„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

Beiträge mit Schlagwort ‘Fantasy’

„Beim ersten Sonnenstrahl“ von Inka Loreen Minden [Rezension]


London im Jahre 1862: Nach einem Besuch auf der Weltausstellung werden Davids Eltern vor seinen Augen ermordet. Ein geflügeltes Wesen, das David zuerst für einen Dämon hält, rettet ihn vor dem sicheren Tod. Seitdem fühlt er sich von diesem Geschöpf beobachtet. Jahre später lernt er seinen Retter kennen und zwischen den beiden erwächst tiefe Zuneigung. Gemeinsam reisen sie nach Paris, um den Mord aufzuklären. Die Spuren geben ihnen immer neue Rätsel auf. Dabei stoßen sie auf allerhand Hindernisse, Gefahren und seltsame Gestalten, die ihre zarte Liebe auf eine harte Probe stellen. (dead soft Verlag)

„Beim ersten Sonnenstrahlt“ von Inka Loreen Minden ist ein Gay Romance Roman, der die spannende und erotische Geschichte von David und Zahar erzählt.

Gleich zu Beginn des Buches findet sich der Leser mitten im Geschehen wieder, denn David durchlebt die Ermordung seiner Eltern im Traum noch einmal. Beim Aufwachen spürt er, dass er nicht allein ist und will nun endlich herausfinden, wer sein geheimnisvoller Retter ist. So beginnt eine kleine Verfolgungsjagd durch das viktorianische London, in der sich schon die dunkle, geheimnisvolle und gefährliche Stimmung aufbaut, die mich während der ganzen Geschichte gefangen hielt.

Besonders interessant und faszinierend fand ich auch die Beschreibung der Weltausstellung in Paris. Ich konnte mir beinahe bildlich vorstellen, über die Marsfelder zu schlendern, mir die Aquarien anzusehen und berühmte Persönlichkeiten zu treffen.

Die beiden Protagonisten David und Zahar sind zum Teil sehr unterschiedlich. So lebt David relativ zurückgezogen und wirkt sehr schüchtern. Zahar hingegen ist ein starker, selbstbewusster Beschützer. Doch in ihrer Einsamkeit ähneln sie sich. Beide Charaktere sind in ihren Ängsten, Zweifeln, Hoffnungen und ihrer Entwicklung realistisch dargestellt, wodurch ich ihre Gefühle und Gedanken gut nachvollziehen konnte. Außerdem beschreibt die Autorin ganz behutsam, wie sich die Liebe zwischen den beiden entwickelt, was einfach schön zu lesen war.

Aber auch die Mischung aus Erotik und Fantasygeschichte ist sehr gelungen. Sie wirkt sehr ausgewogen, wodurch ich nicht den Eindruck hatte, als wären noch Erotikszenen eingeschoben worden, allein um der Erotik willen. Sie passen immer gut in den Lauf der Geschichte. Nach Aussage der Autorin ist „Beim ersten Sonnenstrahl“ ihre „harmloseste“ Geschichte. Für mich, die ich vorher noch keine Gay Romance Story oder anderweitige Erotikliteratur gelesen habe, war das genau das richtige Verhältnis aus Erotik und spannender Geschichte.

Die Handlung war atmosphärisch dicht, der Schreibstil flüssig und unerwartete Wendungen überraschten mich. Die Fantasygeschichte um Gargoyles, Magier und Dämonen ist ebenso interessant wie spannende.

Im Autorenpoträt heißt es „Neben einer spannenden Rahmenhandlung legt sie viel Wert auf eine niveauvolle Sprache und lebendige Figuren.“ Dies ist Inka Loreen Minden eindeutig gelungen!

4,5

Vielen Dank an den dead soft Verlag und lovelybooks für das Leserundenexemplar.

196 Seiten

Beim ersten Sonnenstrahl“ auf Amazon

„Geboren um Mitternacht“ von C.C. Hunter [Hörbuchrezension]


Von Lizzynet.de aus, durfte ich das Hörbuch „Geboren um Mitternacht“, den ersten Teil der Shadow Falls Camp Reihe, rezensieren.

Meine Rezension findet ihr hier: Klick!

Geschichte: 4

Sprecherin: 3

Gesamt:3,5

Vielen Dank an LizzyNet und DAV-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Eine Hörprobe findet ihr auf der Website des DAV-Verlags.

gekürzte Lesung, 6 CDs, 445 Minuten

„Geboren um Mitternacht“ (Hörbuch) auf Amazon

„Zirkel“ von Sara B. Elfgren und Mats Strandberg [Rezension]


Sechs Mädchen, die unter- schiedlicher nicht sein könnten, sind auserwählt erst ihre Stadt gegen das Böse zu verteidigen und bald vielleicht auch die ganze Welt.

In Engelsfors, einer schwedischen Stadt, ist es nicht so idyllisch, wie der Name vermuten lässt. Es gibt viele Arbeitslose, manche Gegen- den sterben beinahe aus und ein Junge hat sich in der Schule das Leben genommen. Kein Wunder also, dass einige der Mädchen nach der Schule nur noch weg wollen. Doch hat sich Elias wirklich umgebracht? Seine Freundin Linnéa kann das einfach nicht glauben…

Als der Blutmond über der Stadt aufgeht, finden sich die sechs Auserwählten im alten Vergnügungspark zusammen. Diese Treffen verändert ihr ganzes Leben, denn wem können sie noch trauen?

Mit „Zirkel“, dem Auftakt der Zirkel – Feuer – Schlüssel-Trilogie, ist Sara B. Elfgren und Mats Strandberg ein Fantasykrimi der Extraklasse gelungen.

Schon der Beginn ist atemberaubend fesselnd und dramatisch. Man erlebt, wie sich Elias auf der Schultoilette umbringt. Eine merkwürdige Stimme begleitet ihn dabei, von der man nicht weiß, zu wem sie gehört und welche Absichten sie verfolgt.

Im Folgenden lernt man die Mädchen, die wirklich nicht verschiedener sein könnten, kennen: Ida ist eine hinterhältige Zicke. Anna-Karin lebt auf einem Bauernhof in der Nähe und wird von ihren Mitschülern gemobbt. Rebekka ist wunderschön und immer für andere da. Minoo gilt als Streberin, ist aber sehr unsicher und dennoch sympathisch. Linnéa ist rebellisch und Vanessa eher freizügig. Jedes Mädchen wird mit ihren eigenen Problemen, Wünschen und Talenten beschrieben. Die Erzählerfigur betrachtet die sechs immer abwechselnd, so dass man ihre Namen und Eigenheiten schnell zu unterscheiden lernt, was anfangs wegen der vielen Namen gar nicht so einfach ist. Doch sie werden einem schnell vertraut und sympathisch (zumindest fast alle), man fiebert mit ihnen mit und bangt um sie, denn das Böse ist gnadenlos…

Der Schreib- und Erzählstil ist dermaßen fesselnd, dass die Seiten nur so verfliegen. Durch die vielen Szenenwechsel entstehen packende Cliffhanger, die einen verleiten, immer weiter und weiter zu lesen. So ist die Geschichte, obwohl 608 Seiten lang, viel zu schnell vorbei.

Die Mischung aus Magie, Freund- und Feindschaft und ganz normalem Leben, mit vielen unterschiedlichen Problemen, hat mir sehr gefallen. Jeder Leser wird sich wohl in der einen oder anderen Situation wiederfinden, denn man kann den Mädchen im Laufe der Geschichte quasi in die Seele blicken. Es ist spannend zu beobachten, wie sie sich entwickeln und verändern.

Die Geschichte strotzt nur so vor Geheimnissen. Einige erahnt man mit der Zeit langsam, andere Wendungen sind völlig überraschend und viele Fragen bleiben über das Ende hinaus offen.

„Zirkel“ ist wunderbar fesselnder All-Age-Roman, der sowohl fantastische Elemente, als auch Krimianklänge aufweist. Außerdem spielen Gesellschaftskritik, Familienprobleme und das Erwachsenwerden eine Rolle. Elfgren und Strandberg ist damit der furiose Auftakt einer neuen Trilogie gelungen!

Vielen Dank an lovelybooks und den Dressler Verlag für das Leserundenexemplar!

Dressler

608 Seiten

„Zirkel“ auf Amazon

„Flames ’n Roses: Lebe lieber übersinnlich“ von Kiersten White [Hörbuchrezension]


„Flames ’n Roses“ Hörprobe 

Evie ist ein ganz normales Mädchen, denkt sie. Sie hat zwar einen ungewöhnlichen Job, nämlich für die IBKP, die Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler, para-normale Wesen zu registrieren und somit die Menschheit schützen, doch ansonsten liebt sie die Farbe rosa, die Fernseh-serie „Easton High“ und natürlich shoppen. Ganz normal eben. Doch als Lend in die Zentrale einbricht, gerät Evies Leben durcheinander. Lend ist super süß und kann sein Cover, sein Aussehen, beliebig ändern und ist von den guten Absichten der IBKP nicht so überzeugt wie Evie…

Mit „Flames ’n Roses: Lebe lieber übersinnlich“, dem Beginn der Trilogie um Evie und Lend, ist der US-amerikanischen Autorin Kiersten White ein spannende und witzige Geschichte gelungen.

Evie war mit von Anfang an sympathisch mit ihrer fröhlichen, lustigen und begeisterungsfähigen Art. Mit ihren 16 Jahren ist sie für die IBKP eine wichtige Mitarbeiterin, denn nur sie kann durch die Cover der Paranormalen sehen. Ihre Fähigkeit ist dabei Bürde und Gabe gleichermaßen, denn Evie würde lieber zur Schule gehen, wie die Figuren in ihrer Lieblingsfernsehserie.  Man kann sehr gut mit ihr mitfühlen, so dass die Geschichte sehr fesselnd ist.

Gleich zu Beginn ist der Leser dabei, als Evie einem Vampir eine Weihwasserfessel anlegt. Ihre witzige Art kommt dabei zum Ausdruck und ließ mich immer wieder schmunzeln. Es spielen viele fantastische Wesen, wie Meerjungfrauen, Moorhexen oder Werwölfe eine Rolle, ohne dass die Geschichte aufgebläht wirkt.

Die Sprecherin Petra Schmidt-Schaller bringt Evies Art mit ihrer fröhlichen Stimme wunderbar zum Ausdruck. Man meint immer ein leichtes Schmunzeln zu hören, was in mir gute Laune weckte. Aber auch die spannenden Stellen versteht sie auszudrücken, so dass man nur die Augen schließen muss, um in die Geschichte abzutauchen.

Die Sprecherin verleiht auch Lend eine sehr passende Stimme. Wenn man einmal in der Geschichte versunken ist, merkt man kaum noch, dass nur eine Person alle Charaktere spricht. Jeder hat seine Besonderheiten und die werden von Petra Schmidt-Schaller exzellent umgesetzt. Nur Reths Stimme, Evies Feen-Ex-Freund, empfand ich als etwas anstrengend, weil er so langsam und lang gezogen gesprochen wurde.

Ansonsten passen Sprecherin und Geschichte einfach perfekt zusammen und machen „Flames ’n Roses: Lebe lieber übersinnlich“ zu einem spannenden, romantischen und einfach schönen Hörerlebnis. Mir gefiel das Hörbuch so gut, dass ich es gleich noch einmal gehört habe und mich schon sehr auf den zweiten Teil freue.

Vielen Dank an Jumbo Neue Medien für das Rezensionsexemplar!

Jumbo Neue Medien

5 CDs

Gesamtspielzeit: 06:05:53

„Flames ’n Roses: Lebe lieber übersinnlich“ auf amazon

„Winterwelt“ von Nicole Bulgrin [Rezension]


Arrow war schon immer anders als die anderen Kinder, die im Dorf leben. Sie hat viele Geheimnisse vor ihren Freunden und es gibt noch viel mehr Geheimnisse, von denen selbst Arrow nichts ahnt.

Als sie eines Nachts von ihrem Vater in den Wald geführt wird, verändert sich ihr ganzes Leben. Ihr Vater öffnet vor ihren Augen den Eingang in das Paradies. Arrow ist fasziniert von den vielen Wesen, die es gibt und von der Schönheit und der Andersartigkeit dieser Welt.

Doch bald ändert sich Arrows Leben erneut. In einer vom Winter regierten Welt findet sie sich wieder, ohne Gedächtnis und ohne Vergangenheit.

In „Winterwelt“ erzählt Nicole Bulgrin die Geschichte eines jungen Mädchens, das erkennt, dass es auf der Welt viel mehr Wunder gibt, als es je für möglich gehalten hätte und dass manche Geschichten doch keine Märchen sind…

Das gesamte Buch ist in Eigenregie der Autorin entstanden, sogar das schöne Cover hat sie selbst gestaltet. Von solch einem Durchhaltevermögen und Entschlossenheit, alles alleine auf die Beine zu stellen, war ich schon mal begeistert. So war ich dann auch sehr gespannt auf die Geschichte, die anscheinend solch eine Faszination ausübt, dass sie auf jeden Fall erzählt werden möchte.

Und schon die ersten Seiten begeisterten mich. Zunächst lernt man die Protagonistin, Arrow, und die Welt in der sie lebt, kennen. Der Schreibstil der Autorin ist dabei angenehm zu lesen. Sie beschreibt alles sehr anschaulich. Die Geschichte spielt am Anfang des 19. Jahrhunderts und verbreitet durch den vielen Schnee und Plätzchenduft eine wunderbar heimelige Atmosphäre. Man spürt von Beginn an die Magie, die Arrow umgibt und die ihr selbst noch rätselhaft erscheint.

Doch die magische Welt lässt nicht lange auf sich warten. Einmal in sie eingetaucht, konnte ich mich ihr nicht mehr entziehen. Anfangs war ich, genau wie Arrow, überwältigt von den vielen magischen Wesen, die es dort gibt. Doch man lernt sie kennen und mögen. Besonders spannend und aufregend fand ich in diesem Zusammenhang die „Wilde Jagd“, die immer wieder beschrieben wird. Ich gruselte mich zusammen mit den zwei Frauen und sehnte den Sonnenaufgang herbei :-).

Ich fand es sehr spannend und interessant eine  Geschichte quasi „in Reinkultur“ kennenzulernen. So bemerkt man die persönliche Art der Autorin sehr deutlich, die mir sehr sympathisch war. Über manche Formulierungen wunderte ich mich zwar und der Schreibstil erschien mir nicht immer ganz rund, was aber den Gesamteindruck der Geschichte nicht stört.

Einzig Arrow hat mir so manches Mal ein Kopfschütteln entlockt, denn sie erschien teilweise über alle Maße aufopferungsbereit und perfektionistisch. Dennoch hat mich die Geschichte begeistert. Sie  übte einen so großen Sog auf mich aus, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Vielen Figuren, wie Anne oder Keylam, sind mir richtig ans Herz gewachsen, so dass ich mich sehr auf den zweiten Teil der Trilogie freue!

Vielen herzlichen Dank an die Nicole Bulgrin und lovelybooks, für das Leserundenexemplar und das anregende, gemeinsame Lesen! Es hat mir viel Spaß gemacht.

495 Seiten

BoD

„Winterwelt“ auf Winterwelt-Fantasy

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: