„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Das Vermächtnis der Feen“ von Brigitte Endres [Rezension]


Merkwürdige Dinge geschehen als Josie ihren Vater in Chicago besucht. Was hat es mit dieser seltsamen Amsel auf sich, die dem Mädchen eine geheimnisvolle Fibel bringt? Wird Josie langsam verrückt und bildet sich die ganzen Geschehnisse ein? Doch als sie auf Amy trifft, die ihr so ähnlich sieht, dass die beiden Schwester sein könnten, scheinen die Dinge einen Sinn zu ergeben, einen zutiefst mysteriösen. Doch dies ist erst der Anfang. Die Mädchen ahnen nicht, in welch uralte Fehde sie hineingeraten sind und welches Erbe sie in sich tragen…

In „Das Vermächtnis der Feen“ erzählt Brigitte Endres eine Geschichte, in der Mythen, Fantasie und uralte Flüche lebendig werden und das Leben von Josie und Amy dramatisch verändern.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, denn das Cover ist wunderschön gestaltet und lockte mich die Geschichte zu lesen. Es hat eine frühlingshaft grüne Farbe, ist mit glänzendem Lack bedruckt und erinnert schon von der Aufmachung an Feen. Nach dem Lesen der Geschichte muss ich feststellen, dass es auch tatsächlich sehr zum Buch passt. Die Amsel ist ein kleiner Hinweis auf die Geschichte und die Farbe des Umschlages verrät, wo sich ein großer Teil der Handlung abspielt, nämlich auf der „Grünen Insel“.

Vom Anfang der Geschichte war ich jedoch etwas enttäuscht. Ein „Zufall“ reihte sich an den Nächten, und auch wenn Josie das alles sehr seltsam vorkommt, kam für mich keine mysteriöse Stimmung auf. Vielmehr wirkten die Ereignisse konstruiert und aneinandergereiht, weswegen sich die ersten 100 Seiten sehr zähflüssig lesen ließen.

Doch als Josie Amy kennenlernt und die beiden nach Irland reisen, ändert sich das komplett. Die Geschichte wird spannend, dramatisch und liest sich einfach nur noch wunderbar flüssig. Ich war überrascht, wie sich dieser Kritikpunkt auf einmal auflöste und sich eine wunderbare Geschichte zu entwickeln begann.

Irland wird sehr schön beschrieben, als grün und wetterlaunisch und ist somit der perfekte Schauplatz für fantastische Geschichten. Die Autorin webt irische Mythen von Feen und Trollen in die Handlung mit ein, so dass man sich auf die Insel versetzt fühlt, auf der die Sidhe noch immer eine große Rolle spielen.

Die Figuren waren mir sehr sympathisch und ich konnte mich gut in Josie hineinversetzten. Sie hat öfter gezweifelt, doch immer wieder an sich, ihre Freunde und Familie geglaubt und sich dadurch immer wieder überwunden, eine Haltung, die ich bewundere, denn im Angesicht der eigenen Angst weiter zu machen, erfordert viel Mut.

Die vielen gereimten Verse der magischen Wesen haben mich manchmal schon ein bisschen genervt :), aber die Erklärung dafür war einleuchtend und interessant.

Insgesamt fand ich das Buch nach dem schleppenden Beginn sehr schön. Es hat mich mit schönen Beschreibungen der Schepselwelt (Schepsel = Mensch) und einer durch und durch fantastischen und fantasievollen Handlung gefesselt und gut unterhalten!

Ich danke dem planet Girl-Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar!

448 Seiten

planet Girl

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