„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Die Chroniken der Weltensucher – Der Atem des Teufels“ von Thomas Thiemeyer [Rezension]


Seltsam gehörnte Wesen, die Steinernen genannt, überfallen Dörfer auf der Insel Java und entführen Menschen. Niemand weiß, wo sie herkommen oder wohin sie die Entführten bringen. Habe sie etwas mit den seltsamen Erdspalten zu tun, die sich über Nacht öffnen und aus denen gelber Dampf dringt? Um dies herauszufinden, engagiert der Generalgouverneur Niederländisch-Indiens über Umwege den Experten für unerklärliche Phänomene Carl Friedrich von Humboldt und sein Team. Dabei entdecken sie Unglaubliches und geraten selbst in Gefahr…

Im vierten Band der Weltensucherreihe „Der Atem des Teufels“ von Thomas Thiemeyer erleben Humboldt, Oskar & Co. wieder ein spannendes Abenteuer. Diesmal in einer der vulkanreichsten Gegenden der Erde: in Südostasien.

Professor Lilienkron entdeckt auf Java eine geheimnisvolle Erdspalte, steigt hinein und wird von einem seltsamen Wesen angegriffen und schwer verletzt. So beginnt der Roman wieder äußerst spannend und fesselt den Leser von Beginn an.

In Berlin steht Oskar währenddessen zwischen zwei Mädchen, denn Lena macht ihm sehr deutlich Avancen, was Charlotte natürlich nicht gefällt. Auch wenn Oskar insgesamt reifer geworden ist, versteht Charlotte komisches Verhalten nicht. So entdeckt man ganz neue Seiten vor allem an den jüngeren Figuren kennen und leidet mit Charlotte. Aber auch Lena lernt man besser kennen, denn sie spielt eine deutlich größere Rolle als in den vorherigen Romanen. Mit Professor Lilienkron taucht auch eine neue, schwer einzuschätzende Figur auf, die einem während des Lesens, viele Rätsel aufgibt.

Die Beschreibungen der ganz unterschiedlichen Landschaften lesen sich wieder wunderbar und lassen ungeahnte und ungekannte Welten vor dem inneren Auge erscheinen. Auch der Schreibstil ist flüssig, wodurch sich die oft temporeiche Handlung wunderbar lesen lässt.

Die Steinernen werden mit ihrer Geschichte interessant beschrieben. Allerdings hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht, wie z.B. Antworten auf die Fragen, wie sie sich so schnell entwickelten oder wie ihr Leben aussieht. Einiges erfährt man zwar, aber leider sehr wenig.

In „Der Atem des Teufels“ hat Thomas Thiemeyer wieder eine rätselhafte, überraschende und spannende Geschichte nach bewährter Weltensuchermanier um Humboldt, Oskar, Charlotte, Eliza, Lena, Lilienkron und natürlich Wilma geschaffen, in der diesmal Vulkane und das Innere der Erde eine besondere Rolle spielen. Eine tolle Geschichte, die auf gespannt auf den fünften Band warten lässt, der wahrscheinlich etwas mit Zeitreisen zu tun hat.

Rezension zu „Die Chroniken der Weltensucher 1 – Die Stadt der Regenfresser“

Rezension zu „Die Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon“

Rezension zu „Die Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch“

Vielen Dank an LiesundLausch und den Loewe-Verlag für das Rezensionsexemplar.

460 Seiten

Loewe

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„Das verbotenen Eden. David und Juna“ von Thomas Thiemeyer [Rezension]


2080. Nach einer Viruserkrankung vor 65 Jahren leben Frauen und Männer getrennt voneinander. Sie hassen sich und haben sich eigene Gesellschaftssysteme aufgebaut. Doch immer wieder kommt es zu sogenannten „Landernten“ in denen die Männer die Dörfer der Frauen ausrauben. Der ausgehandelte Frieden steht auf Messers Schneide und droht zu zerbrechen…

In „Das verbotene Eden. David und Juna“ erzählt Thomas Thiemeyer die Geschichte einer düsteren Zukunft, in der das Ende der Menschheit naht.

Zu Beginn der Geschichte lernt man zunächst die dystopische Welt kennen, in der die Protagonisten, David und Juna, leben. Obwohl die Welt der beiden in der Zukunft liegt, herrscht eine ähnliche Situation wie im Mittelalter. Die Frauen haben sich in die Natur zurück gezogen und die Männer leben in der verfallenen Stadt. Thomas Thiemeyer beschreibt die Welt sehr düster, denn durch die erbitterte Feindschaft, scheint das Ende der Menschheit besiegelt.

Abwechselnd liest man aus Junas und aus Davids Perspektive, so dass man beide Gesellschaften kennenlernt. Besonders die der Männer hat mich während des Lesens erschreckt. Auf beiden Seiten wird Hass gepredigt, bei den Männern sogar im Namen der Kirche.

Die Idee, dass sich die Gesellschaft spaltet, ist einzigartig und völlig neu. Daher fand ich es sehr spannend, wie der Autor diese Idee umsetzt. In der ersten Hälfte des Buches lernte man so die Welt kennen, was eine sehr interessante, aber auch erschreckende Erfahrung ist. Während sich in den meisten Dystopien alles weiter entwickelt hat, leben die Menschen in „Das verbotene Eden“ sehr rückständig. Es ist erschreckend, wie wahrscheinlich die Geschichte wirkt, denn geldgierige Pharmakonzerne und mutierende Viren sind auch heute schon real.

Der Schreibstil Thiemeyers ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Schade fand ich nur, dass ich mich wenig in die Figuren hinein fühlen konnte, was sicherlich auch an der Erzählsituation lag, denn es handelt sich um einen Er-/Sie-Erzähler. So konnte die Welt Junas und Davids gut beleuchtet werden, doch ihr Innenleben blieb dabei etwas auf der Strecke. Der Schwerpunkt lag meines Empfindens mehr auf der zukünftigen Welt als auf der Liebesgeschichte.

„Das verbotene Eden“ kann man nicht mit den anderen Werken des Autors vergleichen. Es ist eine völlig andere Geschichte als z.B. die „Weltensucher Chroniken“ und hat dem entsprechend auch einen ganz eigenen Stil, auf den man sich völlig neu einlassen kann.

Voraussichtlich in einem Jahr folgt der zweite Band der Trilogie, an dem der Autor zurzeit schreibt. Er wird den Namen „Gwen und Logan“ tragen, was mich sehr freut, denn Gwen war während des Lesens eine meiner Lieblingspersonen.

Vielen Dank an lies-und-lausch und an den Pan-Verlag, für die nette und anregende Leserunde!

Pan 

464 Seiten

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