„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Sternensturm“ von Kim Winter [Rezension]


Mia und Iason sind gemeinsam glücklich, denn Iason hat sich für die Liebe entschieden. Doch schon nach kurzer Zeit treten unerwartete Probleme auf: Menschen verschwinden spurlos und Mia hört ein seltsames Flüstern. Besteht da ein Zusammenhang? Und kann es stimmen, dass eigentlich Mia das Ziel der Entführungen ist?  Die Situation spitzt sich mehr und mehr zu und irgendwann entscheiden nicht mehr nur Mia und Iason über ihre Liebe, sondern ein Wächter, der so gar nichts mit menschlichen Gefühlen anfangen kann…

Mit „Sternensturm“ ist Kim Winter ein spannender und dramatischer zweiter Roman um Mia und Iason gelungen, der von Anfang an fesselt.

Zweite Teile einer Trilogie sind oft eine heikle Sache: Manchmal sind sie langatmig, manchmal können sie die hohen Erwartungen nicht erfüllen, die sich nach dem Lesen des ersten Bandes aufgebaut haben. Dies ist bei „Sternensturm“ absolut nicht der Fall!

Während die Geschichte noch sanft romantisch beginnt (so wie „Sternenschimmer“ endete) schleichen sich langsam aber kontinuierlich leise Zweifel, Ungereimtheiten und dieses seltsame Flüstern in die Geschichte und in Mias Kopf. Der Übergang von Sicherheit und Zuversicht zu Ungewissheit passiert sehr vorsichtig, sodass weder der Leser noch die handelnden Charaktere merken, was sich alles anbahnt. So kann man einige Aspekte zwar erahnen, ist sich aber nie wirklich sicher und wird immer wieder überrascht. Im Nachhinein bin ich über die kleinen Dinge erstaunt, die die Autorin eingebaut hat. Man nimmt sie beim Lesen zunächst nicht bewusst wahr und doch führen sie am Ende zu einem stimmigen und logischen Bild. Kim Winter beweist so, neben einer wunderbar einfühlenden und berührenden Art zu schreiben, Professionalität.

Beim Lesen werden während des Lesens viele Gefühle angesprochen, die besonders Mia erlebt. Von zärtlicher Liebe, über Verwirrung, bis zu grenzenlosem Leid und Hass ist alles dabei und nimmt den Leser dadurch mit auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Erzählperspektive: Mia erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht, sodass man fast immer das Gefühl hat in ihrer Haut zu stecken. Manchmal spricht sie den Leser aber auch direkt an, was ein wenig Abstand schafft. Bei den extremen Gefühlen, die Mia durchlebt, wirkt dies angenehm auflockernd.

Viele neue Charaktere, vor allem Loduuner, lenken die Geschichte in ganz ungewohnte und ungeahnte Richtungen. Durch sie erfährt man mehr über Loduun, über die verschiedenen Clans und über den Krieg, aber auch über die loduunische Art zu denken und (mehr oder weniger) zu lieben. Aber auch an bereits bekannten und lieb gewonnenen Charakteren, wie z.B. Bert, lernt man ganz unerwartete Seiten kennen. Auch Mias Welt, die mich immer wieder fasziniert, entdeckt man weiter.

Ich könnte noch viel mehr über diese tolle Fortsetzung schreiben, denn sie hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert. Auf LiesundLausch schrieb Kim Winter „Ich schreibe, weil ich es liebe zu schreiben“, was man ganz eindeutig an der liebevollen Gestaltung der Charaktere, den Beschreibungen von Mias und Iasons Welten und dem gesamten Zusammenspiel der Geschichte spürt!

Rezension zu Band 1 „Sternenschimmer“

Vielen Dank an und den Planet girl Verlag für das Rezensionsexemplar!

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„Sternenschimmer“ von Kim Winter [Rezension]


Schon als Mia Iason das erste Mal sieht, ist sie verzaubert. Mit seiner, auf der Erde einzigartigen Ausstrahlung, zieht er sie in ihren Bann, doch das beruht anfangs scheinbar nicht gerade auf Gegenseitigkeit. Auf Loduun, Iasons Heimatplanet, hat er Schreckliches erlebt, denn dort wird ein unerbittlicher Krieg geführt. Deshalb kam Iason schwer verwundet und zusammen mit vielen Kindern auf die Erde. Doch könnten Iason und Mia überhaupt eine Zukunft haben? Schließlich liegt seine Heimat Lichtjahre entfernt und als Wächter ist es seine Bestimmung Loduun zu beschützen…

Mit „Sternenschimmer“ ist Kim Winter ein wunderbar romantischer, spannender und aufwühlender Roman gelungen, der einen so schnell nicht wieder loslässt. Das Buch bildet den Auftakt zu einer wahrlich überirdischen Trilogie.

Zu Beginn fesselten mich die Beschreibungen der dystopischen Welt. Die Menschen müssen in Städten leben, die unter großen Kuppeln liegen, da die Ozonschicht vor vielen Jahren zerstört wurde. Außerdem hat man einen Planeten mit intelligenten Lebewesen entdeckt, die den Menschen ähnlich, aber doch ganz anders sind. Diese Zukunftsaussicht ist beeindruckend und interessant, denn sie wirkt ausgesprochen wahrscheinlich.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der 17-jährigen Mia, die nur diese Welt kennt und in ihr lebt, so dass man sich gleich darin zu Hause fühlt und trotzdem die vielen liebevoll beschriebenen Details bestaunt, wie Flugschiffe oder Eisverpackungen, die das Eis auch in warmer Umgebung kalt halten.

Besonders gelungen fand ich die langsame Entwicklung von Gefühlen, die man als Leser miterlebt. Die Autorin versteht es Empfindungen durch Worte zu erzeugen, so dass man sich wunderbar in Mia einfühlen kann. Die Kinder wachsen ihr schnell ans Herz, aber Iason kann sie nur schwer einschätzen. Er ist ein sehr interessanter Charakter. Manchmal wirkt er nahezu menschlich, doch immer wieder scheint auch seine Überirdischkeit durch. Durch ihn erfährt man viel Interessantes und Erschütterndes über seine Heimat, die so ganz anders ist als die Erde.

Durch die Geschehnisse auf Loduun wird die Geschichte dann in der zweiten Hälfte zudem sehr spannend. Der Ausgang bleibt bis zum Ende des Buches ungewiss, immer neue überraschende Wendungen machen es unvorhersehbar. Man bangt und hofft mit den Figuren, denn sie wachsen einem beim Lesen sehr ans Herz. Jede Person hat ihre Eigenarten, die überzeugend dargestellt werden und z.B. in Gretas Fall auch sehr lustig.

Aber nicht nur Liebe, Überirdisches und Freundschaft spielen eine wichtige Rolle. Es geht auch um Ausgrenzung und soziales Engagement. Mia setzt sich gegen Tierversuche ein und ist nach der Schule für die loduunischen Kinder da. Damit ist sie ein tolles Vorbild. Auch werden Ablehnung, Vorurteile und Misstrauen deutlich, was viele Erdenbewohner gegenüber den Außerirdischen empfinden.

So ist „Sternenschimmer“ ein facettenreicher und einzigartiger Roman, der mich verzaubert und begeistert zurücklässt. Dank des flüssigen Schreibstils  waren selbst die 576 Seiten viel zu schnell vorbei. Nun warte ich sehnsüchtig auf den zweiten Teil, der voraussichtlich im Mai unter dem Titel „Sternensturm“ erscheinen wird.

Planet Girl

576 Seiten

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