„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„750 Gramm pro Woche“ von Renate Kaiser [Rezension]


Tabea macht gerade eine schwere Zeit durch. Von einem Tag auf den anderen heißt es umziehen, damit ihr Vater die Karriereleiter hinauf klettern kann. Die 13-jährige Tabea ist alles andere als begeistert, denn in Düsseldorf kennt sie niemanden und auch die neuen Mitschüler machen es ihr nicht leicht. Doch eines Tages interessiert sich die Clique um Aurelia für Tabea und sie glaubt, endlich Anschluss gefunden zu haben. Doch der Preis, den Aurelia für eine „Freundschaft“ fordert, ist hoch, denn Tabea soll jede Woche 750 Gramm abnehmen, um Mitglied der Clique zu werden…

Renate Kaiser beschäftigt sich in ihrem Buch „750 Gramm pro Woche“ mit dem leider sehr aktuellen Thema Magerwahn, dem viele Mädchen verfallen und das viele Menschen beschäftigt.

Tabea ist ein ganz normales Mädchen, nicht zu dick, nicht zu dünn. Sie treibt gerne Sport und hat zwei beste Freundinnen. Doch mit dem Umzug ihrer Familie in ein anderes Bundesland und somit in eine neue Umgebung ändert sich alles für sie.  Tabea hat das Gefühl, dass ihre Familie sie gar nicht versteht, und zieht sich immer mehr zurück.

Renate Kaiser ist es sehr gut gelungen aus Tabeas Perspektive zu schildern, welch einen Einschnitt ein Umzug darstellen kann, denn Tabeas Welt gerät völlig aus den Fugen. Plötzlich hat sie keine Freunde mehr in ihrer Umgebung, eine Situation, die für Teenager während der Pubertät sehr schmerzlich sein kann. Dazu kommen noch die Gemeinheiten, die sie sich von Aurelia und ihrer Clique anhören muss. Wen wundert es, dass sie sich über die positive Aufmerksamkeit der Clique im Verlauf der Geschichte freut und versucht dazuzugehören. Tabeas greift, wie leider viel zu viele junge Menschen, zu drastischen Mitteln, wie exzessivem Sporttreiben um ihr Gewicht zu reduzieren.

Ihre Gefühle von Einsamkeit und Unsicherheit sind nachvollziehbar dargestellt, sodass ich mich gut in sie hineinversetzten konnte. Man merkt, wie schwer es für sie ist neue Freunde zu finden, doch zum Glück gibt es Niklas, mit dem sie sich toll unterhalten kann.

Anfangs haben mich die kurzen und teilweise wenig verbundenen Sätze etwas gestört. Doch man kann sie auch als Ausdruck von Tabeas Gefühlen interpretieren, denn sie fühlt sich einsam und möchte ihre Familie nicht so richtig an sich heranlassen von der sie sich nicht verstanden fühlt.

Alles in allem hat mir die Geschichte um Tabea, Niklas und Aurelias Clique gefallen. Einmal mit dem Lesen begonnen, las sich das Buch schnell weg. Es ist spannend und realistisch geschrieben, so dass ich mich in Tabeas Welt versetzt fühlte. Außerdem finde ich das Ende sehr gelungen, mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Ich denke, dass sich „750 Gramm pro Woche“ sehr gut dazu eignet, es gemeinsam mit Jugendlichen zu lesen, darüber zu sprechen und auch über die Gefahren des Magerwahns aufzuklären und diesen so auch zu verhindern.

4Vielen Dank an Renate Kaiser und den Schenk Verlag für das Leserundenexemplar!

Schenk Verlag 

143 Seiten

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