„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Die Radleys“ von Matt Haig [Hörbuchrezension]


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Eine ganz normale Familie?

Ganz bestimmt nicht! Rowan hat trotz Sonnenschutzfaktor 60 Hautprobleme, jedes Tier flieht vor Clara und die ganze, vierköpfige Familie kann nachts so gut wie gar nicht schlafen. Eigentlich ist es so offensichtlich wie unglaublich: Die Radleys sind Vampire. Sie leben abstinent, doch das führt zu großen Problemen, denn als sich Clara eines Nachts wehren muss, wird es blutig…

In „Die Radleys“ erzählt Matt Haig die Geschichte einer Familie, die versucht sich gegen ihre Natur zu verhalten, was nicht immer leicht ist und schwerwiegende Folgen hat, denn nicht alle Vampire „leben“ abstinent.

Das Hörbuch begann sehr lustig. Mir als Zuhörerin war von Anfang an klar, dass es sich bei der ganzen Familie um Vampire handelt, doch die Eltern Peter und Helen versuchen dies, so gut es geht zu verbergen. Die beiden Kinder Rowan und Clara wissen gar nicht, was sie in Wirklichkeit sind. Das führt zu einigen Verwicklungen und löste die ganze Geschichte überhaupt erst aus.

„Die Radleys“ ist also definitiv ein Vampirroman, jedoch kein gewöhnlicher. Hier werden Vampire nicht als wunderschön oder unsterblich beschrieben, sondern als menschenähnliche Wesen, die genau wie die Menschen in ihrer Umgebung leben wollen. Zumindest die Abstinenzler. Dass dies viele Probleme birgt, versteht sich fast von selbst, denn der Blutdurst ist immer da. Doch gilt es, ihn zu unterdrücken.

Der Autor versteht es abwechselnd eine spannende, unheimliche oder amüsante Atmosphäre aufzubauen, so dass ich mich gut in die Geschichte hineinversetzen konnte. Die Charaktere sind sehr unterschiedliche gestaltet, was viel Abwechslung und vor allem verschiedene Blickwinkel bietet, aus denen man das „Vampirleben“ betrachten kann. Besonders Rowan und Clara waren mir sympathisch, denn sie sind einander kaum ähnlich, halten aber trotzdem zusammen, egal was passiert.

Sascha Rotermund liest auf eine angenehme, meist ruhige Art und Weise, so dass ich der Geschichte leicht folgen konnte. Er haucht den einzelnen Personen Leben ein und gibt jedem eine eigene Stimme. Für mich war es kein Problem, die verschiedenen Familienmitglieder zu unterscheiden.

Will, Peters Bruder, klang meistens ziemlich verrückt und unbeherrscht, was gut seinem Charakter passte. Manchmal sprach Rotermund ihn für meinen Geschmack etwas zu wahnsinnig, so dass ich mich anfangs wunderte, denn er wurde als relativ normal beschrieben, soweit man das von einem Vampir sagen kann.

Mit sechs CDs (ca. 428 min = etwas mehr als sieben Stunden) empfand ich das Hörbuch als ziemlich lang. Die Geschichte war zwar meistens interessant oder lustig, aber oft wurden auch Alltagssituationen, wie Probleme in der Schule beschrieben, so dass sich die Geschichte etwas hinzog.

Das Ende war dann nochmal richtig spannend und stellt einen gelungenen Abschluss der Geschichte dar!

„Die Radleys“ ist ein schönes Hörbuch für zwischendurch oder nebenbei, denn man kann ihm leicht folgen, wobei ich die Musikuntermalung als sehr angenehm und gelungen empfand, denn sie unterstreicht die Atmosphäre sehr passend.

Vielen Dank an Lübbe Audio für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Lübbe

Bearbeitete Fassung

6 CDs, 428 Minuten, 81 Tracks

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