„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

Beiträge mit Schlagwort ‘Rainer M. Schröder’

„Liberty 9 – Todeszone“ von Rainer M. Schröder [Rezension]


Kendira, Dante und ihren Freunden ist es gelungen aus der streng bewachten Sicherheitszone zu fliehen. Nun wollen sie sich mit den Mountainman verbünden, um das Tal und die darin gefangenen Electoren und Servanten zu befreien. Doch die Mountainman sind raue Gesellen, die nicht aus Nächstenliebe handeln. Außerdem müssen auch die Electoren, die zum Lichttempel geflogen wurde, befreit werden, denn der geheimnisvolle Ort birgt ein dunkles Geheimnis. Doch um dorthin zu gelangen, steht den Freunden ein langer, gefährlicher Weg durch die „Todeszone“ einer verfallenen Metropole bevor…

 „Todeszone“ ist der Abschlussband der Dilogie „Liberty 9“ von Rainer M. Schröder, um Kendira und Dante, die sich ihrem Schicksal nicht ergeben wollen, sondern für ihre Freiheit kämpfen.

Nach einem eher mittelmäßigen ersten Teil, der so ziemlich alle Fragen offen ließ, war ich gespannt, ob mich der Abschlussband mehr überzeugen kann.

Der Einstieg in die Geschichte war sehr gelungen. So begleitet man einen Electoren auf einem gefährlichen Rundgang auf der mysteriösen Insel Tomamato Island. Schon da wird eine Spannung und Dramatik aufgebaut, die mich während des gesamten Buches nicht mehr losließ.

Als sehr positiv empfand ich auch, dass einige Geheimnisse schon innerhalb der ersten 100 Seiten gelüftet wurden und man als Leser so nicht noch länger auf die Folter gespannt wird.

Allerdings wird die gesamte Geschichte von Gewalt, Kämpfen, Waffen und Tod dominiert. Nur die Szenen auf Tomamato Island bieten ein wenig Abwechslung dazu. Die Geschichte ist insgesamt sehr düster, was mir teilweise einfach zu deprimierend war. Ist eine Gefahr überwunden, wartet schon die nächste, möglicherweise tödliche Aktion. Weder den Figuren noch dem Leser werden dabei Pausen gegönnt.

Bei alldem gibt es ziemlich viele Zufälle, die Kendira, Dante und den anderen helfen oder ihre Lage verschlimmern. In der Fülle wirkten sie auf mich mitunter konstruiert und dadurch eher unglaubwürdig.

Während viele Teile der Geschichte ein sehr hohes und geschehensreiches Tempo haben, zieht sich die Zeit der Figuren in der „Todeszone“ an einigen Stellen ganz schön hin. Ein ausgewogeneres Verhältnis hätte mir besser gefallen.

Außerdem kamen für meinen Geschmack die Charaktere zu kurz, da der Schwerpunkt der Geschichte eindeutig auf den vielen aufeinanderfolgenden Ereignissen liegt. Man lernt sie kaum besser kennen und betrachtet die meisten eher von außen. Einzig über Carson, der im ersten Teil keine so große Rolle spielte, erfährt man mehr.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Todeszone“ definitiv anders ist als „Sicherheitszone“. Es ist tempo- und actionreicher, dafür fehlt mir die Entwicklung der Charakter, wodurch mir der zweite Teil auch nicht besser gefiel, als der erste.

2,5

Rezension zu „Sicherheitszone“ (Liberty 9 #1)

Vielen Dank an Lies und Lausch und den cbj-Verlag für das Leserundenexemplar!

544 Seiten

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„Die Medici-Chroniken 03: Das Erbe des Clans“ von Rainer M. Schröder [Rezension]


Florenz, 1487. Nachdem Francesca ansehen musste, wie ihre gesamte Familie ermordet wurde, beschließt sie sich an den Mördern zu rächen. Egal wie lange es dauert, egal was es kostet. Enrico hingegen versucht, seinen Traum zu leben: Er will Maler werden, auch gegen den Widerstand seines Vaters. Währenddessen ist das Schicksal der Medici längst besiegelt: Das jüngste Oberhaupt des Clans hat weder Charisma noch irgendein Interesse sich mit dem Bankwesen oder Politik auseinanderzusetzen, was zu folgenschweren Konflikten führt.

„Das Erbe des Clans“ von Rainer M. Schröder ist der dritte und letzte Teil der Medici-Chroniken und zeigt den Verfall des Hauses Medici.

Der Anfang des Buches ist gewohnt dramatisch, denn man erlebt die zentrale Szene mit Francesca, die sie während der ganzen Geschichte beschäftigt. Danach flaut die Geschichte ab, beruhigt sich und wirkt mitunter etwas langatmig. Erst nach ca. 150 Seiten nimmt die Geschichte wieder an Fahrt auf, aber wenn man bis dahin gelesen hat, wird man mit viel Spannung und Dramatik belohnt. Diese Konstruktion – dramatische Anfangsszene, danach Abflauen der Geschichte, bis sie schließlich wieder fesselt – scheint eine Eigenart des Autors zu sein, denn in allen vier Büchern, die ich von ihm las, war die Geschichte nach diesem Muster aufgebaut. Doch nach dem etwas langweiligen Anfang haben sie mich immer begeistert. So auch in diesem Fall.

In diesem dritten Teil lernt man wieder zwei neue Charaktere kennen, die auf verschlungenen Wegen zueinanderfinden: Francesca und Enrico. Dabei spielt Romantik diesmal eine sehr untergeordnete Rolle, denn Francesca lebt nur für ihren Hass und ihre Rache.

Aber auch einige Charaktere aus den vorangegangenen Büchern kommen wieder vor. Allen voran Sandro Fontana. Im ersten Band erschien er noch sehr ideal, tolerant und offen. Besonders am Ende des zweiten Bandes bröckelte dieses Bild schon sehr, doch erst im dritten Band lernt man die dunklen Seiten in Sandros Seele kennen. Auch an ihm ist die Macht nicht spurlos vorbeigegangen… Aber auch Sandros Sohn taucht wieder auf und gibt kein rühmliches Bild ab.

Dadurch, dass alle handelnden Personen abwechselnd erzählen, entstehen nicht nur viele spannende Cliffhanger, sondern so bleibt die Geschichte abwechslungsreich. Es ist immer wieder interessant zu erfahren, was die Figuren beschäftigt und was sie erleben. So lernt der Leser an Enricos Seite auch den berühmten Künstler Michelangelo als jungen Mann „persönlich“ kennen. Dies ist für mich ein Punkt, der den Charme der Medici-Chroniken ausmacht: Man ist den Großen der Geschichte so nah, als wäre man live dabei, wenn sie Handlungen fällen oder einfach leben. Dieser Eindruck blieb mir auch nach dem Lesen erhalten, was mein Interesse für diesen Clan und überhaupt die Geschichte Italiens weckte.

Auf den 581 Seiten entfaltete sich ein Sog, der mich immer weiter und weiterlesen ließ. Rainer M. Schröder verwebt dabei Realität und Fiktion so gekonnt, dass man beides kaum trennen kann (dabei hilft die Legende am Ende des Buches). Am Schluss war ich sehr traurig, dass die Trilogie nun zu Ende ist, denn in den „Medici-Chroniken“ wird Geschichte lebendig, was einfach faszinierend ist.

Doch mit „Die Farben von Florenz“ schreibt er momentan eine neue Reihe (für Erwachsene), die ebenfalls in Italien spielt und die ich auf jeden Fall lesen werde!

Rezension zu Band 1 „Hüter der Macht“

Rezension zu Band 2 „Der Pate von Florenz“

581 Seiten

Arena

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„Liberty 9. Sicherheitszone“ von Rainer M. Schröder [Rezension]


Kendira lebt in Liberty 9. Einem Valley, das in völliger Abgeschiedenheit liegt, streng bewacht vor den gefährlichen Nightraidern. In Liberty 9 werden 200 Auserwählte, sogenannte Electoren, ausgebildet, um im Lichttempel der erhabenen Macht zu dienen. Doch als Kendira Dante kennenlernt, einen Servanten, der wie ein Sklave behandelt wird, beginnt sie zu zweifeln und Fragen zu stellen. Wofür genau werden die Electoren ausgebildet? Doch Zweifel sind lebensgefährlich, was den Electoren immer wieder demonstriert wird…

„Liberty 9. Sicherheitszone“ von Rainer M. Schröder ist der Auftakt einer dystopischen Trilogie um Kendira, Dante, ihre Freunde und um die geheimnisvolle Sicherheitszone, namens „Liberty 9“.

Zu Beginn kam ich schwer in die Geschichte hinein. Es werden viele Dinge, wie ein Kletterfelsen, die Gebäude, Schlafsäle oder die Aufstellung beim Morgenappell beschrieben. Da sich diese Beschreibungen über mehrere Seiten ziehen, kommt die Handlung zunächst zu kurz, wodurch die Geschichte etwas stagniert. Einige Beschreibungen sind wirklich gelungen und regen das Vorstellungsvermögen und die Fantasie an, andere hätte man jedoch auch weglassen können. So brauchte die Geschichte gute 150 Seiten, bis sie mich zu fesseln begann.

Doch nachdem ich den Anfang überwunden hatte, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Der Autor schafft es darzustellen, wie sich Zweifel langsam aber sicher in Kendira festsetzen, zu wirken beginnen und wie die junge Electorin anfängt nachzudenken. Dieser Prozess ist nachvollziehbar beschrieben, über die Stufen von Ablehnung bis zum Begreifen. Außerdem wird klar, wie existenziell dieser Prozess für Kendira ist. Schließlich beginnt sie, ihre ganze Lebenswirklichkeit zu hinterfragen. Dabei steht man als Leser zusammen mit Kendira vor vielen Rätseln. Genauer genommen gibt es mehr Dinge, die man nicht weiß, als solche, die man mit Sicherheit feststellen kann, was für mich manchmal etwas frustrierend war.

Überraschende Wendungen lenken die Geschichte immer wieder in unvorhersehbare Bahnen und bescheren dem Leser Schrecksekunden. Dank des flüssigen Schreibstils lässt sich die Geschichte auch relativ leicht lesen, wären da nicht die vielen Fehler: manchmal fehlen Wörter, manchmal stehen falsche da. Über diese stolpert man des Öfteren, was den Lesefluss unterbricht.

Die Geschichte wird weder von Kendira, noch von Dante erzählt, sondern von einem allwissenden Erzähler. Dadurch bleibt eine gewisse Distanz zu den Protagonisten, allerdings lernt man so auch Kendiras Freunde Nekia und Carson besser kennen.

Insgesamt handelt es sich bei „Liberty 9. Sicherheitszone“ um eine spannende Dystopie, die am Anfang schwächelt. Wenn man diesen jedoch überwunden hat, erwartet einen eine spannende, erschreckende, interessante und fesselnde Geschichte.

Vielen Dank an LiesundLausch und den cbj-Verlag für das Leserundenexemplar!

496 Seiten

cbj

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