„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Zweilicht“ von Nina Blazon [Rezension]


Der 17-jährige Jay verbringt ein Auslandsjahr in New York. Vor einigen Monaten starb sein Vater dort bei einem Verkehrsunfall. Aber war es wirklich ein Unfall? Die kryptischen Botschaften seines Vaters lassen Jay nicht los. Außerdem verliebt er sich gleich am Anfang in die schöne Madison. Doch immer wieder taucht Ivy auf, ein Mädchen, dass nur er sehen kann und an die er immer wieder denken muss. Durch Ivys Hilfe lernt Jay ein ganz anderes New York kennen.

Nina Blazon erzählt in ihrem Roman „Zweilicht“ die Geschichte eines Jungen der sich entscheiden muss, nicht nur zwischen zwei Mädchen, sondern auch zwischen zwei Welten…

Schon das Cover des Buches sieht geheimnisvoll aus: Ein Mädchen blickt zwischen Ranken hindurch. Es wirkt, als gehöre es in eine andere Welt. Genauso mysteriös gestaltet sich der Einstieg, denn zunächst erlebt man, wie Mo, Cinna und Night Jay beobachten, während er schläft. Doch es wird schnell klar, dass die drei keine Menschen sind.

Anschließend lernt man Jay kennen. Er geht in Brooklyn zur Highschool und lebt bei seinem Onkel und seinem Cousin. Mit seinem ruhigen, aber bestimmten und etwas verträumten Wesen war er mir von Beginn an sympathisch. Alles wirkt relativ normal, bis Ivy auftaucht und beginnt Jays Leben und seine Gefühle durcheinander zu wirbeln. Ich konnte mich wunderbar in seine zwiespältigen Gefühle hineinversetzen, denn die Autorin beschreibt diese anschaulich und nachvollziehbar.

Doch dann kommt der Bruch. Nina Blazon wagt viel, denn alles verändert sich plötzlich. Als Leser ist man völlig verwirrt, genau wie Jay, der nicht mehr weiß was wahr und was Traum ist, wer Freund und wer Feind. Als Leser muss man in diesem Moment darauf vertrauen, dass man wieder festen Boden unter den Füßen bekommen wird, was nach und nach auch passiert.

Wenn man sich so völlig in die Geschichte fallen lassen kann, wird man mit einer eindrucksvollen Welt und einer fantastischen Geschichte voller neuer Eindrücken, Spannung und Gefühlen belohnt. Die Atmosphäre ist geheimnisvolle und bedrohlich zugleich und zusammen mit Jay erlebt man eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Durch den flüssigen und zarten Schreibstil kommen einem auch die vielen anderen Personen nahe, so dass ich sehr viele von ihnen ins Herz schloss.

Mit „Zweilicht“ hat Nina Blazon wieder eine fantastische Geschichte erschaffen, die voller Überraschungen steckt. Viele Personen, wie die Holländerin mit dem Kleid aus Zeitungsartikeln, lassen die Geschichte sehr liebevoll wirken und machen sie zu etwas ganz besonderem.

Vielen Dank an den cbt-Verlag für das Rezensionsexemplar!

416 Seiten

cbt

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