„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

Beiträge mit Schlagwort ‘freundschaft’

„Die gestohlene Zeit“ von Heike Eva Schmidt [Rezension]


Auf einer Bergwanderung im Jahr 1987 findet Emma einen geheimnisvollen Ring, nichtsahnend, dass dieser dem sagenhaften Zwergenkönig Laurin gehört. Zwei Mitreisende nehmen ihr den Schmuck ab und türmen, doch auf einmal taucht eine Horde Zwerge auf, die Emma in Laurins unterirdisches Reich verschleppen. Dort trifft sie Jonathan, ebenfalls ein Gefangener des Königs. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht, aber Laurin belegt sie mit einem grausamen Fluch. Zurück in der Oberwelt stellt Emma schockiert fest, dass inzwischen fast 30 Jahre vergangen sind. Um den Fluch zu lösen, müssen sie und Jonathan den Ring wiederfinden – aber wie sollen sie die beiden Diebe nach all den Jahren ausfindig machen? (Quelle: http://www.droemer-knaur.de/buch/7782669/die-gestohlene-zeit)

In „Die gestohlene Zeit“ erzählt Heike Eva Schmidt die Geschichte einer Bergwelt, die ungeahnte Gefahren bereithält, einer unerwarteten Zeitreise sowie Liebe und Freundschaft, die die Grenzen der Zeit überschreiten.

Auf „Die gestohlene Zeit“ war ich gespannt, da mich „Purpurmond“ von Heike Eva Schmidt begeistert hat. Ich mochte ihre Art zu erzählen und die tolle Geschichte sehr. Gute Voraussetzungen also für das neue Buch. Einziges Manko: Zwerge interessieren mich nicht so besonders.  Doch meine Befürchtungen zerstreuten sich schnell, da die Geschichte nicht sehr zwergenlastig ist :) Ein Teil der Handlung spielt zwar im Zwergenreich, allerdings ist dieser recht kurz.

Auch in diesem Buch konnte mich die Autorin wieder mit einer tollen Idee begeistern, auf der die Geschichte beruht: In unterschiedlichen Welten vergeht die Zeit unterschiedlich schnell – Was passiert mit Menschen, zwischen diese Welten geraten? Auf dieser Zeitreisekomponente liegt auch das Hauptaugenmerk, glücklicherweise nicht auf den Zwergen.

Die Geschichte gestaltet sich als überraschend, denn immer wieder war ich von unvorhersehbaren und spannenden Wendungen verblüfft. Die Richtung der Geschichte lässt sich erahnen, der Weg zum Ziel ist jedoch mit vielen Hürden und unerwarteten Wendungen gespickt.

Mit der sympathischen Protagonistin Emma machte ich ein wahres Gefühlschaos durch, denn immer wenn etwas einigermaßen nach Plan läuft, taucht eine neue Komplikation auf. Zusammen mit Jonathan und einer neuen Freundin macht sie sich daran, diese Probleme zu lösen. Die Figuren dabei zu begleiten macht viel Spaß, denn alle drei haben einen eigenen Charme und Humor. Sie wuchsen mir schnell ans Herz, sodass ich regelrecht mit ihnen mitfieberte, denn böse Gegenspieler gibt es wahrlich genug…

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, denn neben der spannenden Geschichte, gefiel mir der lockere und mit lustigen Sprüchen gespickte Schreibstil sehr. Jonathan, mit seiner gestelzten Art zu reden, sorgte dafür, dass ich oft schmunzeln musste.

Auch der Ausklang von „Die gestohlene Zeit“ war nach meinem Geschmack: Die Geschichte ist nicht abrupt zu Ende, sondern gibt noch einen kleinen Ausblick in die folgenden Monate. Ich erfahre gern, wie es den Figuren nach ihrem großen Abenteuer geht.

Alles in allem hat mir „Die gestohlene Zeit“ rundum gefallen! Es ist eine spannende und lustige Zeitreisegeschichte, voller unerwarteter Wendungen. Ich hoffe auf weitere so tolle Bücher von Heike Eva Schmidt.

5Vielen Dank an   für das Rezensionsexemplar!

„Die gestohlene Zeit“ bestellen: Klick!

Advertisements

„Heller als ein Stern“ von Celia Bryce


Als die 14-jährige Megan wegen eines Hirntumors auf der Krebsstation des örtlichen Krankenhauses eingeliefert wird, fühlt sie sich zwischen all den Kindern fehl am Platz. Nur Jackson ist im gleichen Alter, aber er ist so ganz anders als sie: Er sprüht vor Energie, die Kinder lieben ihn und einigen Schwestern geht er gehörig auf die Nerven mit seinen Ausflügen durchs ganze Krankenhaus.

Mit der Zeit wächst zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Doch Megan und Jackson wissen, dass ihr Leben am seidenen Faden hängt. So stehen beiden schwere Operationen bevor, die über Leben und Tod entscheiden…

In „Heller als ein Stern“ erzählt Celia Bryce die emotionale Geschichte einer Freundschaft, die in einem ganz unerwarteten Moment wächst. Sie hat mich an vielen Stellen be- und gerührt, denn sie geht wirklich sehr tief.

Ich habe die Geschichte in einem emotional ziemlich angeschlagenen Zustand gelesen und gefühlte zwei Drittel des Buches geschnieft und dabei unzählige Taschentücher verbraucht^^ Deshalb kann ich nur empfehlen das Buch zu lesen, wenn es euch relativ gut geht, sonst kann die Lektüre ein bisschen anstrengend werden, denn weglegen konnte ich das Buch auch wieder nicht. Ich wollte wissen, wie es mit Megan und Jackson weitergeht. Manchmal war es schon sehr bedrückend, aber es gab auch immer wieder lustige, herzliche und schöne Momente.

Mit Megan und Jackson hat die Autorin zwei Charaktere geschaffen, die sehr unterschiedlich mit ihrer Krankheit umgehen. Während Megan zunächst versucht die Existenz des Tumors zu leugnen und oft launisch und mürrisch ist, begegnet Jackson jeden Tag mit einer positiven Einstellung, die ansteckend wirkt und mich beeindruckt hat.

Aber auch die Figuren um die beiden herum sind etwas ganz Besonderes. Da gibt es zum Beispiel den uralten Opa von Megan, der immer versucht seine Enkelin aufzubauen und zum Lächeln zu bringen, ein kleines, schwer krankes Mädchen, dass sich Hering nennt und Schwestern mit rauer Schale und weichem Kern. Die Geschichte lebt von ihren unterschiedlichen und interessanten Charakteren und den Gesprächen zwischen diesen.

Da die Geschichte nicht von Megan selbst erzählt wird, sondern von einem Erzähler, der das Mädchen begleitet, hat man als Leser einen gewissen Abstand, sodass die Geschichte emotional nicht zu anstrengend wird. Man kann mit Megan mitfühlen, durchleidet aber nicht jeden Schmerz mit ihr. Das wäre für meinen Geschmack auch zu viel gewesen. Durch den ernsten, nüchternen Erzählstil, der dennoch viel Raum für Gefühle lässt, wird dieses Verhältnis von Abstand und Nähe unterstützt.

„Heller als ein Stern“ ist nicht nur eine spannende, traurige, interessante und berührende Geschichte. Sie regt besonders durch Jackson, der trotz seiner Krankheit so glücklich ist und für andere da ist, zum Nachdenken über die eigenen Einstellungen und Ansichten an.

4

Dank an BdB-logo-small2 und den bloomoon Verlag für das Rezensionsexemplar!

„Heller als ein Stern“ bestellen

„750 Gramm pro Woche“ von Renate Kaiser [Rezension]


Tabea macht gerade eine schwere Zeit durch. Von einem Tag auf den anderen heißt es umziehen, damit ihr Vater die Karriereleiter hinauf klettern kann. Die 13-jährige Tabea ist alles andere als begeistert, denn in Düsseldorf kennt sie niemanden und auch die neuen Mitschüler machen es ihr nicht leicht. Doch eines Tages interessiert sich die Clique um Aurelia für Tabea und sie glaubt, endlich Anschluss gefunden zu haben. Doch der Preis, den Aurelia für eine „Freundschaft“ fordert, ist hoch, denn Tabea soll jede Woche 750 Gramm abnehmen, um Mitglied der Clique zu werden…

Renate Kaiser beschäftigt sich in ihrem Buch „750 Gramm pro Woche“ mit dem leider sehr aktuellen Thema Magerwahn, dem viele Mädchen verfallen und das viele Menschen beschäftigt.

Tabea ist ein ganz normales Mädchen, nicht zu dick, nicht zu dünn. Sie treibt gerne Sport und hat zwei beste Freundinnen. Doch mit dem Umzug ihrer Familie in ein anderes Bundesland und somit in eine neue Umgebung ändert sich alles für sie.  Tabea hat das Gefühl, dass ihre Familie sie gar nicht versteht, und zieht sich immer mehr zurück.

Renate Kaiser ist es sehr gut gelungen aus Tabeas Perspektive zu schildern, welch einen Einschnitt ein Umzug darstellen kann, denn Tabeas Welt gerät völlig aus den Fugen. Plötzlich hat sie keine Freunde mehr in ihrer Umgebung, eine Situation, die für Teenager während der Pubertät sehr schmerzlich sein kann. Dazu kommen noch die Gemeinheiten, die sie sich von Aurelia und ihrer Clique anhören muss. Wen wundert es, dass sie sich über die positive Aufmerksamkeit der Clique im Verlauf der Geschichte freut und versucht dazuzugehören. Tabeas greift, wie leider viel zu viele junge Menschen, zu drastischen Mitteln, wie exzessivem Sporttreiben um ihr Gewicht zu reduzieren.

Ihre Gefühle von Einsamkeit und Unsicherheit sind nachvollziehbar dargestellt, sodass ich mich gut in sie hineinversetzten konnte. Man merkt, wie schwer es für sie ist neue Freunde zu finden, doch zum Glück gibt es Niklas, mit dem sie sich toll unterhalten kann.

Anfangs haben mich die kurzen und teilweise wenig verbundenen Sätze etwas gestört. Doch man kann sie auch als Ausdruck von Tabeas Gefühlen interpretieren, denn sie fühlt sich einsam und möchte ihre Familie nicht so richtig an sich heranlassen von der sie sich nicht verstanden fühlt.

Alles in allem hat mir die Geschichte um Tabea, Niklas und Aurelias Clique gefallen. Einmal mit dem Lesen begonnen, las sich das Buch schnell weg. Es ist spannend und realistisch geschrieben, so dass ich mich in Tabeas Welt versetzt fühlte. Außerdem finde ich das Ende sehr gelungen, mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Ich denke, dass sich „750 Gramm pro Woche“ sehr gut dazu eignet, es gemeinsam mit Jugendlichen zu lesen, darüber zu sprechen und auch über die Gefahren des Magerwahns aufzuklären und diesen so auch zu verhindern.

4Vielen Dank an Renate Kaiser und den Schenk Verlag für das Leserundenexemplar!

Schenk Verlag 

143 Seiten

„750 Gramm pro Woche“ bei amazon

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: