„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ Hermann Hesse

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„Ash“ von Malinda Lo [Rezension]


Nach dem Tod ihrer Mutter bricht für Ash eine Welt zusammen. Kurze Zeit später heiratet ihr Vater erneut. Als dieser dann schwer erkrankt und daraufhin auch stirbt, muss Ash zu ihrer Stiefmutter ziehen, wodurch sich ihr Leben komplett ändert. Die Stiefmutter behandelt das Mädchen wie eine Sklavin. Einzig der geheimnisvolle Wald und ihr Märchenbuch bieten Ash einen Ausweg aus dem trüben Alltag. Doch der Wald ist gefährlich, denn man munkelt, dass Feen in ihm leben…

Malinda Lo erzählt in ihrem Roman „Ash“ eine Geschichte voller Magie um die heranwachsende Ash, die zwischen Legenden und grausamer Realität aufwächst.

Ashs Geschichte erinnert an das Märchen „Aschenputtel“ der Brüder Grimm. Bevor ich zu lesen begann, zweifelte ich sehr, denn das Märchen auf 270 Seiten ausgedehnt zu lesen, darauf hatte ich nicht so richtig Lust. Nun lag das Buch einige Zeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher und war doch endlich an der Reihe. Zum Glück, denn von Anfang an zog mich die Geschichte in ihren Bann.

Meine Befürchtung, nur die Märchengeschichte zu lesen, erfüllte sich glücklicherweise überhaupt nicht, denn die Autorin hat viele eigene Elemente mit eingebracht und nur die Rahmenhandlung – böse Stiefmutter und zauberhafter Ball – erinnern an das „Original“.

Malinda Lo erschafft in ihrem Roman eine trübselige, beklemmende Stimmung, die bis zum Ende anhält und der Geschichte eine, meines Empfindens, zutiefst traurige Note gibt. Ich konnte mich gut in Ash und ihre schreckliche Situation einfühlen, denn ihre Gefühle werden sehr nachvollziehbar geschildert. Aber es gibt auch immer einen Hoffnungsschimmer, sei er noch so klein. Erst ist es der Feenmann, gefährlich und schön. Er birgt eine Flucht aus Ashs Realität. Später ist es dann die Jägerin, die sich für das junge Mädchen interessiert, ohne auf sie herab zusehen.

Die Autorin gestaltet zudem eine sehr schöne Umgebung, in der die Geschichte angesiedelt ist. Erst ist es das Dorf am Waldesrand und später die Stadt, die ebenso an den Wald grenzt. So sind dem Leser und auch Ash selbst immer die Gefahr und die Verheißung vor Augen. Außerdem wirkt der dunkle Wald schaurig-schön, so dass das Märchengefühl deutlich wird.

„Ash“ war für mich bis zur letzten Seite spannend, denn obwohl ich das Märchen kannte, war mir nicht klar, wie das Buch ausgeht. Ich konnte es, nachdem ich einmal in die Handlung eingetaucht war, nicht mehr aus der Hand legen, so fesselte mich die traurig-schöne Geschichte.

Insgesamt finde ich den Roman sehr gelungen. Eine märchenhafte Handlung wird mit vielen innovativen Elementen vermischt, dazu der angenehme Schreibstil und eine ganz dichte, meist bedrückende Atmosphäre machen „Ash“ für mich zu einem kurzweiligen und spannenden Leseerlebnis.

Ich freue mich auf weitere Werke der Autorin!


Vielen herzlichen Dank an den Pan-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

272 Seiten

Pan

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