„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

Beiträge mit Schlagwort ‘Familie’

„Antonia Lucia Labellas brillanter Plan“ von Donna Freitas [Rezension]


Antonias Leben ist alles andere als einfach: Die 15-Jährige geht auf eine Mädchenschule, die von Nonnen geleitet wird und muss ihrer erzkatholischen, strengen, italienischen Mutter im familieneigenen Lebensmittelladen helfen und dabei noch ihre nervigen Cousinen ertragen. Wie soll sie es dabei noch schaffen, endlich von ihrem Schwarm Andy Rotellini geküsst zu werden, der noch nicht mal bemerkt hat, dass es sie gibt?! Deshalb macht Antonia das, was sie schon seit ihrem siebenten Lebensjahr tut: Sie betet zu den Heiligen, z.B. zur heiligen Teresa, der Schutzheiligen für  Anmut. Da es über 5000 Heilige gibt, sollte man meinen, dass für jede Situation der passende zur Verfügung stünde, doch weit gefehlt. So gibt es niemanden für den Kuss, weshalb sich Antonia per Eilbrief an den Papst selbst vorschlägt…

Nachdem mir „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ sehr gefiel und mich berührte, machte mich auch Donna Freitas neues Buch „Antonia Lucia Labellas brillanter Plan“ mit seiner ungewöhnlichen und vielversprechenden Idee neugierig.

Schon nach dem ersten Brief an den Papst, in dem sich Antonia für einen „Schutzpatron für Feigen und Feigenbäume“ ausspricht, wusste ich, dass mir das Buch gefallen würde. Ich schloss Antonia mit ihrer offenen, direkten und unschuldigen Art sofort ins Herz. Sie meint fast alles, was sie sagt und schreibt ernst, wodurch die Geschichte einfach zuckersüß und herrlich lustig zu lesen ist.

Obwohl ich weder katholisch, noch evangelisch oder anderweitig gläubig bin, fand ich es richtig interessant und spannend zu lesen, was es alles für Heilige gibt. Antonia ist auf diesem Gebiet eine wahre Expertin, so betet sie z.B. mal zum heiligen Expeditus (Schutzheiliger gegen Verzögerungen), zum heiligen Sebaldus (Schutzheiliger gegen Kälte) oder zum heiligen Sebastian, dem Schutzpatron für Sportler. Die Gebete haben mitunter ganz unerwartete Wirkungen…

Ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen, denn in der kleinen verrückten, italienischen Familie fühlte ich mich sehr wohl. Neben der strengen Mutter, die Lucia nur mit komplett bedeckten Armen und Beinen aus dem Haus lässt, gibt es noch die liebe, vergessliche Oma und eine beste Freundin, wie sie sich jedes Mädchen nur wünschen kann. Dank der gemeinen Cousinen und einiger überraschender Wendungen wird es beim Lesen nicht langweilig. Einiges ahnte ich bereits vorher, von anderen Ereignissen wurde ich genauso überrumpelt, wie Antonia.

„Antonia Lucia Labellas brillanter Plan“ hat mich vom Anfang bis zum Ende begeistert, denn Antonia ist ein außergewöhnliches Mädchen mit einem ungewöhnlichen Ziel, welches sie mit Feuereifer verfolgt und mich dabei sehr oft zum Schmunzeln und zum Lachen brachte.

5

Rezension zu „Wie viel Leben passt in eine Tüte“

Vielen Dank an den Gabriel Verlag und BdB-logo-small2 für das Rezensionsexemplar!

304 Seiten

„Antonia Lucia Labellas brillanter Plan“ bestellen auf Thienemann.de

„Wunder“ von Raquel J. Palacio [Rezension]


August ist anders. Durch einen genetischen Defekt ist sein Gesicht entstellt. Daran konnten auch die vielen Operationen nur bedingt etwas ändern, die er von klein auf ertragen musste. Bisher wurde August von seiner Mutter zu Hause unterrichtet, doch nun soll er in die fünfte Klasse einer normalen Schule gehen. Auch wenn August weiß, dass die meisten seiner Mitschüler nicht absichtlich gemein zu ihm sind, fällt es ihm doch manchmal schwer die Blicke, das Getuschel und die Sticheleien zu ertragen.

In „Wunder“ erzählt Raquel J. Palacio auf wunderbar einfühlsame Weise die große Geschichte eines kleinen Jungen, die die Augen öffnet und welche mich vom Anfang bis zum Ende in seinen Bann zog.

Gleich zu Beginn wurde mir August sympathisch, indem er in einer erfrischenden, lustigen Art die Geschichte seiner Geburt erzählt. Diesen kindlichen, offenen und ehrlichen Humor, der sich dabei zeigt, behält er während der ganzen Geschichte bei, auch wenn er es nicht immer leicht hat.

Einerseits ist es erschreckend quasi am eigenen Leib mitzuerleben, wie August ausgegrenzt wird, nur weil er anders aussieht. Die Engstirnigkeit und die Vorurteile machten mich, genau wie Augusts Schwester, wütend. Dass man ihn erschreckt, überrascht oder mitleidig anblickt, konnte ich noch nachvollziehen, für andere (sehr realistische) Vorfälle kann man sich allerdings nur noch fremdschämen.

Allerdings regt die Geschichte gerade dadurch auch zum Nachdenken an. Darüber wie man selbst handeln würde und wie man solch engstirnigen Menschen begegnen würde. August beweist dabei eine unglaubliche innerliche Größe, wodurch man von dem kleinen Jungen eine Menge lernen kann. Es ist einfach erstaunlich zu erleben, wie souverän August selbst mit verletzenden Situationen umgeht.

Interessant fand ich auch die Perspektivwechsel, denn man liest nicht nur aus der Sicht Augusts, sondern auch z.B. aus der seiner Schwester oder seiner Freunde. Dadurch erhält man als Leser noch einmal eine ganz andere Sicht auf manche Situationen, Personen und auf August selbst.

Während mir die ganze Geschichte schon sehr nahe ging, berührte mich das Ende besonders. Es fasst den ganzen Roman in einer bewegenden Rede des Schulleiters zusammen und macht deutlich, dass es im Leben um mehr geht, als um das Äußerliche.

„Sollen wir eine neue Lebensregel aufstellen … wollen wir immer versuche, ein bisschen freundlicher zu sein als unbedingt nötig?“ J. M. Barrie (aus „Wunder“)

Die Geschichte handelt ganz entscheidend auch von Familie, Freundschaft, Liebe und Freundlichkeit.

„Wunder“ hat mich überrascht, bewegt, mir die Augen ge- und ganz neue Perspektiven eröffnet, mich zum Nachdenken angeregt und dabei tief berührt. Ein wahrhaft WUNDERbares Buch!

 5

Vielen Dank an LovelyBooks und den Hanser Verlag für das Leserundenexemplar!

Mr. Browns Maximen (aus „Wunder“)

Oktober: Eure Taten sollen eure Denkmäler sein.

März: Freundliche Worte kosten nicht viel. Und doch erreichen sie viel. (Blaise Pascal)

384 Seiten

„Wunder“ bestellen beim Hanser Verlag

 

„Wie viel Leben passt in eine Tüte?“ von Donna Freitas [Rezension]


Als ihre Mutter an Krebs stirbt, ist Rose zu tiefst erschüttert. Auch Monate danach fällt es ihr schwer, die einzelnen Tage zu überstehen. Doch Roses Mutter hat ihr ein ganz besonderes Geschenk hinterlassen: Ein Survival Kit, das ein Foto von Pfingstrosen, ein Kristallherz, einen I-Pod, Buntstifte, einen Papierstern und einen Drachen enthält. Jedes dieser Geschenke hat eine Bedeutung, die Rose herausfinden muss und wobei sie immer wieder auf den stillen Will trifft…

Donna Freitas erzählt in ihrem Debütroman „Wie viel Leben passt in eine Tüte?“ eine wundervoll zarte und berührende Geschichte, die unter die Haut geht.

Die Trauer, die Rose verspürt, wird von Beginn an so glaubhaft beschrieben, dass ich gleich mit ihr mitfühlen konnte, wodurch mich die Geschichte sehr fesselte. Man versteht so gut, wie schwer alles für Rose ist, was früher normal war und fragt sich, ob sie es wohl schafft, die Trauer zu überwinden und wieder anfangen kann zu leben.

Dabei ist nicht unbedingt die Handlung der Geschichte das, was den Roman zu einem wahren Pageturner macht, sondern die Gefühle, die die Autorin im Leser weckt. Diese sind zum Teil so sensibel und auch immer wieder so stark, dass ich mich ihnen nicht entziehen konnte und selbst immer wieder ein paar Tränen vergoss. Schwülstig oder übertrieben wirkt die Geschichte jedoch an keiner Stelle, sondern sehr realistisch. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Autorin in Roses Geschichte viele eigene Erfahrungen verarbeitet, wie sie im Interview erzählte (zum Interview: Klick!).

Interessant und spannend fand ich es herauszufinden, was die einzelnen Gegenstände aus dem Survival Kit bedeuten und zu erleben, was z.B. das Foto der Pfingstrosen alles auslösen kann.

„Wie viel Leben passt in eine Tüte?“ ist Roses Geschichte, wie sie mit der Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen umgeht. Jeder Mensch verarbeitet solche Gefühle auf seine eigene Weise,  sodass die Geschichte kein Rezept ist. Wenn man erst vor Kurzem jemanden Geliebtes verloren hat, sind die Gefühle, die die Geschichte erzeugt womöglich zu überwältigend. Jedoch finde ich, dass besonders die Idee des Survival Kits, eine ganz tolle Anregung und Möglichkeit ist, sich Gefühle bewusst zu machen und damit umgehen und leben zu lernen.

So hat mich „Wie viel Leben passt in eine Tüte?“ bewegt und berührt, auf eine wunderbar stille, oft schmerzliche und traurig-schöne, aber auch auf eine hoffnungsvolle Weise.

PS: Jedes Kapitel des Buches trägt als Titel einen Song, sodass am Ende „Rose Madisons Playlist“ entsteht. Hier könnt ihr euch die Lieder anhören und euch einen Eindruck der Stimmung des Buches machen: Klick!.

Vielen Dank an den Gabriel Verlag und   für das Rezensionsexemplar!

400 Seiten

Gabriel

„Wie viel Leben passt in eine Tüte?“ bestellen: Klick!

„Aschenputtels letzter Tanz“ von Kathleen Weise [Rezension]


 

Meine Rezension zu diesem spannenden Jugendthriller findet ihr hier:

Lizzy Net (Klick!)

 

 

Planet Girl 

224 Seiten

„Aschenputtels letzter Tanz“ bei Amazon

„Die Insel der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs [Leseeindruck]


Ich war sehr gespannt auf das Buch, denn schon das Cover wirkt mysteriös und etwas unheimlich. Genauso empfand ich dann auch die Geschichte.

Zunächst scheint die Welt, in der Jacob lebt, recht normal zu sein. Wären da nicht die unheimlichen Geschichten, die sein Opa ihm erzählt hat, als er noch ein kleines Kind war. Doch inzwischen Jacob fast erwachsen und glaubt nicht mehr an Schauermärchen. Doch als er seinen Großvater sterbend findet, keimen Zweifel in Jacob. Sind die Geschichten über Insel und die besonderen Kinder vielleicht doch keine Märchen?

Von Anfang an begleitete mich während des Lesens ein Gefühl, dass gleich etwas passieren wird. Die Bilder, die in der Geschichte beschrieben und auch als Fotos dargestellt werden, ließen eine gruselige Stimmung aufkommen. Doch verlief Jacobs Leben so normal, dass diese fast völlig verschwand. Jedoch nur fast, denn als Jabocs Großvater stirbt, ändert sich alles… Ich konnte mich sehr gut in Jacob hineinversetzen, so dass ich seine Zweifel und Ängste beinahe selbst spürte. Die Geschichte war vom Anfang bis zum Ende sehr spannend, mit vielen überraschenden und erschreckenden Momenten. An einigen Stellen konnte ich mich angenehm gruseln, ohne dass es blutrünstig wurde, an anderen Stellen musste ich schmunzeln, da die Geschichte auf eine lockere Art erzählt wird. Die vielen Fotos geben der Geschichte eine tolle Atmosphäre und machen das Buch zu etwas Besonderem, weil man während des Lesens noch auf einer anderen Ebene angesprochen wird. Ein spannendes Leseerlebnis!

Vielen Dank an die Droemer-Knaur Testleseraktion!

PAN

416 Seiten

„Die Insel der besonderen Kinder“ bei amazon

[Ein Leseeindruck ist KEINE Rezension. Bei einem Leseeindruck schreibe ich einfach ein paar Gedanken und Gefühle auf, die ich während des Lesens habe bzw. empfinde.]

„Vladimir Tod 01. Vladimir Tod hat Blut geleckt“ [Rezension]


Gestatten, Vladimir sein Name. Halbvampir.

Vladimir ist blass, dünn und ruhig und bietet damit die perfekte Zielscheibe für Gemeinheiten seiner Mitschüler. Doch wenn die wüssten, dass der Junge Blut zum Frühstück trinkt und messerscharfe Eckzähne hat, würden sie sich hüten. Um nicht aufzufallen, passt sich Vladimir jedoch an, doch als eines Tages ein neuer, geheimnisvoller Lehrer auftaucht, scheint er das gut gehütete Geheimnis um Vladimirs Wesen zu kennen…

Heather Brewer erzählt im ersten Roman der Vladimir Tod Reihe „Vladimir Tod hat Blut geleckt“ die spannende Geschichte eines außergewöhnlichen Jungens, der versucht ein halbwegs „normales“ Leben zu führen.

Wieder eine Vampirgeschichte werden vielleicht einige denken. Doch Vladimir Tod ist anders. Er versucht ganz normal zu sein und irgendwie ist er das ja auch, kommt nur darauf an, wie man „normal“ definiert.

Die Autorin hat mit Vladimir eine interessante Figur geschaffen. Der 13-jährige Junge ist sympathisch, hat mit ganz normalen Schulproblemen und dem Erwachsen werden zu kämpfen. Er ist verliebt doch traut sich nicht sein Traummädchen anzusprechen. Man kann so richtig mit ihm mitfühlen. Sein bester Freund Henry ist hingegen der beliebteste Junge der Klasse. Zusammen sind die beiden ein ungleiches Paar, das viele lustige Sprüche auf Lager hat und den Leser so wunderbar unterhält.

Doch auf der anderen Seite ist Vladimir ein Vampir und erlebt so Außergewöhnliches und Gefährliches. Es macht Spaß durch das Lesen daran teilzuhaben, auch weil es bis zum Ende spannend bleibt, denn man weiß nicht, wie die Geschichte endet oder wer Freund und wer Verräter ist. Die Seiten verfliegen beim Lesen, sodass die Geschichte leider viel zu schnell zu Ende ist.

Außerdem ist der Schreibstil der Autorin sehr angenehm. Die Sprache wird den Figuren gerecht und richtet sich an junge Erwachsene, ohne zu umgangssprachlich zu sein. So können auch ältere Leser Freude an der Geschichte haben.

Ich konnte „Vladimir Tod hat Blut geleckt“ gar nicht mehr aus der Hand legen, denn die spannende Geschichte, gemischt mit den sympathischen Figuren und dem lockeren Schreibstil der Autorin ist einfach eine ideale Mischung. Es macht sehr viel Spaß das Buch zu lesen, daher kann ich es nur weiterempfehlen und freue mich auf die folgenden Bände!

5

Vielen Dank an Clee von Clee’s Bücherwelt und den Loewe-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Loewe

205 Seiten

„Vladimir Tod 01. Vladimir Tod hat Blut geleckt“ auf amazon

„Blood Romance 01. Kuss der Unsterblichkeit“ von Alice Moon [Rezension]


Als Sarah Dustin das erste Mal sieht, ist es als würde ihr Herz ihren Körper verlassen und zu ihm schweben. So etwas hat sie noch nie gespürt. Was hat das zu bedeuten? Sarah fühlt sich von dem Jungen mit den dunklen Augen angezogen und auch er schaut sie auf eine Art an, die sie im Innersten berührt. Doch was hat May, Sarahs Freundin, bloß gegen den geheimnisvollen Dustin?

Alice Moon erzählt im ersten Band der „Blood Romace“ Reihe, der den Titel „Kuss der Unsterblichkeit“ trägt, den Beginn der Geschichte zwischen Sarah und Dustin, deren Liebe die beiden für immer glücklich machen oder auf ewig verfluchen könnte.

Das schöne Cover machte mich neugierig das Buch zu lesen. Der Spotlack, mit dem die schwarzen Rosenranken aufgetragen sind, steht in einem schönen Kontrast zur violetten Farbgestaltung des Covers und die Rosen, die an den Seiten des Buches aufgetragen sind, wirken ungewöhnlich und interessant.

Die Geschichte um Sarah und Dustin lässt sich eigentlich ganz gut lesen, denn der Schreibstil der Autorin ist flüssig und es gibt einige geheimnisvolle, verwirrende oder romantische Momente, doch der eigentlichen Geschichte fehlt meiner Meinung nach die Besonderheit und Einzigartigkeit, die das Buch von anderen des Genres unterscheidet.

Man könnte die Geschichte auch so zusammenfassen: Ein eher unscheinbares, aber eigentlich wunderschönes Mädchen verliebt sich unsterblich in einen geheimnisvollen, vielleicht gefährlichen jungen Mann, der ihre Liebe auch erwidert, aber ihr aus bestimmten Gründen nicht nah sein darf…

Mir kam der Inhalt so grob zusammengefasst bekannt vor. Nun kann man aber auch aus einem häufiger bearbeiteten Thema immer noch eine besondere Geschichte machen, was erklärt, warum es so viele verschiedene Vampir-Bücher bzw. Reihen gibt. Dazu müsste man der Geschichte aber irgendetwas Außergewöhnliches verleihen, wie besondere Charaktere, eine spannende, unerwartete Geschichte oder eine fantastische Umgebung.

Bei „Kuss der Unsterblichkeit“ war davon, leider nicht so viel zu finden. Von Anfang an ist klar, dass Dustin kein „normaler“ Junge ist, doch was er genau ist, ahnt man relativ schnell. Sarah hatte ihre eigene tragische Geschichte, deren Ausmaße dem Leser Stück für Stück enthüllt werden. May, Sarahs vielleicht beste Freundin, ist die einzige Figur, deren Motive undurchsichtig sind. Insgesamt fand ich die Geschichte daher eher vorhersehbar.

Ein anderer Punkt, der mich störte, war, dass immer wenn sich Dustin an eine geheimnisvolle Frau aus seiner Vergangenheit erinnerte, die Wörter SIE, IHR, IHRE, DU und DICH großgeschrieben wurden. Auf mich wirkt das, als schreie der Charakter, der gerade denkt oder spricht, sodass es meinen Lesefluss störte, wenn in zwei Sätzen mitunter fünf solcher Wörter standen. Zum Glück gab es nicht so viele dieser Passagen.

Insgesamt ist „Kuss der Unsterblichkeit“ für mich eine Geschichte, die man nebenbei mal lesen kann, aber nicht muss. Der Schreibstil ist, abgesehen von „SIE“, flüssig, wodurch sich Geschichte relativ schnell lesen lässt.

Vielen Dank an den Loewe-Verlag für die Bereitstellung, des Rezensionsexemplars!

285 Seiten

Loewe

„Blood Romance 01. Kuss der Unsterblichkeit“ auf amazon.de

„Das Vermächtnis der Feen“ von Brigitte Endres [Rezension]


Merkwürdige Dinge geschehen als Josie ihren Vater in Chicago besucht. Was hat es mit dieser seltsamen Amsel auf sich, die dem Mädchen eine geheimnisvolle Fibel bringt? Wird Josie langsam verrückt und bildet sich die ganzen Geschehnisse ein? Doch als sie auf Amy trifft, die ihr so ähnlich sieht, dass die beiden Schwester sein könnten, scheinen die Dinge einen Sinn zu ergeben, einen zutiefst mysteriösen. Doch dies ist erst der Anfang. Die Mädchen ahnen nicht, in welch uralte Fehde sie hineingeraten sind und welches Erbe sie in sich tragen…

In „Das Vermächtnis der Feen“ erzählt Brigitte Endres eine Geschichte, in der Mythen, Fantasie und uralte Flüche lebendig werden und das Leben von Josie und Amy dramatisch verändern.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, denn das Cover ist wunderschön gestaltet und lockte mich die Geschichte zu lesen. Es hat eine frühlingshaft grüne Farbe, ist mit glänzendem Lack bedruckt und erinnert schon von der Aufmachung an Feen. Nach dem Lesen der Geschichte muss ich feststellen, dass es auch tatsächlich sehr zum Buch passt. Die Amsel ist ein kleiner Hinweis auf die Geschichte und die Farbe des Umschlages verrät, wo sich ein großer Teil der Handlung abspielt, nämlich auf der „Grünen Insel“.

Vom Anfang der Geschichte war ich jedoch etwas enttäuscht. Ein „Zufall“ reihte sich an den Nächten, und auch wenn Josie das alles sehr seltsam vorkommt, kam für mich keine mysteriöse Stimmung auf. Vielmehr wirkten die Ereignisse konstruiert und aneinandergereiht, weswegen sich die ersten 100 Seiten sehr zähflüssig lesen ließen.

Doch als Josie Amy kennenlernt und die beiden nach Irland reisen, ändert sich das komplett. Die Geschichte wird spannend, dramatisch und liest sich einfach nur noch wunderbar flüssig. Ich war überrascht, wie sich dieser Kritikpunkt auf einmal auflöste und sich eine wunderbare Geschichte zu entwickeln begann.

Irland wird sehr schön beschrieben, als grün und wetterlaunisch und ist somit der perfekte Schauplatz für fantastische Geschichten. Die Autorin webt irische Mythen von Feen und Trollen in die Handlung mit ein, so dass man sich auf die Insel versetzt fühlt, auf der die Sidhe noch immer eine große Rolle spielen.

Die Figuren waren mir sehr sympathisch und ich konnte mich gut in Josie hineinversetzten. Sie hat öfter gezweifelt, doch immer wieder an sich, ihre Freunde und Familie geglaubt und sich dadurch immer wieder überwunden, eine Haltung, die ich bewundere, denn im Angesicht der eigenen Angst weiter zu machen, erfordert viel Mut.

Die vielen gereimten Verse der magischen Wesen haben mich manchmal schon ein bisschen genervt :), aber die Erklärung dafür war einleuchtend und interessant.

Insgesamt fand ich das Buch nach dem schleppenden Beginn sehr schön. Es hat mich mit schönen Beschreibungen der Schepselwelt (Schepsel = Mensch) und einer durch und durch fantastischen und fantasievollen Handlung gefesselt und gut unterhalten!

Ich danke dem planet Girl-Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar!

448 Seiten

planet Girl

„Das Vermächtnis der Feen“ auf amazon

Website der Autorin

„Die Radleys“ von Matt Haig [Hörbuchrezension]


Reinhören

Eine ganz normale Familie?

Ganz bestimmt nicht! Rowan hat trotz Sonnenschutzfaktor 60 Hautprobleme, jedes Tier flieht vor Clara und die ganze, vierköpfige Familie kann nachts so gut wie gar nicht schlafen. Eigentlich ist es so offensichtlich wie unglaublich: Die Radleys sind Vampire. Sie leben abstinent, doch das führt zu großen Problemen, denn als sich Clara eines Nachts wehren muss, wird es blutig…

In „Die Radleys“ erzählt Matt Haig die Geschichte einer Familie, die versucht sich gegen ihre Natur zu verhalten, was nicht immer leicht ist und schwerwiegende Folgen hat, denn nicht alle Vampire „leben“ abstinent.

Das Hörbuch begann sehr lustig. Mir als Zuhörerin war von Anfang an klar, dass es sich bei der ganzen Familie um Vampire handelt, doch die Eltern Peter und Helen versuchen dies, so gut es geht zu verbergen. Die beiden Kinder Rowan und Clara wissen gar nicht, was sie in Wirklichkeit sind. Das führt zu einigen Verwicklungen und löste die ganze Geschichte überhaupt erst aus.

„Die Radleys“ ist also definitiv ein Vampirroman, jedoch kein gewöhnlicher. Hier werden Vampire nicht als wunderschön oder unsterblich beschrieben, sondern als menschenähnliche Wesen, die genau wie die Menschen in ihrer Umgebung leben wollen. Zumindest die Abstinenzler. Dass dies viele Probleme birgt, versteht sich fast von selbst, denn der Blutdurst ist immer da. Doch gilt es, ihn zu unterdrücken.

Der Autor versteht es abwechselnd eine spannende, unheimliche oder amüsante Atmosphäre aufzubauen, so dass ich mich gut in die Geschichte hineinversetzen konnte. Die Charaktere sind sehr unterschiedliche gestaltet, was viel Abwechslung und vor allem verschiedene Blickwinkel bietet, aus denen man das „Vampirleben“ betrachten kann. Besonders Rowan und Clara waren mir sympathisch, denn sie sind einander kaum ähnlich, halten aber trotzdem zusammen, egal was passiert.

Sascha Rotermund liest auf eine angenehme, meist ruhige Art und Weise, so dass ich der Geschichte leicht folgen konnte. Er haucht den einzelnen Personen Leben ein und gibt jedem eine eigene Stimme. Für mich war es kein Problem, die verschiedenen Familienmitglieder zu unterscheiden.

Will, Peters Bruder, klang meistens ziemlich verrückt und unbeherrscht, was gut seinem Charakter passte. Manchmal sprach Rotermund ihn für meinen Geschmack etwas zu wahnsinnig, so dass ich mich anfangs wunderte, denn er wurde als relativ normal beschrieben, soweit man das von einem Vampir sagen kann.

Mit sechs CDs (ca. 428 min = etwas mehr als sieben Stunden) empfand ich das Hörbuch als ziemlich lang. Die Geschichte war zwar meistens interessant oder lustig, aber oft wurden auch Alltagssituationen, wie Probleme in der Schule beschrieben, so dass sich die Geschichte etwas hinzog.

Das Ende war dann nochmal richtig spannend und stellt einen gelungenen Abschluss der Geschichte dar!

„Die Radleys“ ist ein schönes Hörbuch für zwischendurch oder nebenbei, denn man kann ihm leicht folgen, wobei ich die Musikuntermalung als sehr angenehm und gelungen empfand, denn sie unterstreicht die Atmosphäre sehr passend.

Vielen Dank an Lübbe Audio für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Lübbe

Bearbeitete Fassung

6 CDs, 428 Minuten, 81 Tracks

„Die Radleys“ auf amazon

„Schon verliebt, Rosenblüte?“ von Dagmar Geisler [Rezension]


Jule fühlt sich als graue Maus neben ihrer wunderschönen Cousine Ella, die ausgerechnet in die gleiche Klasse geht wie Jule. Und dann ist da auch noch Frederik, der mit seinen blonden Locken so wahnsinnig gut aussieht und in dessen Gegenwart sie keinen normalen Satz zustande bringt. Als würde das nicht schon reichen, taucht auch noch dieser Salih ständig aus dem Nichts in Jules Gegenwart auf und bringt sie damit in ziemlich peinliche Situationen…

Dagmar Geisler erzählt in ihrem Roman „Schon verliebt, Rosenblüte?“ von Jule Ströhmann und dem geheimnisvollen Salih, der sie „Rosenblüte“ nennt und immer wieder einfach so auftaucht und genauso spurlos wieder verschwindet.

Als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hielt, war ich zunächst vom schönen Cover begeistert. Es ist sehr liebevoll mit Herzen, Rosenblüten und goldenen Ornamenten in ansprechenden Rosa-, Violett- und Gelbtönen gestaltet. Außerdem duften die Rosenbildchen nach Rosenduft, besonders wenn man leicht darüber reibt.

Beim Lesen des Buches hielt ich es meist zufällig so fest, dass meine linke Hand an einer der Blüten lag, so dass mich ab und zu ein leichter Rosenduft umwehte. Das passte sehr gut zur Geschichte, denn immer wenn Salih auftaucht, duftet es ganz orientalische nach Vanille, Zimt und Koriander. So fühlte ich mich ein bisschen wie im Buch.

Die Geschichte beginnt mit Jule Ströhmann, die von ihrer Tante ein schönes orientalisches Gefäß geschenkt bekommt, worüber sie allerdings nicht so begeistert ist, denn die schöne Ella bekommt herrliche sonnenuntergangsfarbene Klamotten. Typisch, denkt sich Jule, doch sie ahnt noch nicht, wie sich alles verändern wird…

Das Buch ist unterhaltsam und spannend, denn auf der einen Seite lernt man das einigermaßen normale Leben von Jule kennen, mit ihrer interessanten Familie, die Mutter ist Pädagogin, die eine Tante Schauspielerin, die andere Tante arbeitet im Museum und nimmt an Ausgrabungen teil, und auf der anderen Seite steht der geheimnisvolle und sehr gut aussehende Salih. Wo kommt er her? Und was will er von Jule?

Die Autorin schafft es, die beiden Welten auf herrlich amüsante Weise aufeinanderprallen zu lassen. Jule steckt durch Salih und Frederik manchmal in einem totalen Gefühlschaos, dadurch bleibt es bis zum Schluss spannend, wie alles ausgeht.

Außerdem ist die Geschichte wunderbar geschrieben. Ich konnte mich sehr gut in Jule und ihre verkorkste Situation einfüllen, konnte oft mit ihr lachen, mitfühlen und mitleiden. Die Personen werden sympathisch, aber auf sehr unterschiedliche Weise dargestellt, so dass das Lesen, verbunden mit der spannenden Handlung sehr viel Spaß gemacht hat.

In das Buch „Schon verliebt, Rosenblüte?“ habe ich mich während des Lesens regelrecht verliebt. Es hat einfach alles gestimmt: die Personen, die Handlung und der Hauch Magie und viel Romantik. Daher kann ich die Geschichte aus vollem Herzen weiter empfehlen!

Vielen herzlichen Dank an den LOEWE-VERLAG für das Rezensionsexemplar!

262 Seiten

LOEWE

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