beschrieben. Als besonders gelungen empfinde ich dabei die kurze Darstellung von Kleist und seinen Werken auf der ersten Seite des Buches. So bekommt man einen Überblick, was einen im folgenden Buch erwartet und einen ersten Eindruck.

Kleists Leben wird aus der Ich-Perspektive erzählt, so als würde der Dichter es selbst beschreiben. Dadurch fühlt man sich dem zu Lebzeiten verkannten Mann gleich näher. Dessen Ruhelosigkeit, Ideenreichtum und sein ständiges Scheitern werden anschaulich dargestellt, so dass man als Leser ein Gefühl dafür entwickelt, wer Kleist wirklich war. Dabei wird nicht nur seine Genialität beschrieben, sondern auch negative Seiten, wie seine (in der Klassik leider vorherrschende) Meinung, dass Frauen dem Manne nicht ebenbürtig seien.

Zwischen diese Biografiekapitel hat der Autor immer ein Sachkapitel geschoben, das auf einer Doppelseite z.B. das Verhältnis von Mann und Frau (während der Klassik) oder den Siegeszug Napoleons erläutert. Dadurch erfährt der Leser, dass man Kleist nicht verstehen kann, wenn man nicht auch seine Zeit bzw. Gesellschaft kennt.

Veranschaulicht werden die Sachkapiteln mit Bildern, die beispielsweise Kleist und seine Schwester zeigen. Die Biografiekapitel werden durch lustige Zeichnungen illustriert.

Die Ausstattung des Buches ist sehr zu loben, denn neben einem Zeitstrahl mit den wichtigsten Ereignissen in Kleists Leben, enthält das Buch auch ein Glossar, in dem schwierige Wörter und bekannten Personen der damaligen Zeit kurz erklärt werden.

Auf wenigen Seiten schafft Venzke es, dass der Leser sich Kleist näher fühlt, versteht was ihn beschäftigt und warum. Dieses Verständnis kann wiederum bei der Lektüre seiner Werke helfen.

Neben „Kleist und die zerbrochene Klassik“ sind in der Arena Bibliothek des Wissens von Andreas Venzke auch die Biografien von z.B. Goethe, Schiller, Humboldt und Luther erschienen.

Vielen Dank an den arena-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

arena

109 Seiten

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