„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Pretty Clever“ von Elisa Ludwig [Rezension]


Nach dem Verkauf einiger Bilder kann es sich Willas Mutter leisten, mit ihrer Tochter in das noble Paradise Valley zu ziehen und sie dort auf eine exklusive Privatschule zu schicken. Anfangs ist Willa geblendet von all dem Reichtum und dem Luxus, bis sie feststellt, wie weniger wohlhabende Schülerinnen gemobbt werden. Dabei möchte Willa jedoch nicht zu sehen und versucht auch ungewöhnliche Weise die Ungerechtigkeit zu bekämpfen…

„Pretty Clever“ der US-amerikanischen Autorin Elisa Ludwig ist der erste Band einer Trilogie um die junge Willa Fox.

Der Anfang der Geschichte ist sehr packend, denn der Leser befindet sich zusammen mit Willa in einer Verfolgungsjagd, die mitten in der nächtlichen Wüste Arizonas spielt. Durch die gelungenen Beschreibungen der Umgebung und Willas Qualen (geistig und körperlich) fühlte ich mich sofort in den Roman versetzt.

Allerdings wird es nach diesem packenden Prolog ruhiger, da die ganze Geschichte rückblickend erzählt wird und es sich bei dem Prolog um eine Vorausdeutung handelt. Willa kommt in die neue Schule und ist zunächst begeistert. Es wird viel von ihrem Schulalltag und dem häuslichen Leben Willas und ihrer Mutter erzählt. So ein bisschen erinnert die Geschichte bis dahin an Gossip Girl mit dem Shopping, Mobbing und der Internetseite, auf dem der neuste, fiese Tratsch zu lesen ist.

Erst nach der Hälfte entwickelt sich die ziemlich unwahrscheinlich wirkende Robin Hood Geschichte. Ich konnte immer wieder nur den Kopf schütteln über Willas Naivität, denn es ist von Anfang an klar, dass Willa mit ihrer „Idee“ nicht durchkommt. Außerdem weist Willas Plan Schwachstellen und Lücken auf, die sie blauäugig übersieht. Ein bisschen Naivität könnte ich durchaus nachvollziehen, besonders wenn man sich in einer Schule, einer neuen Stadt und mit neuen Menschen zurechtfinden muss, doch was Willa betrifft, ist es zu viel des Guten. Dadurch ist sie für mich kein glaubhafter Charakter. Während ich anfangs gut mit ihr mitfühlen konnte, ist dies nach der Hälfte des Buches nicht mehr der Fall.

Glücklicherweise liest sich der Schreibstil der Autorin sehr flüssig, sodass sich die Geschichte schnell lesen lässt. Es ist ganz interessant zu sehen, wie sich die ganze Sache entwickelt, die Willa sich da eingebrockt hat. Allerdings lässt mich das Ende etwas ratlos zurück. Ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, ob ich den zweiten Band lesen werde.

2,5

Vielen Dank an Lies und Lausch und den Loewe Verlag für das Leserundenexemplar!

351 Seiten

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