„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Die Medici-Chroniken 03: Das Erbe des Clans“ von Rainer M. Schröder [Rezension]


Florenz, 1487. Nachdem Francesca ansehen musste, wie ihre gesamte Familie ermordet wurde, beschließt sie sich an den Mördern zu rächen. Egal wie lange es dauert, egal was es kostet. Enrico hingegen versucht, seinen Traum zu leben: Er will Maler werden, auch gegen den Widerstand seines Vaters. Währenddessen ist das Schicksal der Medici längst besiegelt: Das jüngste Oberhaupt des Clans hat weder Charisma noch irgendein Interesse sich mit dem Bankwesen oder Politik auseinanderzusetzen, was zu folgenschweren Konflikten führt.

„Das Erbe des Clans“ von Rainer M. Schröder ist der dritte und letzte Teil der Medici-Chroniken und zeigt den Verfall des Hauses Medici.

Der Anfang des Buches ist gewohnt dramatisch, denn man erlebt die zentrale Szene mit Francesca, die sie während der ganzen Geschichte beschäftigt. Danach flaut die Geschichte ab, beruhigt sich und wirkt mitunter etwas langatmig. Erst nach ca. 150 Seiten nimmt die Geschichte wieder an Fahrt auf, aber wenn man bis dahin gelesen hat, wird man mit viel Spannung und Dramatik belohnt. Diese Konstruktion – dramatische Anfangsszene, danach Abflauen der Geschichte, bis sie schließlich wieder fesselt – scheint eine Eigenart des Autors zu sein, denn in allen vier Büchern, die ich von ihm las, war die Geschichte nach diesem Muster aufgebaut. Doch nach dem etwas langweiligen Anfang haben sie mich immer begeistert. So auch in diesem Fall.

In diesem dritten Teil lernt man wieder zwei neue Charaktere kennen, die auf verschlungenen Wegen zueinanderfinden: Francesca und Enrico. Dabei spielt Romantik diesmal eine sehr untergeordnete Rolle, denn Francesca lebt nur für ihren Hass und ihre Rache.

Aber auch einige Charaktere aus den vorangegangenen Büchern kommen wieder vor. Allen voran Sandro Fontana. Im ersten Band erschien er noch sehr ideal, tolerant und offen. Besonders am Ende des zweiten Bandes bröckelte dieses Bild schon sehr, doch erst im dritten Band lernt man die dunklen Seiten in Sandros Seele kennen. Auch an ihm ist die Macht nicht spurlos vorbeigegangen… Aber auch Sandros Sohn taucht wieder auf und gibt kein rühmliches Bild ab.

Dadurch, dass alle handelnden Personen abwechselnd erzählen, entstehen nicht nur viele spannende Cliffhanger, sondern so bleibt die Geschichte abwechslungsreich. Es ist immer wieder interessant zu erfahren, was die Figuren beschäftigt und was sie erleben. So lernt der Leser an Enricos Seite auch den berühmten Künstler Michelangelo als jungen Mann „persönlich“ kennen. Dies ist für mich ein Punkt, der den Charme der Medici-Chroniken ausmacht: Man ist den Großen der Geschichte so nah, als wäre man live dabei, wenn sie Handlungen fällen oder einfach leben. Dieser Eindruck blieb mir auch nach dem Lesen erhalten, was mein Interesse für diesen Clan und überhaupt die Geschichte Italiens weckte.

Auf den 581 Seiten entfaltete sich ein Sog, der mich immer weiter und weiterlesen ließ. Rainer M. Schröder verwebt dabei Realität und Fiktion so gekonnt, dass man beides kaum trennen kann (dabei hilft die Legende am Ende des Buches). Am Schluss war ich sehr traurig, dass die Trilogie nun zu Ende ist, denn in den „Medici-Chroniken“ wird Geschichte lebendig, was einfach faszinierend ist.

Doch mit „Die Farben von Florenz“ schreibt er momentan eine neue Reihe (für Erwachsene), die ebenfalls in Italien spielt und die ich auf jeden Fall lesen werde!

Rezension zu Band 1 „Hüter der Macht“

Rezension zu Band 2 „Der Pate von Florenz“

581 Seiten

Arena

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