„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

Beiträge mit Schlagwort ‘Hexenverbrennung’

„Purpurmond“ von Heike Eva Schmidt [Rezension]


Cat ist alles andere als begeistert vom Umzug nach Bamberg. Mit ihren Mitschülern kommt sie auch nicht so gut aus. Besonders Sina und ihre Clique haben Cat auf dem Kieker. Als sie von diesen Mädchen zu einer Partie in das berühmt-berüchtigte Drudenhaus eingeladen wird, ahnt sie nicht, dass dieser Abend ihr Leben verändern wird. Cat findet nämlich einen alten Halsreif zusammen mit einem geheimnisvollen Spruch. Als sie den Halsreif anlegt und den Spruch spricht, landet sie plötzlich mitten im Bamberg des 17. Jahrhunderts, zur Zeit der Hexenverbrennungen. Doch der Halsreif lässt sich nicht mehr abnehmen und wird langsam, aber sicher, immer enger…

Der Roman „Purpurmond“ von Heike Eva Schmidt ist eine spannende, geheimnisvolle und romantische Geschichte, die abwechselnd im heutigen und im Bamberg von 1632 spielt und den Leser somit auf eine fantastische Reise in die Vergangenheit entführt.

Bei vielen Büchern stört mich der Einstieg, der des Öfteren eher unspektakulär, langatmig und wenig fesselnd ist. Oft dauert es, bis die Geschichte richtig anläuft und ich mich darin versenken kann. Bei „Purpurmond“ war das überhaupt nicht der Fall: Von Beginn an ist man gefesselt und kann sich in die Geschichte fallen lassen. Schon das Geschehen um Cats Mitschülerinnen ist interessant, denn man kann sich sehr gut in Cats Situation versetzen. Der lockere Schreibstil macht den Einstieg ebenfalls leicht.

Mit Caitlin und Dorothea spielen zwei ganz unterschiedlich geprägte, aber im Herzen ähnliche Mädchen die Hauptrollen der Geschichte. Während Cat frech ist und eine ziemlich große Klappe hat, handelt Dorothea eher besonnen, folgt aber ihrem Herzen, was sie in große Schwierigkeiten bringt. Doch die beiden haben auch eine ganze Menge gemeinsam: Sie sind starke, junge Frauen, die ihr Leben in die Hand nehmen, gegen alle Hindernisse, sodass man sie früher oder später ins Herz schließt.

Die Sprache des Romans, besonders die Cats, ist sehr umgangs- und jugendsprachlich, was missfallen  kann, wenn man auf eher gepflegte Sprache Wert legt. Mich hat das jedoch nicht so sehr gestört, da ich es interessant finde, wie unterschiedlich Sprache sein kann. Besonders deutlich wird Cats Sprachstil, wenn sie auf die Menschen des 17. Jahrhunderts trifft. Da musste ich immer wieder schmunzeln. Allerdings stören mich die vielen Vergleiche. Manchmal war es mir einfach zu viel „als ob, als wäre, wie,…“. Viele waren sehr lustig und anschaulich, aber die Menge wurde mir an einigen Stellen zu viel.

Die Liebesgeschichten der beiden Mädchen stehen in „Purpurmond“ nicht im Vordergrund, diesen Platz nehmen der Versuch des Lösens des Fluchs und die Hexenverbrennungen ein. Doch die Gefühle scheinen immer wieder durch und verleihen der Geschichte einen romantischen Schimmer.

Besonders gefiel mir, dass die Geschichte kein abruptes Ende hat, sondern einen angenehmen und interessanten Ausklang, der einem die Figuren noch näher bringt. Die Mischung aus Fiktion und Realität ist zudem so eng gewoben, dass beides verschmilzt. Die anschließende Erklärung, was erfunden und was wirklich geschehen ist, war sehr interessant zu lesen.

„Purpurmond“ ist insgesamt eine lesenswerte, fesselnde und mitreißende Geschichte!

Vielen Dank an lovelybooks, den PAN-Verlag und Heike Eva Schmidt für das Leserundenexemplar!

352 Seiten

PAN

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