„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Wie Marshmallows mit Seidenglitter“ von Sophia Bennett [Rezension]


Eigentlich läuft alles super: Krähes Kollektion geht weg, wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, Nonie trifft sich mit einem gutaussehendem Typen, Jenny spielt die Hauptrolle in einem extra für sie geschriebenen Theaterstück und Edie ist mit ihrer Website sehr erfolgreich. Bis eines Tages auf eben dieser schwere Anschuldigungen auftauchen: Krähes Kollektion soll durch indische Kinder in Kinderarbeit hergestellt worden sein! Obwohl das Label Miss Teen behauptet, dass an den Anschuldigungen nichts dran ist, fliegen die Mädels persönlich nach Indien um sich anzusehen, wie die Kollektion tatsächlich entsteht…

„Wie Marshmallows mit Seidenglitter“ von Sophia Bennett ist der zweite Roman um Krähe, Nonie, Jenny, Edie und ihr chaotisches Modeleben in der Hauptstadt Groß Britanniens.

Auch wenn anfangs alles harmonisch erscheint, weil sich viele Träume erfüllen, nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf. Die Anschuldigungen wiegen schwer, nicht nur weil Edie sich für Menschenrechte einsetzt.

Wie schon im ersten Teil konnte ich wunderbar mit den Mädchen mitfühlen. Es wird zwar aus Nonies Perspektive erzählt, doch auch die anderen drei kommen nicht zu kurz. So versteht man Edies Verzweiflung über Hacker Angriffe und deren Vorwürfe. Aber Nonie kann auch Krähes ruhige Art in Worte fassen, sodass man auch sie besser kennenlernt. Von Jenny ist hingegen etwas weniger zu lesen, da sie viel mit den Proben für ihre neue Rolle beschäftigt ist. Aus Nonies Sicht zu lesen ist außerdem sehr angenehm, da sie die „normalste“ der vier Mädchen ist: Sie kann zwar unglaublich gut organisieren, ist aber nicht so eine Intelligenzbestie wie Edie, verschlossene Künstlerseele wie Krähe oder so eine exzentrische Schauspielerin wie Jenny. Dadurch konnte ich mich während des Lesens sehr gut mit ihr identifizieren und mich mit ihr freuen, ekeln, leiden und lachen.

Die Reise nach Indien ist nicht nur für die Mädchen ein Abenteuer. Die Straßen, die Bahn und die Gebäude, wie das Taj Mahal, werden so wunderbar beschrieben, dass sie vor meinem inneren Auge auftauchten und ich mich ins Land der Maharadschas wünschte. Es werden Geschichten erzählt, die eine wunderbar orientalische Stimmung erzeugen. Dadurch hat es einfach Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen. Außerdem wurde sie dann auch sehr spannend, denn ganz ungefährlich ist die Reise nicht… Leider fand diese erst im hinteren Teil des Buches statt. Ich hätte mir gewünscht, mehr über die Reise zu lesen und dafür etwas weniger vom Vorgeplänkel, das manchmal etwas zu ausführlich war.

Die Autorin hat es wieder geschafft eine Modegeschichte mit Tiefgang zu schreiben, denn man lernt so einiges über Kinderarbeit und wie schrecklich das Leben der so ausgebeuteten Kinder ist. So wird man auf jeden Fall angeregt darüber nachzudenken, ob man nicht bereit ist, lieber etwas mehr Geld für nicht in Kinderarbeit hergestellt Kleidung auszugeben und sich weiter über das Thema zu informieren. Dieser schwere, traurige Stoff wurde mit einer teils sehr lustigen und immer wieder spannenden Modegeschichte verbunden, wodurch ein meist fesselnder und berührender Roman entsteht.

Rezension zu Band 1 „Wie Zuckerwatte mit Silberfäden“

320 Seiten

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