„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Schatten des Dschungels“ von Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek [Rezension]


München im Jahre 2025. Auf einer Demo lernt Cat den attraktiven Falk kennen. Er ist Naturschützer, genau wie sie selbst, doch er erscheint ihr so viel mutiger als sie sich fühlt. Sie verliebt sich unsterblich in ihn und reist gemeinsam mit ihm und einer Forschergruppe in den Regenwald Guyanas. Erst dort erfährt sie, auf welch radikale Weise Falk den Regenwald retten will. Cat steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens, denn Falks Plan könnte, wenn etwas schiefgeht, zur Katastrophe führen…

Mit „Schatten des Dschungels“ haben das Autoren-Duo Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek einen spannenden Ökothriller geschrieben, der viele wichtige Themen anspricht: neben Naturschutz und Verantwortung, auch Loyalität, Freundschaft und Liebe.

Die Geschichte ist von Anfang an spannend, denn die Demo an der Cat teilnimmt bleibt nicht friedlich. Die Polizei ist scheinbar auf Ärger aus, so dass Cat den Schock eines, inzwischen auch in Deutschland erlaubten, Elektroschockers abbekommt. Gemeinsam mit Falk flieht sie vor der Polizei. Von da an kann sie ihn nicht mehr vergessen.

Die Darstellung des Jahres 2025 wirkt sehr realistisch, denn die Gesellschaft und Technik sind sehr interessant und überzeugend geschildert. So werden die Regenwälder immer weiter abgeholzt und von Seiten der Politik wird viel über deren Schutz gesprochen, aber wenig getan. Auch die Technik hat sich weiterentwickelt. Interessante, nützliche und auch lustige Ideen, wie Bürgersteigroboter, die die Hinterlassenschaften von Hunden scannen und deren Besitzern Strafzettel schicken, werden beschrieben.

Da die Geschichte in 13 Jahren spielt, hat sie mich mehr berührt als die meisten Dystopien. Viele Entwicklungen scheinen so realistisch, im positiven, wie auch im negativen Sinne, so dass man sich direkt angesprochen fühlt. Dabei wirkt die Geschichte nicht belehrend. Sie ist einfach interessant und spannend. Wissen über Krankheiten und den Regenwald wird quasi nebenbei vermittelt, denn meist unterhalten sich die Figuren über solche Themen. Als Leser fühlt man sich dann, als würde man daneben stehen und zuhören. Außerdem denkt Cat über viele Fragen intensiv nach. Ihren Gedankengängen kann man dabei sehr gut folgen.

Cat war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist engagiert, aber auch etwas unsicher. Doch es zeigt sich, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst ist und zu ihren Entscheidungen steht, mit allen Konsequenzen. Ein wirklich bewundernswerter Charakterzug! Falk hingegen ist viel schwerer einzuschätzen. Auch wenn Cat ihm schnell vertraut, bleibt er eine undurchsichtige, aber auch sehr interessante Figur.

„Schatten des Dschungels“ ist eine dramatische, spannende und sehr interessante Geschichte, die mit wunderbaren Beschreibungen des Dschungels besticht. Sie enthält viele überraschende Wendungen, so dass der Ausgang des Romans bis zum Ende nicht abzusehen ist. „Die grüne Hölle“ kann man in diesem Buch aus einer ganz anderen, lebensspendenden Perspektive kennenlernen, was ein wirklich schöner Einblick in eine sonst eher verschlossene Welt ist.

Vielen Dank an Lies und Lausch und den Beltz & Gelberg Verlag für das Leserundenexemplar!

Beltz

413 Seiten

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