„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Meisterspionin Mary Quinn 2: Eine fast perfekte Tarnung“ von Y.S. Lee [Rezension]


Warum befinden sich die Bauarbeiten am Big Ben um Jahrzehnte im Rückstand? Und weshalb stürzte ein Mann vom Turm in den Tod? Hat es etwas mit dem geheimnisvollen Gespenst zu tun, dass die Arbeiter fürchten, oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

Ihr zweiter Fall konfrontiert Mary mit ihrer Vergangenheit, denn sie muss sich als Junge verkleiden, um auf der Baustelle des Big Ben an Informationen zu gelangen. Mehrmals droht ihre Tarnung aufzufliegen und als James Easton auftaucht muss sie mehr denn je darum bangen erkannt zu werden…

In „Meisterspionin Mary Quinn 2: Eine fast perfekte Tarnung“ erzählt Y.S. Lee wieder eine äußerst spannende Geschichte, die den Leser von Anfang an in ihren Bann zieht.

Nachdem mir den ersten Band „Ein verhängnisvoller Plan“ begeistert gelesen hatte, wartete ich gespannt auf Teil zwei und wurde nicht enttäuscht!

Mary tritt wieder in ihrer unverwechselbaren frechen, liebenswürdigen und intelligenten Art auf, doch sie wirkt reifer und überlegter, denn sie muss sich mit den Schatten ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Bevor sie zur Agentur kam, lebte sie auf der Straße und verkleidete sich als Junge, woran sie ihre Tarnung im zweiten Roman stark erinnert. Während des Lesens wird man Zeuge, wie Mary mit ihren Gefühlen kämpft und wie diese sie überwältigen. Dadurch lernt man Mary besser kennen. Man hatte im ersten Teil schon oft den Eindruck, dass sie sehr stark ist, doch nun merkt man, dass Mary auch schwache Momente hat, was sie umso liebenswerter macht.

Dass auch James wieder eine Rolle spielt, hat mich sehr gefreut. Er gibt der Geschichte eine romantische Note, auch wenn er sich verändert hat. Er ist mal charmant, mal sehr direkt, wie wir ihn kennen und mögen.

Außerdem treten einige weitere Personen auf, die verschlagen, zwielichtig und schwer einzuschätzen sind und der Geschichte eine gefährliche und spannende Atmosphäre verleihen. Die Kulisse, der Bau des Big Bens, ist zudem grandios. Jeder weiß, wie er aussieht, der Glockenturm, doch wie es war, als er erbaut wurde, war mir völlig unklar. Y.S. Lee schreibt wieder so überzeugend, dass ich das Gefühl hatte, durch Mary wahrhaftig vor Ort zu sein.

Es macht einfach Spaß zu lesen, wie Mary spioniert, kriminalisiert, mit den Bauarbeitern arbeitet und bei alldem verschiedenste Gefühle durchlebt. Bis zum Ende ist unklar, was wirklich geschah, auf dem Glockenturm, sodass die Geschichte spannend, dramatisch und überraschend bleibt.

Mit „Eine fast perfekte Tarnung“ ist Y.S. Lee wieder ein fantastischer Roman gelungen, der Kriminalgeschichte, historischen Roman und Liebesroman auf eine wunderbare Art miteinander verbindet. Ich freue mich schon sehr auf Band drei „Skandal im Königshaus“, der voraussichtlich im März 2012 erscheinen wird.

5

Rezension zu Band 1 „Ein verhängnisvoller Auftrag“

Vielen herzlichen Dank an den dtv-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

dtv 

380 Seiten

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