„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

Beiträge mit Schlagwort ‘Dämonen’

„Dämonenschicksal“ von Greta Zicari [Rezension]


Eine ungewollte Schwangerschaft stürzt die junge Prinzessin Kassandra ins Unglück und in der Folge ihr Land in einen düsteren Krieg des Elends und Dämonenterrors. In dieser dunklen Zeit setzen sich an unterschiedlichen Orten junge Leute in Bewegung: Sie fliehen vor den Kriegswirren und dem Dämonenterror, machen sich auf die Suche nach einem besseren Leben und müssen dafür gefährliche Wege in Kauf nehmen. Auf ihren abenteuerlichen Reisen erleben die jungen Leute, was Liebe und Zusammenhalt bedeuten und dass es eine Macht gibt, die größer sein kann als die der Dämonen. Als sich ihre Wege kreuzen, müssen sie ihre unterschiedlichen Weltbilder überprüfen, und es kommt zu dramatischen Entdeckungen und Entwicklungen… (Klappentext)

„Dämonenschicksal“ ist der erste Roman der jungen Autorin Greta Zicari, die in ihrer Geschichte den Leser in eine fantastische Welt voller Geheimnisse entführt.

Bereits nach den ersten 80 Seiten, die den Aufbruch der Reise markieren, fesselte mich die Geschichte, in deren Mittelpunkt viele ganz unterschiedliche junge Menschen stehen. Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von hauptsächlich sechs Personen erzählt, die alle ihre besonderen Geheimnisse, Ängste, Träume und Wünsche haben. Diese unterschiedlichen Perspektiven sorgen für Abwechslung und den einen oder anderen Cliffhanger. Man lernt sie mit jedem Kapitel besser kennen und mögen, denn eigentlich sind sie alle auf ihre eigene Art sympathisch und interessant. Dabei wird sich wahrscheinlich jeder Leser mit unterschiedlichen Figuren anfreunden. Während mir beispielsweise Synarek anfangs recht unsympathisch war, lernte ich ihn doch mit der Zeit kennen und verstand seine Gefühle und Motive. Die Charaktere sind dabei glaubhaft dargestellt und vielschichtig ausgearbeitet, sodass ich mich mit vielen identifizieren konnte.

Bei „Dämonenschicksal“ handelt es sich, wie der Name schon verrät, um einen fantastischen Roman. Dämonen spielen, als einzige magische Geschöpfe, eine wichtige Rolle. Sie sind gezwungen den Menschen zu dienen und sind diesen nicht unbedingt wohlgesonnen (dieser Aspekt erinnerte mich ein wenig an Bartimäus). Im Vordergrund steht jedoch das Schicksal der sechs jungen Menschen. Die Dämonen selbst lernt man kaum kennen. So spielt nur ein Jungdämon eine wichtige Rolle, der mich oft zum Lachen brachte.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist als mittelalterlich zu beschreiben, da es weder Strom, noch fließend, warmes Wasser gibt. Fortbewegen kann man sich nur zu Fuß, Pferd oder per Kutsche. Diese Welt wurde atmosphärisch dicht dargestellt, sodass ich mich beim Lesen in die Geschichte versetzt fühlte. Einzig Wörter wie „Pappe“, „fit“, o. ä. störten mich ein wenig, da diese doch eher modern wirken. Allerdings traten sie nur vereinzelt auf und störten den Lesefluss nicht so sehr. Ansonsten liest sich die Geschichte über die gesamten 600 Seiten sehr flüssig. Die Sprache ist abwechslungsreich und anschaulich, sodass ich mir das Beschriebene sehr gut vorstellen konnte.

Als Leser hat man anfangs noch keine Idee, warum gerade aus den Perspektiven genau dieser sechs jungen Menschen erzählt wird. Besonders gelungen empfand ich, wie es der Autorin gelingt den Leser anzuregen, genau darüber Vermutungen anzustellen. Erste Ideen entwickeln sich ganz langsam, wobei keine zu offensichtlichen Hinweise gegeben werden. Ganz im Gegenteil: Den eigenen Vermutungen wird viel Freiraum gelassen und durch überraschende Wendungen muss man diese immer wieder korrigieren oder sieht seinen Verdacht bestätigt. Dieses Rätselraten während des Lesens macht Spaß und wird am Ende belohnt. Ein Ende, das ich als sehr gelungen empfinde und welches die Geschichte gekonnt abrundet.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich „Dämonenschicksal“ überrascht hat. Von der äußeren Gestaltung sprach (und spricht) es mich nicht an, doch der Roman überzeugt mich mit interessanten Charakteren und einer ungewöhnlichen Geschichte.

4

Vielen Dank an Greta Zicari für das Rezensionsexemplar!

Website der Autorin: Klick!

612 Seiten

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„Sturm im Elfenland“ von Frances G. Hill [Rezension]


Als eines Nachts Ivaylos Eltern des Hochverrats an König Auberon beschuldigt und bestraft werden, bricht für den Elfenjungen eine Welt zusammen. Daraufhin muss er aus seinem geliebten Schattenwald zu seinen Verwandten ziehen. Seine Cousine Alana ist anfangs alles andere als glücklich über den verschwiegenen Jungen, der nun mit ihr und ihrem Bruder unterrichtet wird. Doch was hat es mit dem Sternenstein auf sich, den Ivaylo trägt? Und warum ist er so bewandert in magischen Dingen, wenn die Ausübung von Magie doch vom König verboten wurde? Außerdem öffnen sich im ganzen Elfenland Dämonentore, die den Frieden des Landes bedrohen…

In „Sturm im Elfenland“ von Frances G. Hill wird die Geschichte zweier junger Elfen erzählt – Ivaylo und Alana, die gemeinsam ein gefährliches Abenteuer erleben.

Um mit der Geschichte warm zu werden, brauchte ich mehrere Anläufe. Die Verhaftung von Ivaylos Eltern ist zwar ein tragischer, gefährlicher und spannender Einstieg, doch danach verläuft die Geschichte vor allem ruhig. Es gibt zwar immer wieder kleiner Zwischenfälle, aber wirklich viel passiert nicht. Man liest größtenteils, wie die Elfen auf dem Gut von Alanas Vater leben und arbeiten. Der Mittelteil der Geschichte konnte mich daher kaum fesseln.

Am sympathischsten war mir dabei der Zwerg Sverre. Er erscheint griesgrämig, überrascht dann aber die Kinder und den Leser. Alana, die Protagonistin, ist eine interessante Figur. Anfangs erscheint sie recht oberflächlich, entwickelt sich dann aber zu einer selbstbewussten jungen Elfe. Ivaylo hingegen blieb mir eher fremd. Man liest zwar einige Passagen aus seiner Perspektive und kann verstehen, wie er sich fühlt, doch bleibt eine Distanz zur Figur.

Beinahe jedes zweite Kapitel ist aus der Sicht Munirs geschrieben, dem engsten Berater König Auberons. So erfährt man viel aus der Vergangenheit des Landes und über die Dämonentore. Dadurch kann man die Geschichte, die sich zwischen Ivaylo, Alana und einigen anderen Personen abspielt, besser verstehen und nachvollziehen.

Der angenehm klare Schreibstil der Autorin kommt ohne zu große Ausschmückungen aus, so dass sich die Geschichte leicht und schnell lesen lässt, wenn mich auch der Inhalt nicht so sehr gefesselt hat. Einzig einige eingestreute Fremdwörter klangen deplatziert, die jedoch in der zweiten Romanhälfte nicht mehr vorkamen.

Zum Ende hin wurde die Geschichte dann doch noch spannend, wenn auch teilweise durchschaubar. Das Ende bildet aber trotzdem einen angenehmen Abschluss der Geschichte.

„Sturm im Elfenland“ konnte mich durch seine eher seichte Handlung nicht so sehr überzeugen. Allerdings ließ sich die Geschichte durch den klaren Schreibstil leicht lesen, so dass der Roman mehr etwas für zwischendurch ist.

Vielen Dank an ArsEdition für das Rezensionsexemplar!

464 Seiten

ArsEdition

„Sturm im Elfenland“ auf Amazon

„Die Dämonenfängerin 01. Aller Anfang ist Hölle“ von Jana Oliver [Rezension]


Riley möchte in die Fußstapfen ihres Vaters treten und Dämonenfängerinwerden. Sie hat keine leichte Ausbildung gewählt, denn sie ist die erste und einzige Frau in der Dämonenfängerzunft und muss sich immer wieder beweisen. Neben Dämonen des ersten Grades fangen, muss sie auch noch zur Schule gehen. Doch dann verändert ein schwerer Schicksalsschlag Rileys Leben völlig. Nichts ist mehr wie vorher undRiley sieht sich mit einer gefährlichen und ungewissen Zukunft konfrontiert…

„Die Dämonenfängerin 01. Aller Anfang ist Hölle“ von Jana Oliver ist der erste Roman der Trilogie um die 17-jährige Riley.

Von Anfang an ist die Geschichte spannend und lustig. Man begleitetRiley zu ihrem ersten Auftrag, den sie ganz alleine ausführen soll: EinBibliodämon, ein Dämon ersten Grades, richtet in einer Bibliothek Unheil an und soll eingefangen werden. Chaotisch geht es bei der Jagd zu, genau wie in Rileys Leben…

Nach diesem rasanten Auftakt geht die Geschichte etwas ruhiger weiter, so dass man Riley, Beck und Rileys Vater Paul kennen lernen kann. Riley ist ein toughes, selbstbewusstes Mädchen, das weiß was sie will. Aber sie hat auch eine sehr verletzliche, sensible Seite, die man im Verlauf der Geschichte entdeckt. Riley war mir während des Lesens sehr sympathisch. Ich konnte ihre Gefühle nachvollziehen und fühlte mit ihr. Man erlebt zusammen mit Riley eine mitreißende Achterbahn der Gefühle!

Die Idee der Dämonen wurde sehr spannend und interessant umgesetzt. So gibt es Dämonen fünf verschiedener Stufen, die unterschiedlich gefährlich sind. Die meisten sind böse und gefährlich, aber es gibt auch kleine, niedliche über die man als Leser schmunzeln kann. Zusammen mit Riley, die erst Dämonen der ersten Stufe fangen darf, lernt man die anderen mit ihren speziellen Eigenheiten kennen.

Die Welt in der die Geschichte spielt, ist in der Zukunft angesiedelt und wirkt daher dystopisch, gemischt mitFantasyelementen. Die Gesellschaft und die Städte haben sich sehr ins Negative gewandelt, so findet der Unterricht in verlassenen Supermärkten statt und Leichen werden als Sklaven genutzt. Die Atmosphäre ist dadurch oft sehr düster, wird aber durch Rileys freundliche und witzige Art auch aufgehellt.

Diese Mischung aus Spannung, interessanter Geschichte und sympathischen Personen macht Lust auf mehr. Durch den angenehmen, flüssigen Schreibstil und die nicht übertriebene Jugendsprache macht das Lesen sehr viel Spaß und man fiebert mit Riley und auch mit Beck mit. Ich freue mich daher sehr auf den zweiten Band!

Vielen Dank an den Fischer FJB-Verlag, für das Rezensionsexemplar!

Fischer FJB

537 Seiten

„Die Dämonenfängerin 01. Aller Anfang ist Hölle“ bei amazon

Die Vorgeschichte der „Dämonenfängerin“

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