„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Ewiglich die Sehnsucht“ von Brodi Ashton [Rezenion]


100 Jahre lang war Nikki in der Unterwelt. Sie diente Cole als Nahrung, der als Ewiglicher die Gefühle von Menschen braucht, um ewig zu leben. Als sie auf die Erde zurückkehrt, sind gerade einmal sechs Monate vergangen und alle denken, dass Nikki einfach abgehauen ist. Doch nun hat sie nur noch sechs Monate Zeit, bevor die Unterwelt sie für immer zurückholt. Eigentlich hatte Nikki schon mit ihrem Leben abgeschlossen, aber da begegnet ihr Jack wieder. Er ist Nikkis große Liebe, nur die Sehnsucht nach ihm hat sie die 100 Jahre überstehen lassen…

„Ewiglich die Sehnsucht“ ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Brodi Ashton. Er bildet den Beginn der „Ewiglich“-Trilogie um die 17-jährige Nikki, den unsterblichen Cole und Jack, der Nikki niemals aufgegeben hat.

Schon die ersten Seiten weben eine eigentümliche, etwas dunkle Atmosphäre, denn Nikki erwacht nach der Nährung aus einem Kokon aus Schatten. Sie kann sich nur an den Namen „Jack“ erinnern, an nichts weiter. Genauso mysteriös und spannend gestaltet sich die gesamte Geschichte. Mit Jack erscheint ein Funken Hoffnung, der immer größer und immer verzweifelter wird, denn die Unterwelt holt sich zurück, was ihr gehört.

In Cole hat Jack einen starken Gegenspieler, denn Cole will Nikki zur Königin der Unterwelt machen. Durch die 100 gemeinsamen Jahre verbindet auch sie ein starkes Band. Doch obwohl Cole als der „Böse“ erscheint, wird deutlich, wie einsam er ist. Er wird, genau wie die anderen Charaktere, vielschichtig dargestellt, so dass man auch seine Motive nachvollziehen kann.

Trotz Nikkis anfänglicher Gefühlsarmut kann man sich gut mit ihr identifizieren. Der Leser ahnt ihre Trauer und fragt sich, was Furchtbares passiert sein muss, das Nikki zu solch einem verzweifelten Schritt veranlasst hat. Doch die Hoffnung steht im Mittelpunkt des Romans, so dass die Atmosphäre nicht zu bedrückend wird.

Den besonderen Reiz des Romans machen für mich die Elemente der griechischen Mythologie aus. So steht die gesamte Geschichte unter dem Motiv „Orpheus und Eurydike“ und deren grenzenlose Liebe, die sogar den Tod überwindet. Aber auch die Königin der Unterwelt Persephone spielt eine, in ihrer Bedeutung noch nicht abzusehende Rolle. Die Autorin versteht es meisterhaft, diese mythologischen Elemente mit dem Leben eines Teenagers an einer amerikanischen Highschool verschmelzen zu lassen.

Durch diese Melange aus Antike und Moderne und dem Thema der ewigen Liebe ist „Ewiglich die Sehnsucht“ eine Geschichte, die nicht nur junge Leser begeistern wird. Zusammen mit Romanen wie „Göttlich verdammt“ und der Reihe um „Percy Jackson“ erschließt sie nach Vampiren, Werwölfen und neben den Dystopien ein neues Feld der Jugend- und All-Age-Literatur.

Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte um Nikki, Cole und Jack, nach einem überaus dramatischen und überraschenden Ende weiter entwickelt und warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung, die voraussichtlich im Januar 2013 erscheinen wird.


Vielen Dank an den Oetinger Verlag  für das Rezensionsexemplar!

379 Seiten

Oetinger

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