„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Solange du schläfst“ von Antje Szillat [Rezension]


Seit kurzem erst lebt die 16jährige Anna im kleinen Dorf Malhausen und fühlt sich dort gar nicht wohl. Doch als sie Jérome trifft ist sie sogleich fasziniert. Gegen alle Wiederstände hinweg entwickelt sich eine zarte, aber tiefe Liebe zwischen den beiden. Nachdem Jérome eines Morgens lebensbedrohlich verletzt gefunden wird, versucht Anna herauszufinden, wer ihm das angetan hat.

„Solange du schläfst“ von Antje Szillat ist eine Geschichte über das sich Fremdfühlen, Diskriminierung  und eine Liebe, die alles überwindet.

Zuerst fällt das wunderschöne und einzigartige Cover auf, denn es wirkt wie ein zauberhaftes Märchenbuch. Der Buchdeckel besteht nur aus den Rosenranken, alles andere ist ausgesägt, so dass das Buch ein wahres Schmuckstück im Bücherregal ist.

Aber auch die Geschichte hat mich von Anfang an begeistert. Durch einen leichten, flüssigen und einfühlsamen Schreibstil fühlt man sich Anna von Beginn an sehr nahe. Man erlebt ihre Gefühle mit, die schlechten, denn sie wollte eigentlich nicht umziehen und ist noch nicht in ihrer neuen Heimat angekommen, aber auch die guten. So fühlt man mit ihr zusammen, wie sich eine zarte Liebe zu einer tiefen, bedingungslosen entwickelt.

Da abwechselnd aus Annas und Jéromes Sicht erzählt wird, lernt man auch Jérome besser kennen, dessen Gefühle und Probleme.

Neben der Liebe spielen aber auch Diskriminierung und Rassismus eine Rolle, denn Jérome ist dunkelhäutig und wird deswegen von der Dorfjugend diffamiert und angegriffen. Ein Zustand, der leider allzu realistisch ist. Anna lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken und steht zu Jérome und ihrer Liebe.

Im letzten Drittel bekommt die Geschichte eine neue Facette, denn Anna erhält gedankliche Nachrichten von Jérome, während dieser im Koma liegt. Dieser Aspekt ist sicherlich Geschmackssache, denn zur bis dahin sehr realistischen Geschichte gesellt sich nun ein übersinnlicher Hauch. Mir hat die Idee der Liebe, die auch schwere Schicksalsschläge überwindet sehr gefallen, denn es ist ein Hoffnungsschimmer. Außerdem weiß bisher niemand genau was während des Komas passiert, so dass viel Raum für Fantasie und Spekulationen bleibt.

Das Buch „Solange du schläfst“ hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich die knapp 250 Seiten an einem Abend las. Die Geschichte ließ mich nicht mehr los, denn neben der Romantik ist sie auch wunderbar spannend. Eine gelungene Mischung!

Vielen Dank an den Coppenrath Verlag für das Überraschungsrezensionsexemplar!

Coppenrath

Seiten

„Solange du schläfst“ bei amazon

PS: „Wir sind am Leben“ von Rosenstolz hatte ich während des Lesens ganz oft im Kopf und im Ohr. Ich finde von der Stimmung passt es wunderbar zum Buch, besonders zum letzten Drittel.

Hier findet ihr das Video: wir-sind-am-leben

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