„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Mind Games“ von Friederike Schmöe [Rezension]


Als Kris von einer Klassenfahrt nach Hause kommt, findet er seine Schwester Aki völlig verändert vor. Die sonst so lebenslustige und wagemutige Frau ist antriebslos und wirkt bedrückt. Was ist bloß in Kris‘ Abwesenheit geschehen? Als Kris versteckte Kameras auf ihrem Hausboot entdeckt, die jeden Schritt beobachten, verschwindet Aki spurlos. Hat es etwas mit ihrer Freundin Ellen zu tun, die überraschend zu Besuch kam und für einen zwielichtigen Pharmakonzern arbeitet?

Mit ihrem Jugendthriller „Mind Games“ hat Friederike Schmöe eine spannende und nervenaufreibende Geschichte zwischen Realität und Fiktion geschaffen, der einen so schnell nicht mehr loslässt.

Als Kris nach Hause kommt, brummt ihm der Schädel von Krankheiten, Seuchen und psychischen Störungen, um die es in einem Projekt auf der Klassenfahrt ging. Bildet er es sich ein oder hat Aki eine Depression oder gar eine Psychose? Doch wo soll die so plötzlich herkommen? Als Aki verschwindet, ist auch Kris am Rande seiner Belastbarkeit, doch zum Glück hat er Freunde, die ihm beistehen.

Jon arbeitet zielstrebig daraufhin Journalist zu werden, wie sein Vater. Er handelt manchmal egoistisch, doch Kris kann sich auf ihn verlassen. Val ist das Computergenie unter den Dreien. Sie ist eine toughe junge Frau, die auch mal Grenzen überschreitet. Zusammen bilden sie ein gutes Team, auch wenn es ab und zu zu Konflikten kommt. Kris zweifelt immer wieder an sich selbst, kein Wunder, wenn man es mit so unwirklichen Gegnern zu tun hat und einem kaum jemand glaubt. Besonders er wird mit seinen Gedanken, Gefühlen und Zweifeln glaubhaft beschrieben.

Das Thema der Geschichte ist sehr interessant. Es geht um Psychopharmaka, Manipulation und unfreiwillige Medikamententests. Ein Thema, das in den Medien eher eine kleine Rolle spielt, aber sicherlich aktuell ist und sehr nachvollziehbar, realistisch und erschreckend skrupellos dargestellt wird.

Allerdings ist die Geschichte besonders im Mittelteil sehr theoretisch angelegt. Es wird viel über Medikamente und deren Wirkung gesprochen, ohne dass viel an Handlung passiert. Für jemanden, den das Thema interessiert sicher kein Problem, wenn nicht kann es schnell etwas ermüdend werden, auch weil vieles wiederholt wird. Wenn man über die Geschehnisse nachdenkt, fallen zudem auch logische Fehler auf. Besonders am Übergang zum Ende erscheinen einige Passagen nicht ganz schlüssig.

Insgesamt lässt sich die Geschichte durch den flüssigen Schreibstil und das interessante Thema jedoch zügig und spannend lesen!

Vielen Dank an LiesundLausch und den Kosmos-Verlag für das Leserundenexemplar!

253 Seiten

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