„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

Beiträge mit Schlagwort ‘Trilogie’

„Firelight – Flammende Träne“ von Sophie Jordan [Hörbuchrezension]


Jacinda hat das Unvorstellbare getan: Sie hat sich vor den Augen von Menschen in einen Draki verwandelt, um Will zu retten, den Jungen, den sie lebt. Doch als sie zurück in die Draki Siedlung gebracht wird, die fernab von den Menschen in den nebelverhangenen Bergen liegt, treten ihr die anderen Draki mit Misstrauen und Abneigung gegenüber und Jacinda fühlt sich einsamer denn je. Einzig Cassian, zu dem sie sich seltsam hingezogen fühlt, steht ihr bei. Doch Jacinda gibt die Hoffnung nicht auf, dass Will sie findet, und muss sich schließlich entscheiden, nicht nur zwischen den zwei Jungen…

„Firelight – Flammende Träne“ der US-amerikanischen Autorin Sophie Jordan ist der zweite Teil der Firelight-Trilogie um Jacinda, Will, Cassian und die Gemeinschaft der Draki.

Der Beginn der Geschichte ist von Resignation geprägt. Da Jacinda sich verwandelt hat, bleibt nur die Flucht vor den Jägern, zurück in die Drakisiedlung. Genau aus und vor diesem Ort floh Jacindas Mutter mit ihren beiden Mädchen, sodass Konflikte schon vorprogrammiert sind. Es ist manchmal sehr bedrückend, zu hören, wie unwohl und einsam sich besonders Jacinda und ihre Mutter fühlen und wie sie von den anderen gemieden werden.

Wie schon der erste Teil der Trilogie wird auch dieser von Stephanie Kellner gelesen. Sie versteht es die Gefühle der Charaktere so gut mit ihrer Stimme umzusetzen, dass ich besonders während der ersten CD mit Jacinda mitlitt.

Diese trübselige Stimmung hält zum Glück nicht zu lange an, denn es geschehen allerlei unerwartete, überraschende und erschreckende Wendungen, die die Geschichte in Schwung bringen. Allerdings reicht der zweite Teil dabei nicht an den ersten heran, den ich atemberaubend spannend fand. Man merkt ein bisschen, dass es sich hier um einen Mittelband handelt, da die buchumspannende Handlung fehlt. Es ist mehr so als würde der erste Teil noch etwas nachklingen und der nächste bereits beginnen, was besonders am Ende deutlich wird.

Als interessant empfand ich es, zu erfahren, wie die Draki in ihrer Siedlung leben, denn diesen Teil aus Jacindas Vergangenheit lernt man im ersten Teil nicht kennen. Dabei schafft die Autorin mit den nebelverhangenen Bergen eine atmosphärisch dichte Kulisse, die die bedrückende und einengende Stimmung sehr gut unterstreicht.

Das besondere Highlight an diesem Hörbuch ist für mich wieder die fantastische Sprecherin. Sie gibt jeder Figur eine eigene Stimme, ohne dass ihre eigene dabei gekünstelt oder verstellt wirkt. Ich konnte mich einfach in die Geschichte fallen lassen, die Augen schließen, ihr lauschen und fand mich mitten im Geschehen wieder, dass sich bilderreich vor meinem inneren Augen abspielte. So ist es gleichzeitig spannend und entspannend ihr zuzuhören.

Neben der mitreißenden Art zu lesen, hat Stephanie Kellner eine ganz besondere Stimme. Sie klingt ein bisschen kantig und sehr lebendig. Damit verkörpert sie genau meine Vorstellung von Jacinda!

4

Hörprobe: Klick!

Vielen Dank an Lies und Lausch und den DAV-Verlag für das Leserundenhörbuch.

5 CDs, 263 min

„Firelight – Flammende Träne“ auf Amazon

„Ruht das Licht“ von Maggie Stiefvater [Rezension]


Eigentlich hat sich fast alles zum Guten gewendet, denn Sam hat den Wolf in sich besiegt. Eine Zukunft als Mensch, gemeinsam mit Grace, liegt vor ihm. Währenddessen streift Olivia noch immer in Wolfsgestalt durch die Wälder Mercy Falls‘. Doch was passiert mit Grace? Warum hört sie nachts die Wölfe nach ihr rufen? Während Sam beginnt ganz Mensch zu sein, geht es ihr immer schlechter…

Cole hingegen wollte als Wolf alles vergessen. Aber warum verwandelt er sich schon so früh zurück? Er kann seine Wolfsgestalt nicht halten, obwohl er sich nichts sehnlicher wünscht.

„Ruht das Licht“ ist der zweite Teil der Trilogie um Sam, Grace und die Wölfe von Mercy Falls der US-amerikanischen Autorin Maggie Stiefvater.

Vom ersten Band „Nach dem Sommer“ war ich begeistert und daher sehr gespannt auf die nächste Geschichte. Leider konnte diese mich nicht annähernd so fesselnd wie „Nach dem Sommer“.

Von Anfang bis Ende ist die Stimmung bedrückend. Grace ist krank und niemand kann ihr helfen, Sam nicht und auch kein Arzt. Aber Grace erträgt ihr Leiden still und versucht es zu verstecken. Die Geschichte ist von einer lähmenden Ohnmacht geprägt, die auch mich beim Lesen erfasste.

Die Beziehung zwischen Sam und Grace wird einerseits so tief, vertraut und natürlich geschildert, wie im ersten Teil, doch scheint sie zu stagnieren. Immer wieder spürt man Sorge, Angst und Verzweiflung, so dass man ahnt, dass etwas Schlimmes passieren wird. Auf Dauer ist diese Stimmung ziemlich schwer zu ertragen.

Aber einen Lichtblick gibt es: Zu Sam und Grace als Ich-Erzähler kommen Isabell und Cole dazu. Der neue Wolf ist zwar ziemlich kaputt, aber dennoch angenehm frech und insgesamt eine sehr interessante Person. Nach und nach erfährt man, wer er wirklich ist und woher sein Wunsch kam, sich in der Wolfsgestalt zu verlieren. Im Gegensatz zu Sam und den anderen alten Wölfen hat er nämlich sein Schicksal freiwillig gewählt.

Zusammen mit der von Schuldgefühlen geplagten Isabell bildet er ein erfrischendes, leidenschaftliches und immer wieder überraschendes Gespann. Aus Sicht der beiden zu lesen hat mir sehr gefallen. Es gab immer wieder Momente zum Schmunzeln, die die sonst so bedrückende Stimmung angenehm aufgelockerten.

Insgesamt passiert in der Geschichte nicht so besonders viel, doch das Ende ist sehr spannend, überraschend und dramatisch, so dass ich mich trotz des mäßigen zweiten Bandes auf „In deinen Augen“ freue.

Vielen Dank an vorablesen und script5 für das Rezensionsexemplar.

Rezension zu „Nach dem Sommer“ (Klick!)

Seiten

script5

„Ruht das Licht“ auf Amazon 

„Zirkel“ von Sara B. Elfgren und Mats Strandberg [Rezension]


Sechs Mädchen, die unter- schiedlicher nicht sein könnten, sind auserwählt erst ihre Stadt gegen das Böse zu verteidigen und bald vielleicht auch die ganze Welt.

In Engelsfors, einer schwedischen Stadt, ist es nicht so idyllisch, wie der Name vermuten lässt. Es gibt viele Arbeitslose, manche Gegen- den sterben beinahe aus und ein Junge hat sich in der Schule das Leben genommen. Kein Wunder also, dass einige der Mädchen nach der Schule nur noch weg wollen. Doch hat sich Elias wirklich umgebracht? Seine Freundin Linnéa kann das einfach nicht glauben…

Als der Blutmond über der Stadt aufgeht, finden sich die sechs Auserwählten im alten Vergnügungspark zusammen. Diese Treffen verändert ihr ganzes Leben, denn wem können sie noch trauen?

Mit „Zirkel“, dem Auftakt der Zirkel – Feuer – Schlüssel-Trilogie, ist Sara B. Elfgren und Mats Strandberg ein Fantasykrimi der Extraklasse gelungen.

Schon der Beginn ist atemberaubend fesselnd und dramatisch. Man erlebt, wie sich Elias auf der Schultoilette umbringt. Eine merkwürdige Stimme begleitet ihn dabei, von der man nicht weiß, zu wem sie gehört und welche Absichten sie verfolgt.

Im Folgenden lernt man die Mädchen, die wirklich nicht verschiedener sein könnten, kennen: Ida ist eine hinterhältige Zicke. Anna-Karin lebt auf einem Bauernhof in der Nähe und wird von ihren Mitschülern gemobbt. Rebekka ist wunderschön und immer für andere da. Minoo gilt als Streberin, ist aber sehr unsicher und dennoch sympathisch. Linnéa ist rebellisch und Vanessa eher freizügig. Jedes Mädchen wird mit ihren eigenen Problemen, Wünschen und Talenten beschrieben. Die Erzählerfigur betrachtet die sechs immer abwechselnd, so dass man ihre Namen und Eigenheiten schnell zu unterscheiden lernt, was anfangs wegen der vielen Namen gar nicht so einfach ist. Doch sie werden einem schnell vertraut und sympathisch (zumindest fast alle), man fiebert mit ihnen mit und bangt um sie, denn das Böse ist gnadenlos…

Der Schreib- und Erzählstil ist dermaßen fesselnd, dass die Seiten nur so verfliegen. Durch die vielen Szenenwechsel entstehen packende Cliffhanger, die einen verleiten, immer weiter und weiter zu lesen. So ist die Geschichte, obwohl 608 Seiten lang, viel zu schnell vorbei.

Die Mischung aus Magie, Freund- und Feindschaft und ganz normalem Leben, mit vielen unterschiedlichen Problemen, hat mir sehr gefallen. Jeder Leser wird sich wohl in der einen oder anderen Situation wiederfinden, denn man kann den Mädchen im Laufe der Geschichte quasi in die Seele blicken. Es ist spannend zu beobachten, wie sie sich entwickeln und verändern.

Die Geschichte strotzt nur so vor Geheimnissen. Einige erahnt man mit der Zeit langsam, andere Wendungen sind völlig überraschend und viele Fragen bleiben über das Ende hinaus offen.

„Zirkel“ ist wunderbar fesselnder All-Age-Roman, der sowohl fantastische Elemente, als auch Krimianklänge aufweist. Außerdem spielen Gesellschaftskritik, Familienprobleme und das Erwachsenwerden eine Rolle. Elfgren und Strandberg ist damit der furiose Auftakt einer neuen Trilogie gelungen!

Vielen Dank an lovelybooks und den Dressler Verlag für das Leserundenexemplar!

Dressler

608 Seiten

„Zirkel“ auf Amazon

„Clockwork Angel – Chroniken der Schattenjäger“ von Cassandra Clare [Hörbuchrezension]


„Clockwork Angel“ Hörprobe

London im Jahre 1878. Tessa ist nach London gereist um bei ihrem Bruder Nate zu leben. Doch am Hafen erwartet sie eine böse Überraschung: Zwei alte Frauen nehmen sie mit sich in ihre unheimliche Villa und halten sie dort gefangen. Als Will sie eines Tages aus den Fängen der Hexen rettet, wird Tessa erst klar, in welch gefährliche Welt sie zwischen Vampiren, Hexen und Schattenjägern geraten ist, zu der sie selbst gehört…

„Clockwork Angel – Chroniken der Schattenjäger“ ist der Auftakt zu einer spannenden Trilogie um Tessa, die eine seltene Gabe besitzt, den draufgängerischen Will und den schönen, zerbrechlichen James.

Die „Clockwork Angel“-Trilogie ist als Vorgänger der Reihe „Chroniken der Unterwelt“ angelegt, die ich bisher noch nicht gelesen habe und deshalb auch nicht darauf eingehen kann.

Anfangs konnte mich die Geschichte nicht so sehr fesseln. Sie schien mir sehr verwirrend und ziellos. Zum Glück kann man das Hörbuch nebenbei hören, so dass die Spannung nicht lange auf sich warten ließ und die Geschichte doch noch an Sog gewann.

Schön fand ich, dass die Geschichte dann nicht nur spannend war, sondern auch Stellen enthielt, in denen man mehr über die Charaktere und ihre Vergangenheit erfuhr. So konnte man diese besser kennenlernen und verstand ihr Handeln. Besonders James und Tessa wuchsen mir ans Herz, so dass mich die Geschichte nach der ersten CD doch fesselte.

Viele überraschende und unvorhersehbare Wendungen und ein angenehmer Schreibstil ließen die folgenden sechs CDs dann sehr kurzweilig werden.

Das Hörbuch wird von Katja Danowski gesprochen. Sie gibt den meisten Figuren passende Stimmen, so klingt Will immer etwas rau und James eher sanft. Doch mit der Stimme Tessas konnte ich mich nicht anfreunden. Sie klingt immer als wäre sie eingeschüchtert, was mir anfangs auch noch passend erschien, schließlich kommt Tessa in ein neues Land und wird gleich entführt. Doch nachdem sie sich im Institut eingelebt hat, hatte ich anhand der erzählten Geschichte das Gefühl, dass sie sich öffnet und sicherer wird. Das wird durch ihre Stimme leider gar nicht deutlich, sie entwickelt sich, im Gegensatz zu Tessas Persönlichkeit, nicht weiter.

3,5Vielen Dank an Jumbo Neue Medien für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Hörprobe (klick)

Goya libre

Gesamtspielzeit ca. 525 Min. auf 7 CDs

Autorisierte Audiofassung

„Clockwork Angel – Chroniken der Schattenjäger“ (Hörbuch) auf amazon

„Flames ’n Roses: Lebe lieber übersinnlich“ von Kiersten White [Hörbuchrezension]


„Flames ’n Roses“ Hörprobe 

Evie ist ein ganz normales Mädchen, denkt sie. Sie hat zwar einen ungewöhnlichen Job, nämlich für die IBKP, die Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler, para-normale Wesen zu registrieren und somit die Menschheit schützen, doch ansonsten liebt sie die Farbe rosa, die Fernseh-serie „Easton High“ und natürlich shoppen. Ganz normal eben. Doch als Lend in die Zentrale einbricht, gerät Evies Leben durcheinander. Lend ist super süß und kann sein Cover, sein Aussehen, beliebig ändern und ist von den guten Absichten der IBKP nicht so überzeugt wie Evie…

Mit „Flames ’n Roses: Lebe lieber übersinnlich“, dem Beginn der Trilogie um Evie und Lend, ist der US-amerikanischen Autorin Kiersten White ein spannende und witzige Geschichte gelungen.

Evie war mit von Anfang an sympathisch mit ihrer fröhlichen, lustigen und begeisterungsfähigen Art. Mit ihren 16 Jahren ist sie für die IBKP eine wichtige Mitarbeiterin, denn nur sie kann durch die Cover der Paranormalen sehen. Ihre Fähigkeit ist dabei Bürde und Gabe gleichermaßen, denn Evie würde lieber zur Schule gehen, wie die Figuren in ihrer Lieblingsfernsehserie.  Man kann sehr gut mit ihr mitfühlen, so dass die Geschichte sehr fesselnd ist.

Gleich zu Beginn ist der Leser dabei, als Evie einem Vampir eine Weihwasserfessel anlegt. Ihre witzige Art kommt dabei zum Ausdruck und ließ mich immer wieder schmunzeln. Es spielen viele fantastische Wesen, wie Meerjungfrauen, Moorhexen oder Werwölfe eine Rolle, ohne dass die Geschichte aufgebläht wirkt.

Die Sprecherin Petra Schmidt-Schaller bringt Evies Art mit ihrer fröhlichen Stimme wunderbar zum Ausdruck. Man meint immer ein leichtes Schmunzeln zu hören, was in mir gute Laune weckte. Aber auch die spannenden Stellen versteht sie auszudrücken, so dass man nur die Augen schließen muss, um in die Geschichte abzutauchen.

Die Sprecherin verleiht auch Lend eine sehr passende Stimme. Wenn man einmal in der Geschichte versunken ist, merkt man kaum noch, dass nur eine Person alle Charaktere spricht. Jeder hat seine Besonderheiten und die werden von Petra Schmidt-Schaller exzellent umgesetzt. Nur Reths Stimme, Evies Feen-Ex-Freund, empfand ich als etwas anstrengend, weil er so langsam und lang gezogen gesprochen wurde.

Ansonsten passen Sprecherin und Geschichte einfach perfekt zusammen und machen „Flames ’n Roses: Lebe lieber übersinnlich“ zu einem spannenden, romantischen und einfach schönen Hörerlebnis. Mir gefiel das Hörbuch so gut, dass ich es gleich noch einmal gehört habe und mich schon sehr auf den zweiten Teil freue.

Vielen Dank an Jumbo Neue Medien für das Rezensionsexemplar!

Jumbo Neue Medien

5 CDs

Gesamtspielzeit: 06:05:53

„Flames ’n Roses: Lebe lieber übersinnlich“ auf amazon

Bücherpost #3


In den letzten zwei Wochen hat folgendes Buch den Weg in meinen Briefkasten gefunden:

 Inhalt (Amazon):

Nachdem ein grauenvoller Orkan die Welt in eine andere verwandelt hat, ist für Matt, Ambre und Tobias nichts mehr so wie vorher. Seit einer halben Ewigkeit irren sie nun schon zusammen mit anderen Kindern durch den Blinden Wald, auf der Flucht vor einem unheimlichen Schattenwesen und den Soldaten der gefährlichen Königin Malronce. Sie haben keine Wahl mehr: Entweder sie kämpfen oder sie werden sterben. Während die Gemeinschaft der Kinder einen Schlachtplan entwirft, versuchen Matt und Ambre, die geheimnisvolle Karte, die Ambre auf ihrem Körper trägt, zu entschlüsseln. Nur wenn es gelingt, ihr Rätsel zu lösen, kann es für das Leben auf Erden eine neue Chance geben …

Ich freue mich sehr auf das Buch, denn die ersten beiden Teile haben mir sehr gefallen! Vielen Dank an der Pan-Verlag für das Überraschungsrezensionsexemplar :-)

„Das verbotenen Eden. David und Juna“ von Thomas Thiemeyer [Rezension]


2080. Nach einer Viruserkrankung vor 65 Jahren leben Frauen und Männer getrennt voneinander. Sie hassen sich und haben sich eigene Gesellschaftssysteme aufgebaut. Doch immer wieder kommt es zu sogenannten „Landernten“ in denen die Männer die Dörfer der Frauen ausrauben. Der ausgehandelte Frieden steht auf Messers Schneide und droht zu zerbrechen…

In „Das verbotene Eden. David und Juna“ erzählt Thomas Thiemeyer die Geschichte einer düsteren Zukunft, in der das Ende der Menschheit naht.

Zu Beginn der Geschichte lernt man zunächst die dystopische Welt kennen, in der die Protagonisten, David und Juna, leben. Obwohl die Welt der beiden in der Zukunft liegt, herrscht eine ähnliche Situation wie im Mittelalter. Die Frauen haben sich in die Natur zurück gezogen und die Männer leben in der verfallenen Stadt. Thomas Thiemeyer beschreibt die Welt sehr düster, denn durch die erbitterte Feindschaft, scheint das Ende der Menschheit besiegelt.

Abwechselnd liest man aus Junas und aus Davids Perspektive, so dass man beide Gesellschaften kennenlernt. Besonders die der Männer hat mich während des Lesens erschreckt. Auf beiden Seiten wird Hass gepredigt, bei den Männern sogar im Namen der Kirche.

Die Idee, dass sich die Gesellschaft spaltet, ist einzigartig und völlig neu. Daher fand ich es sehr spannend, wie der Autor diese Idee umsetzt. In der ersten Hälfte des Buches lernte man so die Welt kennen, was eine sehr interessante, aber auch erschreckende Erfahrung ist. Während sich in den meisten Dystopien alles weiter entwickelt hat, leben die Menschen in „Das verbotene Eden“ sehr rückständig. Es ist erschreckend, wie wahrscheinlich die Geschichte wirkt, denn geldgierige Pharmakonzerne und mutierende Viren sind auch heute schon real.

Der Schreibstil Thiemeyers ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Schade fand ich nur, dass ich mich wenig in die Figuren hinein fühlen konnte, was sicherlich auch an der Erzählsituation lag, denn es handelt sich um einen Er-/Sie-Erzähler. So konnte die Welt Junas und Davids gut beleuchtet werden, doch ihr Innenleben blieb dabei etwas auf der Strecke. Der Schwerpunkt lag meines Empfindens mehr auf der zukünftigen Welt als auf der Liebesgeschichte.

„Das verbotene Eden“ kann man nicht mit den anderen Werken des Autors vergleichen. Es ist eine völlig andere Geschichte als z.B. die „Weltensucher Chroniken“ und hat dem entsprechend auch einen ganz eigenen Stil, auf den man sich völlig neu einlassen kann.

Voraussichtlich in einem Jahr folgt der zweite Band der Trilogie, an dem der Autor zurzeit schreibt. Er wird den Namen „Gwen und Logan“ tragen, was mich sehr freut, denn Gwen war während des Lesens eine meiner Lieblingspersonen.

Vielen Dank an lies-und-lausch und an den Pan-Verlag, für die nette und anregende Leserunde!

Pan 

464 Seiten

„Das verbotene Eden. David und Juna“ auf amazon

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