„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Das verbotenen Eden. David und Juna“ von Thomas Thiemeyer [Rezension]


2080. Nach einer Viruserkrankung vor 65 Jahren leben Frauen und Männer getrennt voneinander. Sie hassen sich und haben sich eigene Gesellschaftssysteme aufgebaut. Doch immer wieder kommt es zu sogenannten „Landernten“ in denen die Männer die Dörfer der Frauen ausrauben. Der ausgehandelte Frieden steht auf Messers Schneide und droht zu zerbrechen…

In „Das verbotene Eden. David und Juna“ erzählt Thomas Thiemeyer die Geschichte einer düsteren Zukunft, in der das Ende der Menschheit naht.

Zu Beginn der Geschichte lernt man zunächst die dystopische Welt kennen, in der die Protagonisten, David und Juna, leben. Obwohl die Welt der beiden in der Zukunft liegt, herrscht eine ähnliche Situation wie im Mittelalter. Die Frauen haben sich in die Natur zurück gezogen und die Männer leben in der verfallenen Stadt. Thomas Thiemeyer beschreibt die Welt sehr düster, denn durch die erbitterte Feindschaft, scheint das Ende der Menschheit besiegelt.

Abwechselnd liest man aus Junas und aus Davids Perspektive, so dass man beide Gesellschaften kennenlernt. Besonders die der Männer hat mich während des Lesens erschreckt. Auf beiden Seiten wird Hass gepredigt, bei den Männern sogar im Namen der Kirche.

Die Idee, dass sich die Gesellschaft spaltet, ist einzigartig und völlig neu. Daher fand ich es sehr spannend, wie der Autor diese Idee umsetzt. In der ersten Hälfte des Buches lernte man so die Welt kennen, was eine sehr interessante, aber auch erschreckende Erfahrung ist. Während sich in den meisten Dystopien alles weiter entwickelt hat, leben die Menschen in „Das verbotene Eden“ sehr rückständig. Es ist erschreckend, wie wahrscheinlich die Geschichte wirkt, denn geldgierige Pharmakonzerne und mutierende Viren sind auch heute schon real.

Der Schreibstil Thiemeyers ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Schade fand ich nur, dass ich mich wenig in die Figuren hinein fühlen konnte, was sicherlich auch an der Erzählsituation lag, denn es handelt sich um einen Er-/Sie-Erzähler. So konnte die Welt Junas und Davids gut beleuchtet werden, doch ihr Innenleben blieb dabei etwas auf der Strecke. Der Schwerpunkt lag meines Empfindens mehr auf der zukünftigen Welt als auf der Liebesgeschichte.

„Das verbotene Eden“ kann man nicht mit den anderen Werken des Autors vergleichen. Es ist eine völlig andere Geschichte als z.B. die „Weltensucher Chroniken“ und hat dem entsprechend auch einen ganz eigenen Stil, auf den man sich völlig neu einlassen kann.

Voraussichtlich in einem Jahr folgt der zweite Band der Trilogie, an dem der Autor zurzeit schreibt. Er wird den Namen „Gwen und Logan“ tragen, was mich sehr freut, denn Gwen war während des Lesens eine meiner Lieblingspersonen.

Vielen Dank an lies-und-lausch und an den Pan-Verlag, für die nette und anregende Leserunde!

Pan 

464 Seiten

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