„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Flavia de Luce 04. Vorhang auf für eine Leiche“ von Alan Bradley [Rezension]


Auf Buckshaw ist das Geld knapp, sodass Flavias Familie kurz vor dem Ruin steht. Deshalb erlaubt Flavias Vater einem Filmteam, auf dem Familiensitz zu drehen. Um die berühmte Filmdiva Phillys Wyvern zu sehen, die die Hauptrolle spielen soll, strömt das ganze Dorf kurz vor Weihnachten ins Haus der Famile de Luce. Doch der Abend nimmt eine unerwartete Wendung, denn Flavia findet eine Leiche und das Haus schneit ein, sodass niemand Buckshaw verlassen kann. Währenddessen nimmt Flavia die Ermittlungen auf und gerät selbst in tödliche Gefahr …

„Vorhang auf für eine Leiche“ ist bereits der vierte Teil der Serie um die chemiebegeisterte zwölfjährige Hobbyermittlerin Flavia de Luce des kanadischen Autors Alan Bradly und mein erster Flavia-de-Luce-Roman. Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass ich nicht in die Serie hereinkomme, schließlich ist es schon Flavias vierter Fall. Da ich aber schon immer mal ein Flavia-Buch lesen wollte, nutze ich die Chance auf bloggdeinbuch.de – und bereute es keinen Moment!

Die Geschichte ist eigenständig, in sich geschlossen und beruht nicht auf den Geschehnissen eines Vorbandes. Wenige Aspekte beziehen sich auf frühere Personen, wovon das Wesentliche dann erwähnt wird, ohne zu viel aus den ersten drei Bänden zu verraten.

Am Anfang von „Vorhang auf für eine Leiche“ wird viel erzählt – von Flavia, ihren Schwestern, den Geldsorgen der Familie, dem Filmteam und Flavias Projekt, die Wahrheit um den Weihnachtsmann herauszufinden. Dabei werden alle Personen, die später als Verdächtige auftreten geschickt vorgestellt. Allerdings beginnt der Kriminalfall selbst erst bei der Hälfte, des doch recht kurzen, Buches.

Der Schreibstil ist während der gesamten Geschichte sehr angenehm. Er wirkt einen Hauch altmodisch (was sehr gut passt, da die Geschichte 1950 in Großbritannien spielt), etwas eigen und liest sich angenehm flüssig. Damit hat die Geschichte einen ganz eigenen Charme, der sich auch durch Flavias Passion für die Chemie auszeichnet. Es ist schon lustig und interessant zugleich zu erfahren, wie sich eine Zwölfjährige für die explosive Wissenschaft begeistert. Dabei ist das Projekt „Weihnachtsmann“ besonders amüsant zu lesen.

Im ganzen Buch begeisterte mich die Atmosphäre. Von Anfang bis Ende ist sie dicht gewebt und fesselte mich. Dabei ist das verschneite Buckshaw, das alte Anwesen der de Luces, eine wunderbare Kulisse. Es versprüht gleichermaßen Charme und eine gewisse Kälte, was es zu einer perfekten Umgebung für einen Kriminalroman macht.

Als Leser begleitet man Flavia auf der Suche nach dem Mörder. So wird beschrieben, wie sie die Leiche findet und betrachtet, und wie Flavia recherchiert. Allerdings werden einige ihrer Entdeckungen nur angeschnitten und erst bei der Lösung des Falles präsentiert. Das ist ein bisschen schade, weil man so als Leser nicht so richtig miträtseln kann und die Lösung einfach vorgesetzt bekommt.

Ansonsten hat mir die Geschichte mit ihrem etwas altmodischen Charme, den skurrilen Figuren und der spannenden Handlung sehr gefallen! Ich werde sicherlich noch die anderen Bände lesen.

4,5Vielen Dank anBdB-logo-small2 und den Penhaligon-Verlag für das Rezensionsexemplar!

320 Seiten

Penhaligon

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„Das Geheimnis des weißen Bandes: Der neue Sherlock-Holmes-Roman“ von Anthony Horowitz [Rezension]


Vorab ist zu sagen, dass ich vor „Das Geheimnis des weißen Bandes“ noch keinen Sherlock-Holmes-Roman gelesen habe. Doch die Filme im Kino und Fernsehen (die BBC-Miniserie) machten mich neugierig, sodass ich schon seit Längerem vorhatte, ein Buch des berühmten Detektivs zu lesen. Mit der Leserunde auf lovelybooks.de bot sich die perfekte Gelegenheit :-).

Inhalt (von lovelybooks):

Am Abend eines ungewöhnlich kalten Novembertages im Jahr 1890 betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes‘ Wohnung in der Londoner Baker Street 221b. Er wird von einem mysteriösen Mann verfolgt, in dem er den einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande erkennt, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Ist der Mann ihm über den Atlantik gefolgt, um sich zu rächen? Als Holmes und Watson den Spuren des Gangsters folgen, stoßen sie auf eine Verschwörung, die sie in Konflikt mit hochstehenden Persönlichkeiten bringen wird und den berühmten Detektiv ins Gefängnis, verdächtigt des Mordes. Zunächst gibt es nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk eines ermordeten Straßenjungen …

Meine Meinung:

Mit „Das Geheimnis des weißen Bandes“ erscheint ein neuer Roman um Sherlock Holmes, den genialsten Detektiv überhaupt. Allerdings stammt dieses Werk nicht von Arthur Conan Doyle, sondern vom international erfolgreichen Autor Anthony Horowitz.

Besonders am Anfang fiel mir die gewählte, etwas altertümliche Sprache auf, die ich mit Holmes und der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert verbinde. Dadurch wird eine ganz eigentümliche Stimmung geschaffen, die für mich immer nach Aufbruch und Veränderung klingt. Die Sprache „normalisierte“ sich im Verlauf des Romans leider auf heutige Verhältnisse, was ich bedauere. Jedoch liest sich der Roman von Anfang bis Ende sehr flüssig.

Die Geschichte ist sehr spannend und dramatisch. Es ist nicht abzusehen, welche Richtung der Fall nehmen wird, denn immer wenn man glaubt, der Lösung ein Stück näher zu sein, entpuppt sich dies als Irrtum, Sackgasse oder falsche Fährte. Holmes ahnt oder weiß die meisten Zusammenhänge natürlich schon viel früher, während der Leser und Watson sich Stück für Stück durch den Sumpf von Hinweisen, Intrigen und Lügen arbeiten.

Mit Dr. Watson erzählt eine sehr sympathische Figur die Geschichte. Watson ist glücklicherweise nicht so furchterregend intelligent wie Holmes, sodass man ihm in Gedanken sehr gut folgen kann. Außerdem ist er sehr engagiert und erweist sich als wahrer Freund, wodurch er sehr liebenswürdig erscheint und man sich in ihn hineinversetzen kann.

Die Idee die Geschichte als Watson Erbe, dass erst nach 100 Jahren geöffnet werden darf, zu präsentieren fand ich sehr überzeugend, denn es erklärt plausibel, warum die Geschichte erst jetzt erscheint, und bettet sie in die anderen Sherlock-Holmes-Romane ein. Die Begründung, dass die Geschichte so furchtbar ist, dass sie damals nicht veröffentlicht werden konnte, mag stimmen, denn die Lösung des Falls ist wirklich grauenvoll und leider aktueller denn je …

Anthony Horowitz hat mit „Das Geheimnis des weißen Bandes“ einen ungemein spannenden Kriminalroman geschaffen, der durch eine mitreißende und dramatische Geschichte, eine angenehme Sprache und einem sehr sympathischen Dr. Watson überzeugt!

4,5

Vielen Dank an lovelybooks und den Insel Verlag für das Rezensionsexemplar!

350 Seiten

Insel Verlag

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